Montag, 29. Februar 2016

50 Jahre Opernhaus Dortmund

Das 50-jährige Jubiläum feiert
das Opernhaus mit einem großen Festakt.
Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann
Das Theater Dortmund feiert am Samstag, 12. März, das 50-jährige Bestehen seines Opernhauses. Neben einem Festakt wird es eine Vorstellung von "Der Rosenkavalier" geben.

Das Theater Dortmund feiert am Samstag, 12. März, das fünfzigjährige Bestehen seines Opernhauses. Zu einem feierlichen Festakt werden die Kulturministerin von Nordrhein-Westfalen, Christina Kampmann, Oberbürgermeister Ullrich Sierau und der Intendant der Oper Dortmund, Jens-Daniel Herzog, sprechen. Im Anschluss an den Festakt folgt die Vorstellung von Der Rosenkavalier von Richard Strauss in der Neuinszenierung von Jens-Daniel Herzog. Zuvor wird die Austellung "Gestaltung und Erlebnis - Das Opernhaus 1966" im Opernfoyer zur Architekturgeschichte für Besucherinnen und Besucher der Jubiläumsvorstellung eröffnet.

Opernhaus als bedeutendes kulturelles Zentrum

Mit dem Rosenkavalier wurde 1966 das Opernhaus feierlich eröffnet. Das Opernhaus Dortmund ist mit 1.170 Plätzen nicht nur die Hauptspielstätte der Oper und des Ballett, sondern eines der größten Theater im deutschsprachigen Raum und eines der bedeutendsten kulturellen Zentren in Nordrhein-Westfalen. Mit seiner prägnanten Kuppel ist das Dortmunder Opernhaus nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken.

Die Architekten und Planer von damals bauten ein Haus, das sich durch seine Offenheit und Helligkeit selbstbewusst der Stadt öffnet. Außen wie innen ist das Opernhaus zum Kraftzentrum und künstlerischen Mittelpunkt Dortmunds geworden. Damit die großen Klassiker des Musiktheaters, aber auch das Neue und Experimentelle auf der Bühne des Opernhauses die Zuschauerinnen und Zuschauer faszinieren, arbeiten Menschen aus allen Teilen der Welt vertrauensvoll zusammen.

Respekt und Toleranz sind dabei die Voraussetzungen, dass allabendlich der Vorhang aufgeht. Das Ergebnis ist eine Vielfalt, die durch jede Aufführung in die Stadt und die Region hineinwirkt und das Opernhaus Dortmund zu einem der lebendigsten Orte des Ruhrgebiets macht.

Jubiläumsaufführung "Der Rosenkavalier"

Zum Jubiläum zeigt das Opernhaus "Der Rosenkavalier". Mit dem Rosenkavalier haben Strauss und Hofmannsthal 1911 das berühmteste musikalische Lustspiel des 20. Jahrhunderts geschaffen: eine philosophische Komödie, die bei allem Tiefsinn doch perfekt die Mechanismen der Komik bedient.

Wie die Figuren des Stücks sehnen sich auch Dichter und Komponist in eine frühere Epoche zurück, allerdings immer mit einem Augenzwinkern. Strauss' Musik ist die schwelgerische Feier einer großen Vergangenheit, aber er komponiert - mit Schmerz und Humor - auch die Trauer um ihren Untergang hinein. Und über allem steht Hofmannsthals große Einsicht, dass zwar nur die Dauer dem Leben Würde gibt, aber nur der Wandel uns vor Erstarrung und Niedergang rettet.

Programm zur Jubiläumsvorstellung am 12. März

Alle Zuschauerinnen und Zuschauer der Jubiläumsvorstellung erhalten ein kostenfreies Begrüßungsgetränk sowie die Jubiläumsausgabe des Programmheftes zur Inszenierung mit Einblicken zur 50-jährigen Geschichte des Opernhauses.

16:30 Uhr: Austellungseröffnung "Gestaltung und Erlebnis - Das Opernhaus 1966" im Opernfoyer zur Architekturgeschichte für Besucherinnen und Besucher der Jubiläumsvorstellung.
17:30 Uhr: Beginn des Festaktes mit Ansprachen von Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund, Jens-Daniel Herzog, Intendant der Oper und Christina Kampmann, Kulturministerin des Landes NRW
18 Uhr : Beginn der Jubiläumsvorstellung "Der Rosenkavalier". In der verlängerten ersten Pause bietet die Theatergastronomie kulinarische Köstlichkeiten im Opernfoyer an (nicht im Preis inbegriffen). In einem Pausengespräch gibt es Einblicke in die Geschichte des Opernhauses Dortmund.
22:45 Uhr: Vorstellungsende und gemütlicher Ausklang

