Montag, 1. Mai 2017

Siegfried Kracauer und der Nationalsozialismus: Biograf Jörg Später liest in der Steinwache

Siegfried Kracauer
Siegfried Kracauer, geboren 1889 in Frankfurt am Main, gestorben 1966 in New York, war in seinem Leben vieles: Architekt und Schriftsteller, Redakteur der Frankfurter Zeitung und gefragte Person des Weimarer Kulturbetriebes, Jude und politischer Linker. Wie nur wenige analysierte er bereits sehr früh die Ursachen für die nationalsozialistische Herrschaft und setzte sich als Autor im Exil auch später immer wieder mit dem nationalsozialistischen Deutschland auseinander. Dr. Jörg Später (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) hat die erste große Biographie Kracauers verfasst, die in allen Medien als Meilenstein gefeiert wurde. Am Donnerstag, 4. Mai, 19 Uhr, liest er daraus in der Steinwache (Steinstr. 50). Der Eintritt ist frei.

Von 1933 bis 1941 war Kracauer auf der Flucht, zuerst nach Paris, um dann über Marseille und Lissabon nach New York zu gelangen. Dort mischte er in der psychologischen Kriegsführung mit, betätigte sich aber auch als Filmschriftsteller, als Sozialwissenschaftler und als philosophischer Autor. 1947 veröffentlichte er „Von Caligari zu Hitler“, eine Geschichte des Films der Weimarer Republik und Kracauers bekanntestes Buch. Er rechnete darin mit den Deutschen ab, die sich aus Furcht vor Chaos und Sehnsucht nach Autorität dem Nationalsozialismus ergeben hätten.

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