Samstag, 14. Januar 2017

HMKV hat 2017 viel vor

Ausschnitt aus Dan Perjovschis Zeichnungen
 im Dortmunder U. Foto © HMKV
Der HMKV schaut auf ein spannendes zwanzigstes Jubiläumsjahr mit vielen wunderbaren Kooperationen und bereichernden Momenten zurück. Eines der vielen Highlights ist die Ausstellung The Hard Drawing des rumänischen Künstlers und Aktivisten Dan Perjovschi, die sich über die Ebenen 0 - 7 in der Vertikale des Dortmunder U erstreckt - laut Perjovschi die bislang höchste Fläche, die er mit seinen spontanen und gesellschaftskritischen Zeichnungen bemalt hat. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. August 2017 zu sehen.

Auch 2017 präsentiert der HMKV wieder künstlerische Positionen zu aktuellen Themen: Noch bis zum 5. März 2016 läuft Die Welt Ohne Uns. Erzählungen über das Zeitalter der nicht-menschlichen Akteure. Die Ausstellung thematisiert eine Ökologie nach dem Menschen, in der andere ‚Lebens’-Formen – Algorithmen, KIs, künstlich erzeugte Nanopartikel, gentechnisch veränderte Mikroorganismen und aus heutiger Sicht ‚monströs’ erscheinende Pflanzen – die Macht übernommen haben. Daran anschließend zeigt der HMKV die Ausstellung The Brutalism Appreciation Society (Die Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus): Sie umfasst Arbeiten von 15 internationalen Künstler*innen, die sich mit dem brutalistischen Baustil der Nachkriegsmoderne auseinandersetzen, sowie eine Auswahl von Beiträgen aus der gleichnamigen, über 47.000 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe. Diese Ausstellung ist vom 8. April bis zum 24. September parallel zur Documenta in Kassel und zu den skulptur.projekten in Münster zu sehen.

Im Herbst und Winter 2017 präsentiert der HMKV gleich drei spannende Ausstellungen, die sich mit so unterschiedlichen Themen wie Afrika als Kontinent der technologischen Innovation sowie dem Anfang und dem Ende der Sowjetunion auseinandersetzen.

Die großangelegte Ausstellung Afro-Tech stellt eine Verbindung zwischen Afrofuturismus und alternativen technologischen Energien und Imaginationen her. Sie präsentiert Künstler*innen und Kulturproduzent*innen aus verschiedenen afrikanischen Ländern, die Technologien nach alternativen – nicht-westlichen – Standards denken, imaginieren und verwenden. Im Rahmen der Eröffnung von Afro-Tech veranstaltet das beim HMKV angesiedelte Büro des medienwerk.nrw außerdem die Konferenz Afro-Tech - Postkoloniale Dialoge über Technologie, die internationale Referent*innen nach Dortmund bringen wird.

Anlässlich der Oktoberrevolution, die sich 2017 zum 100. Mal jährt, widmet sich der HMKV mit dem Ausstellungsprojekt Sturm auf den Winterpalast: Forensik eines Bildes jenem von Nikolai Evreinov inszenierten theatralen Massenspektakel von 1920, dessen Foto zum Symbolbild der Oktoberrevolution geworden ist. Zeitgenössische Künstler*innen antworten auf Evreinov und kommentieren mit ihren Arbeiten dieses Ereignis. Parallel zum Sturm auf den Winterpalast ist die vom Goethe-Institut Moskau initiierte Ausstellung Die Grenze zu sehen, die jüngere Künstler*innen aus fast der gesamten ehemaligen Sowjetunion versammelt – von Kiev in der Ukraine bis nach Novosibirsk in Zentralrussland und von Minsk in Weißrussland über Erewan in Armenien bis Almaty in Kasachstan oder Duschanbe in Tadschikistan. Die Ausstellung stellt die Frage „Wo beginnt Asien, wo endet Europa?“ und verfolgt diese sich stets entziehende Grenze durch zehn Länder. Die Grenze macht Station unter anderem in Moskau, Kiew, Minsk, Tiflis, Dortmund und Zentralasien.

2017 wird das erfolgreiche Format HMKV Video des Monats fortgesetzt. In diesem Rahmen zeigt der HMKV jeden Monat ein anderes aktuelles Künstlervideo – 12 Monate im Jahr! Den Lautsprecher verwandelt der HMKV ab Januar 2017 in einem echten Lautsprecher: Im Rahmen von PLAY IT LOUD können dort die Besucher*innen zu DJs werden. Im kleinsten Club mit dem größten Fenster – hoch über den Dächern Dortmunds!

Auch im Bereich Kulturelle Bildung passiert im HMKV dieses Jahr wieder einiges: Zu jeder Ausstellung ist ein spezifisches Rahmenprogramm mit wechselnden Workshops und ausgewählten Filmen geplant, die in Kooperation mit dem Kino im U e.V. gezeigt werden. Der HMKV bietet außerdem pro Woche zwei öffentliche Führungen durch die aktuelle/n Ausstellung/en an. Außerdem gibt es Führungen mit unserem inklusiven Team sowie spezielle Kinderführungen im Rahmen des Familiensonntags, der jeden ersten Sonntag im Monat stattfindet. Auch bei derExtraSchicht und der DEW21-Museumsnacht beteiligen wir uns wieder mit besonderen Aktionen. Außerdem nimmt der HMKV auch in 2017 als eine von 15 renommierten Institutionen bundesweit am Programm der Robert Bosch Stiftung „Kunst und Spiele“ teil, das sich an Kinder von 0-8 Jahren richtet.

Die HMKV-Mitarbeiter freuen sich, dass auch in diesem Jahr wieder Ausstellungen des HMKV international auf Tour gehen. So werden im Sommer Whistleblower & Vigilanten in der Kunsthal Charlottenborg in Kopenhagen (Dänemark) und Die Welt Ohne Uns – in Kooperation mit Aksioma – Center for Contemporary Art – in der Vžigalica Galerie (City Museum) inLjubljana (Slowenien) zu sehen sein. Im Herbst zeigt die Gessnerallee in Zürich (Schweiz) eine Preview der Ausstellung Sturm auf den Winterpalast und im November eröffnet die Ausstellung dann fast zeitgleich im HMKV in Dortmund und im Muzeum Sztuki in Lodz (Polen).

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