Samstag, 9. September 2017

Theater Fletch Bizzel: Abend mit Franziska Mense-Moritz und Susan Kent sorgt für gute Laune

Susan Kent und Franziska Mense-Moritz

Wenn man auswärtigen Besuchern die Besonderheiten der Dortmunder Kulturszene erklären müsste, würde man vermutlich Schauspiel, Ballett und die herausragenden Opernsänger erwähnen – aber man wäre auch sehr schnell zum Beispiel bei Franziska Mense-Moritz, die seit Jahrzehnten Spiegelzelte füllt oder Geierabend-Vorstellungen bereichert. Für ihr neuestes Abendprogramm „Eine Diva kommt selten allein“, das Freitag Premiere im Fletch Bizzel hatte, hat sie sich mit einer weiteren Powerfrau zusammengetan: Susan Kent, die ebenfalls in Dortmund keine Unbekannte ist – zum Beispiel durch frühere Fletch-Bizzel-Produktionen.

Und es ist einfach beeindruckend zu sehen und zu hören, wie ein fast ausverkaufter Theatersaal an der richtigen Stelle „RAUCHERECKE“ brüllt, weil man Franziska Mense-Moritz‘ Bandscheiben-Nummer im Bademantel eben kennt. Das schafft gute Laune nach einer stressigen Arbeitswoche und sorgt für so etwas wie Identität und einem kleinen Stückchen Dortmund-Verbundenheit.

Doch „Eine Diva kommt selten allein“ ist kein Herumreiten auf Altbekanntem. Der Abend, an dem sich Oleg Bordo wieder um die Musik kümmert, ist vor allem eine gute Mischung aus Gesang und Kabarett – wobei Mense-Moritz schon recht hat, wenn sie am Ende des Abends sagt: „Wir haben unsere Talente einfach zusammengeschmissen, die eine kann das, die andere das.“ Susan Kent kann vor allem richtig gut singen und ist dabei sogar noch enorm vielseitig. Sie parodiert so unterschiedliche Größen wie Janis Joplin, Joan Baez, Andrea Berg, Lady Gaga oder Lena Meyer-Landrut auf gleichbleibend hohem Niveau und mit enorm wandlungsfähiger Stimme, wobei sie Gestik und Bewegungen der Vorbilder teils täuschend echt nachahmt. Gelegentlich vergisst man sogar, dass es eine Parodie ist und man möchte Richtung Bühne rufen: „Ey, das ist so gut, sing noch ein bisschen weiter.“

Und Franziska Mense-Moritz kann natürlich vor allem Kabarett. Sie hat das richtige Timing für Pointen und den typischen Ruhrpott-Schnodder-Charme, der mit Sprüchen wie „Wennde son richtig schönes Übergewicht hass, kann ne Diät echt viel Schaden anrichten“ für Dauergekicher im Publikum sorgt.

Leider sind im Fletch Bizzel derzeit keine weiteren Abende für „Eine Diva kommt selten allein“ vorgesehen (warum eigentlich nicht?) – aber die beiden gehen mit ihrem Programm auf Tour. Hier gibt’s den Tourplan: www.kent-und-mense-moritz.de/termine/

Andreas Schröter

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