Sonntag, 30. April 2017

Bastian Hoffmann erhält den MO-Kunstpreis

Still aus dem Tutorial-Clip „gravel pile" mit
Bastian Hoffmann
Die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben den vierten MO Kunstpreis „Follow me Dada und Fluxus“ in Dortmund. Bastian Hoffmann aus Köln erhält Preis nach Geoffrey Hendricks aus New York, Ben Patterson aus Wiesbaden und Albert Mayr aus Wien.

Seit 2012 arbeitet der 1983 in Frankfurt a.M. geborene Künstler an durchchoreografierten Video-Tutorials in stetig wachsender Serie. 



Hoffmann greift in seiner Kunst das Phänomen der YouTube-Video-Tutorials (filmische Gebrauchsanweisungen im Internet) auf und führt das hier oft in Erscheinung tretende Do-It-Yourself-Prinzip mit Hang zur Selbstdarstellung ad absurdum. So zeigt er in seinem Werk „Individual Candle“, wie man aus einer industriell produzierten Kerze durch Einschmelzen und Neugießen ein manuell fabriziertes Unikat herstellt. Eine weitere Videoarbeit, „permanent puddle“, zeigt die praktische Anleitung zum Bau einer ganzjährig bestehenden Pfütze, die mit großem technischem Aufwand an allen möglichen Orten installiert werden kann, und unabhängig von äußeren Bedingungen ihren Wasserstand beibehält. Die Realisierung erfordert den Gebrauch eines unterirdischen Versorgungssystems, das den natürlichen Wasserverlust der Pfütze reguliert und damit ihre dauerhafte Existenz ermöglicht.

Beide Beispiele aus Bastian Hoffmanns Werk zeigen seine künstlerische, konzeptuelle Strategie: Die Anleitungen präsentieren absurde Vorhaben, skulpturale Interventionen und Antworten auf Fragen, die nie gestellt wurden.

Im Internetportal YouTube drängen sich Informationen neben Desinformationen, Unterhaltung neben philosophischen Gedanken und eine Vielzahl an Tutorials (filmische Gebrauchsanweisungen) ist abrufbar.
Die Jury wagt sich mit der Wahl des Preisträgers in die Welt von YouTube & Co. und betritt damit bewusst das Terrain jenseits des „neoavantgardistischen Horizonts“.

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