Mittwoch, 22. März 2017

Katja Struck stellt im Kunstbonbon aus

Die Hörder Künstlerin Katja Struck zeigt ihre Werke ab dem 1. April, 15 Uhr, im Kunstbonbon an der Chemnitzer Straße 11.

Katja Struck hat Objekt-Design studiert und arbeitet seit 20 Jahren freischaffend als Bühnen- und Kostümbildnerin (www.kreativnotdienst.de, rosies-revenge.com) an großen und kleinen Theaterbühnen.

Bei einer Fortbildung, in der sie ein 3D-Architekturprogramm kennen und lieben lernte, kam es dann zur geistigen Zusammenführung eben dieser 3D-Möglichkeiten und eines Dr. Oetker-Kochbuchs aus den 50er/60er-Jahren. Daraus entwickelten sich neue Ideen zum Thema Zeitgeist, das sich wie ein roter Faden durch alle Arbeiten der Künstlerin zieht.

Der Pulsschlag einer Epoche ist „ZEITGEIST“.

Sich mit diesem Pulsieren zu beschäftigen, bedeutet für die Künstlerin, sich selbst zu spiegeln, bedeutet Auseinandersetzung mit dem Fluss, in dem man selber schwimmt.

Durch die Ästhetik der Technicolorfilme ihrer Kindheit für immer geprägt,

beschäftigt sie sich sowohl mit dem Frauenbild der Nachkriegszeit, als auch mit der Werbung der Wirtschaftswunderjahre. So entstand „Rosie“ - eine Kunstfigur, die immer wieder auftaucht. Ob in einer „Space Pudding Burleske“ (die leider aus Platzgründen im Kunstbonbon nicht aufgeführt werden kann, jedoch mittels Videoimpressionen während der Ausstellung zugänglich ist) namens „Rosie out of Space“ oder auf alten Kissenbezügen oder Spitzentaschentüchern.

Letztere sind in der Ausstellung „ROSIE‘s REVENGE“ im Kunstbonbon zu sehen.

ROSIE`s REVENGE erforscht, entwickelt, produziert und konserviert den GEIST DER ZEIT, Sie erforscht das Bestreben der Menschen, ihren persönlichen Pulsschlag, ihre Sehnsüchte, Sentimentalitäten, Erinnerungen und Befindlichkeiten haltbar zu machen, zu bewahren in dem Versuch, sich gegen das Ewige Werden und Vergehen zu behaupten.

Der in vielen Arbeiten auftauchende PUDDING ist Transport- und Ausdrucksmittel dieser Konservierungsversuche,

Er ist ROSIE`s perfektes Objekt, um immer wieder aufs Neue mit wechselnden Inhalten und Bedeutungen aufgeladen zu werden...

Nebenbei werden wir auf den Taschentüchern auch mit der fragwürdigen kulinarischen Ästhetik der Rezept- und Serviervorschläge eben dieser Zeit konfrontiert. Dabei stellt sich uns die unübersehbare Frage, warum sich der Zeitgeist innerhalb von 50 oder 60 Jahren so massiv verändert. Warum uns die Abbildungen von gedeckten Tischen dieser Jahre oder (für damalige Zeiten durchaus liebevoll) dekorierter Platten für das kalte Buffet eigentlich eher abschrecken. Man möchte es eigentlich nicht wirklich essen müssen – und doch: einige von uns erinnern sich vielleicht noch aus ihrer Kindheit an „Sülzkotelett“ und „Tomaten-Fliegenpilze“ und eben die gestürzten Puddings...Katja Struck bringt uns mit ihrer Kunst direkt in diese Zeit zurück, allerdings nicht auf die kuschelige Art!

Und als Prunkstück der Ausstellung: eine sehr überlebensgroße Venus, die ihr sanftes Licht über „Rosie“ und die Süßspeisen der 60er auf Weißwaren ergießt.

Erfreulicherweise wird Katja Struck höchstpersönlich mit einigen Worten dem Vernissagenpublikum ihre Arbeit näher bringen und auftauchende Fragen beantworten.

Die Ausstellung dauert bis zum 06.05.2017.

Der Eintritt ist wie immer frei.

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