Montag, 4. September 2017

Cityring-Konzerte: Patricia Meeden und Mark Seibert verzücken ihr Publikum bei bestem Open-Air-Wetter

Patricia Meeden verzückt ihr Publikum.
Foto: Cityring
Das hatten sich Zuschauer, Musiker und Veranstalter nach dem kalten Freitag und dem verregneten Samstag redlich verdient: Am Sonntag zum Abschluss der Cityring-Konzerte 2017 herrschte auf dem Friedensplatz bestes Open-Air-Wetter. Und sogar der mitgebrachte Pullover kam lange nicht zum Einsatz. „A Night full of Stars“ hieß dieser dritte Konzertabend, an dem die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster sowie die Musicalstars Patricia Meeden und Mark Seibert ihr begeistertes Publikum mit bekannten Songs aus Musicals und Filmen unterhielten. Der ebenfalls angekündigte Morgan Moody musste aus gesundheitlichen Gründen passen.

Vor allem Patricia Meeden beeindruckte nicht nur mit einem in Anbetracht ihres zarten Körpers überraschenden Stimmvolumen, sondern vor allem mit einer schier berstenden Energie und Lebensfreude, mit der sie die Bühne und das Dortmunder Publikum eroberte. Es machte einfach Spaß zu beobachten, wie sie über die Bühne wirbelte. Und Mark Seibert, ein durchtrainierter 1,90-Hüne war nicht nur ebenfalls gut bei Stimme, sondern dürfte
Friedensplatz mit Konzert-Aufbau von oben
Foto: Cityring
sicherlich allein durch seine imposante Erscheinung so manchen weiblichen Gast verzückt haben. Zu hören waren bekannte Songs wie „Englishman in New York“, „One Moment in Time“ aus „Bodyguard“, „Hallelujah“, „Footloose“ oder „You’re the one that I want“ aus „Grease“. Auch an den Queen-Song „Who wants to live forever“ wagten sich die beiden. Ohne Sänger glänzten die Philharmoniker bei einem Medley aus dem Bond-Film „Skyfall“, das Matthias Grimmiger arrangiert hatte.

Die Zuschauer waren hingerissen. Es gab mehrfach Standing Ovations, und bei den langsamen Songs leuchteten die Smart-Phones (die modernere Form der früheren Feuerzeuge) romantisch
Patricia Meeden, Mark Seibert und Philipp Armbruster.
Foto: Cityring
über den Platz. Am Ende gab’s diverse Zugaben: zum Beispiel „Auf uns“ von Andreas Bourani und die Fußball-Hymne „You’ll never walk alone“.

Konzert-Initiator Dirk Rutenhofer und OB Ullrich Sierau als Schirmherr bekräftigten am Sonntag noch einmal etwas, das GMD Gabriel Feltz schon am Freitag gesagt hatte: Sie alle wollen sich dafür einsetzen, dass es die Cityring-Konzerte auch in den nächsten Jahren gibt und dass aus ihnen am ersten September-Wochenende alljährlich eine schöne Tradition wird.

Für die Dortmunder Philharmoniker sind sie auch eine Werbung in eigener Sache, helfen sie doch, neue Publikumskreise zu erschließen und vielleicht den einen oder anderen zusätzlichen Besucher zu animieren, auch mal die Konzerte im Konzerthaus zu besuchen. Wer auf dem Friedensplatz allerdings das musikalisch Originelle und Überraschende suchte, der war zumindest am ersten und dritten Abend falsch. Die Veranstalter gingen bei beiden Konzerten auf Nummer Sicher. „Nessun Dorma“ oder die Arie „Casta Diva“ aus „Norma“ sind genauso die Mainstream-Gassenhauer ihres Genres schlechthin wie „One Moment in time“ aus Bodyguard oder „Hallelujah“ aus dem leichteren Fach. Schlimm ist das nicht (zumal, wenn es wie hier musikalisch und stimmlich auf allerhöchstem Niveau vorgetragen wird), sondern vermutlich für das Publikum, das man erreichen wollte, genau die richtige Entscheidung. Aber so gesehen war dann vielleicht doch die „Groove Symphony“ am Samstag der interessanteste Abend.


Nach Veranstalterangaben kamen zu den drei Konzerten insgesamt rund 5300 Zuschauer.

Andreas Schröter

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