Samstag, 21. Januar 2017

Don Giovanni ab 4. Februar wieder in der Oper Dortmund

Ashley Thouret, Gerardo Garciacano.
 Foto: Thomas Jauk. Stage_ Picture
Don Giovanni weckt in seiner Umgebung das, was man lieber unter der Decke hält und nicht offen zu zeigen wagt: Sexuelle Gier, die Faszination des Verbotenen und rasende Triebhaftigkeit. Jens-Daniel Herzog hat eine Figur entwickelt, die ihre Umgebung sofort in ihren Bann zieht und andere Menschen schonungslos dominiert und manipuliert. Don Giovanni bringt damit die dunkle Seite der Persönlichkeit von Donna Anna, Donna Elvira, Don Ottavio und Zerlina hervor und muss deswegen sterben, weil er das Bild, das die anderen von sich selbst haben, in Gefahr bringt.

Unter der musikalischen Leitung des stellvertretenden Generalmusikdirektors Motonori Kobayashi findet mit Gerardo Garciacano (Don Giovanni), Ashley Thouret (Donna Anna), Emily Newton (Donna Elvira), Tamara Weimerich (Zerlina), Karl-Heinz Lehner (Komtur), Joshua Whitener (Don Ottavio), Morgan Moody (Leporello) und Ian Sidden (Masetto) die Wiederaufnahme der Mozart Oper am 4. Februar 2017, um 19.30 Uhr in der Oper Dortmund statt.

Don Giovanni fährt zur Hölle, aber zur Ruhe kommt er nicht. Der Wüstling, der Sexbesessene, der Mörder und Zyniker, der mit den konventionellen Vorstellungen von Anstand, Güte und Mitgefühl bricht, hört nicht auf zu faszinieren. Don Giovanni ist das andere Leben, abseits von Moral und Mitleid, weit weg von bürgerlicher Wohlanständigkeit. Er nimmt sich, was er will und hat keine Scheu, seinen Anspruch durchzusetzen – mit Verführungskraft und wenn nötig mit Gewalt. Liebe ist für ihn ein Konsumgut. Alles, was dauerhaft sein könnte, ist Don Giovanni zuwider. Allein Leporello, der Komplize seiner Ausschweifungen, bleibt immer an seiner Seite. Ein Aufstand der selbsterklärten Anständigen bringt den Lüstling schließlich mit übernatürlicher Hilfe zu Fall, aber die Don Giovannis als Helden des Exzesses sind nicht auszurotten, nicht im Leben und schon gar nicht auf der Bühne. Zwar wird am Ende der Böse bestraft, die Guten haben gewonnen, aber ist die Welt noch interessant ohne das Grenzen sprengende, lebensbejahende Don-Giovanni-Prinzip? Möchte man unter lauter kreuzbraven Don Ottavios leben?

Regisseur Jens-Daniel Herzogs oberstes Regieziel ist es, den Reichtum zu entdecken, der in den Figuren liegt. „Es geht nicht um eine opulente Bühne, sondern um die Opulenz der Charaktere“, so Herzog. Die Sänger agieren ganz nah und unmittelbar am Publikum. Dafür wurde der Orchestergraben überbaut und ein Steg bis weit in den Zuschauerraum gelegt, auf dem sich die Sänger bewegen können. Das Orchester befindet sich auf der Bühne.

Der Westdeutsche Rundfunk berichtete über die Premiere: „Ein Ensemble, das auf internationalem Spitzenklassen-Niveau singt und komplett aus den Reihen des Dortmunder Opernensembles besetzt ist. Die ganze Oper ist mit dieser Feinheit, mit dieser Genauigkeit, mit diesem klaren, bösen Blick, der aber auch viel Witz hat, inszeniert.“

Karten gibt es sowohl telefonisch unter 0231/50 27 222, an der Tageskasse im Opernhaus als auch an den Vorverkaufsstellen sowie im Internet unter 
www.theaterdo.de.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen