Mittwoch, 8. März 2017

Dortmunder Philharmoniker beweisen ihre Vielseitigkeit

Foto vom 6. Philharmonischen Konzert mit Dirigent
Charles Olivieri-Munroe. Foto: Anneliese Schürer

Die Dortmunder Philharmoniker haben momentan einen guten Lauf. War das 5. Philharmonische Konzert im Februar schon nahezu ausverkauft, galt Gleiches auch für das 6. Konzert – zumindest am Dienstag – im Konzerthaus.

Zweimal Liszt (Lés Preludes und das 2. Klavierkonzert) und einmal Mussorgsky (Bilder einer Ausstellung) standen diesmal auf dem Programm. Allen drei Werken gemein ist ihre große Vielseitigkeit. Da sind alle erdenklichen Klangfarben und Stimmungen zu hören: von traurig über lustig bis militärisch oder sogar dämonisch. Langeweile konnte da gar nicht erst aufkommen.

Unter dem sehr engagierten, dynamischen und mitreißenden Dirigat des Kanadiers Charles Olivieri-Munroe bei seinem ersten Auftritt im Konzerthaus machte „Les Préludes“ den Anfang. Damit dürften einige der sehr alten Zuschauer ungute Erinnerungen verbinden. Die Wochenschau leitete mit dieser Musik unter den Nationalsozialisten ihre Kriegsberichterstattung ein – vermutlich wegen des Marschmusik-Schlusses. Doch es wird dem komplexen Werk nicht gerecht, es allein auf diesen heroischen Aspekt zu reduzieren. Genauso kommen Passagen vor, in denen man meint, über eine duftende Blumenwiese zu gehen. Munroe, der als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen in Hilchenbach tätig ist, sagte im Vorgespräch mit Orchestermanager Michael Dühn, er wolle die Aufmerksamkeit der Zuhörer eben nicht nur auf die Marschmusik in dieser Komposition lenken, sondern gerade auch auf die anderen Stellen.
Im folgenden 2. Klavierkonzert ebenfalls von Franz Liszt hatte der Klavier-Virtuose Bernd Glemser seinen beeindruckenden Auftritt. Im Vorgespräch sagte er, ihm gefalle heute das 2. Klavierkonzert besser als das 1., weil es vielseitiger sei. Nach dem begeisterten Applaus der Zuhörer gab Glemser eine Zugabe: eine Mazurka von Chopin (Op 17 No. 4).

Nach der Pause folgten die berühmten „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, und am Ende gab‘s die verdienten Bravo-Rufe und den langen Beifall für ein weiteres gelungenes Konzert der Dortmunder Philharmoniker.

www.theaterdo.de

Andreas Schröter

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