Donnerstag, 23. Februar 2017

Zeche Zollern zeigt Ruhrgebietsfotos von Erich Grisar

Vor der Westfalenhütte, Dortmund, 1928 - 1933
Bild: Stadtarchiv Dortmund/Erich Grisar
Schwarz-weiß-Fotografien von Erich Grisar aus dem Revier der späten 1920er und frühen 1930er Jahre sind vom 24. Februar (Eröffnung 18 Uhr) bis zum 8. Oktober im Industriemuseum Zeche Zollern in Dortmund, zu sehen.

Ergänzt wird die Präsentation durch Bilder anderer zeitgenössischer Fotografen sowie Arbeiten von Schülern aus der Dortmunder Nordstadt, die sich mit Fotoapparat, Kamera und Mikrophon zu Orten und Menschen ihres Stadtbezirks begeben haben.

Die Aufnahmen des Dortmunder Schriftstellers und Fotografen Erich Grisar entstanden überwiegend in seiner Heimatstadt. Sie zeigen den städtischen Alltag, die harte körperliche Arbeit und die Siedlungen mit den mächtigen Industrieanlagen im Hintergrund. "Die Aufnahmen erlauben eine einmalige Innensicht des Reviers und dokumentieren ein wichtiges Stück Ruhrgebiets-Geschichte. Die Zeche Zollern befand sich zu jener Zeit in ihrer Hochphase. Insofern könnte dieser Ort für die Präsentation kaum passender sein", erklärte Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums bei der Vorstellung der Ausstellung in Dortmund.

Die Schau ist Ergebnis eines Kooperationsprojektes von Ruhr Museum, LWL-Industriemuseum, LWL-Literaturkommission, Fritz-Hüser-Institut, Stiftung Geschichte des Ruhrgebietes und Stadtarchiv Dortmund. Dort lagert der umfangreiche fotografische Nachlass Grisars - insgesamt über 4200 Negative und Glasplatten, wovon 1500 im Ruhrgebiet entstanden sind. "Das ist ein wahrer fotografischer Schatz für unsere Stadt und die gesamte Region. Wir sind froh, dass wir einen Teil dieses Schatzes im Rahmen der Kooperation jetzt der Öffentlichkeit präsentieren können", so der Dortmunder Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Für das Gemeinschaftsprojekt wurde dieser Bestand erstmals ausgewertet. Die "größte Entdeckung" waren für Dr. Stefan Mühlhofer die genau beobachteten Szenen auf der Straße: "Vor allem die Motive mit spielenden und arbeitenden Kindern nehmen den Betrachter gefangen", sagte der Leiter des Stadtarchivs.

Für die Ausstellung wurde eine Auswahl von knapp 200 Fotos getroffen, die unter den Überschriften "Städtisches Leben", "Kindheit" sowie "Arbeit und Alltag im industriellen Ballungsraum" präsentiert werden. Stefanie Grebe vom Ruhr Museum, wo die Schau 2016 zu sehen war, hebt die "enorme ästhetische Kraft und Qualität" der Aufnahmen und die Nähe zwischen Fotograf und Motiven hervor. "Die Bilder sind geprägt von einem empathischen Blick für die Menschen und auch deshalb noch heute so faszinierend für uns", betonte die Kuratorin.

Industriemuseum Zeche Zollern
Stadtarchiv Dortmund


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