Karten gibt es an der Theaterkasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231 50-27222 oder online:

Kunstverein: Ausstellung "Picknick am Wegesrand" eröffnet am 4. März

Die Ausstellung Picknick am Wegesrand, die beim Dortmunder Kunstverein vom 5. März bis 22. Mai läuft, präsentiert Zeichnungen und Skulpturen von sechs jungen zeitgenössischen Künstlern, die sich mit der Fusion von Natur und Technologie beschäftigen. Eröffnung ist am Freitag (4.3.), 19 Uhr, in den Räumen am Park der Partnerstädte 2. Die Arbeiten von Rochelle Goldberg (*1984 in Vancouver, CA), Tiril Hasselknippe (*1983 in Arendal, NO), Veit Laurent Kurz(*1985 in Erbach), Martin Schepers (*1979 in Lengerich), Raphaela Vogel (*1988 in Nürnberg) und Phillip Zach(*1984 in Cottbus) reagieren mit haptischer und sinnlicher Materialität auf die neuen digitalen Technologien.

Mit einem Hang zur Science-Fiction drücken sie auf unterschiedliche Weise etwas Magisches und Unheimliches, etwas Zerfallenes, aber auch Vitales sowie manchmal etwas Uraltes und gleichzeitig Post-Apokalyptisches aus. Picknick am Wegesrand möchte auch an die Frage anknüpfen, was die Relikte und die Visionen des Industriezeitalters im Ruhrgebiet heute noch verkörpern. Scheint nicht beispielsweise die Thomasbirne am Dortmunder Phoenix-See wie ein Objekt von einem anderen Planeten?

Wie von einem anderen Planeten erscheinen auch die Klänge in der Performance SOFT REVOLUTION von Markus Karstieß (*1971 in Haan/ Rhld.) und Christian Jendreiko(* 1969 in Recklinghausen). Die Tensegrity-Strukturen von R. Buckminster Fuller und Kenneth Snelson verwendend, haben die beiden Künstler ein Saiteninstrument konzipiert, das drei Kräftefelder in Interaktion treten lässt: Den Menschen, das Artefakt und das Spiel mit den natürlichen Kräften von Zug/Gegenzug. Die Performance findet am Samstag, den 23. April, um 16:00 Uhr im Kunstverein statt.

Sonntag, 28. Februar 2016

Jugendstilfliesen mit Blumen sind Objekt des Monats März im MKK

Vier Jugendstilfliesen mit Blumendarstellungen bilden die „Objekte des Monats März“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) –passend zum nahenden Frühling. Ab Dienstag, 1. März sind sie im Foyer des Museums an der Hansastraße 3 zu sehen. Sie sind Teil eines Konvoluts von rund 400 Jugendstilfliesen, die das MKK vor zwei Jahren aus Privatbesitz erworben hat.

Der Jugendstil wollte Kunst und Alltag vereinen und ein Gesamtkunstwerk für jede Gesellschaftsschicht gestalten. Von 1880 bis 1920 wurden in Keramikfabriken erstmals maschinell Fliesen mit Motiven des Jugendstils hergestellt. Erst seit 1980 wurden diese in großen Massen hergestellten Objekte als Kunst anerkannt und wissenschaftlich bearbeitet. Heute sind sie begehrte Sammelobjekte und meist nur noch als Einzelstücke vorhanden.

Das Objekt des Monats kann kostenlos im Museum für Kunst und Kulturgeschichte besichtigt werden. Für interessierte Besucher liegen detaillierte Informationen bereit.

Zu Beginn jedes Monats werden Schätze aus den Depots des Museums als Objekt des Monats präsentiert und vorgestellt. Die Besucherinnen und Besucher können auch Vorschläge oder Wünsche zu künftigen Objekten des Monats äußern: unter mkk@stadtdo.de oder telefonisch bei Cathleen Tasler, 0231 / 5025514.

Theater im Depot: Markus Veith spielt „Einst um eine Mittnacht“ nach Edgar Allen Poe

Am Sonntag wird es im Theater im Depot schauerlich! Mit „Einst um eine Mittnacht“ – Nach Edgar Allen Poe.

Edgar Allen Poe … allein der Name verursacht Schauerstimmung und Gänsehaut, erinnert an lebendig Begrabene, an alte Gemäuer, die in stürmischer Nacht im Moor versinken, an dröhnenden Herzschlag unter den Fußbodendielen und natürlich an den Raben, der im Gedicht sein „Nimmermehr“ krächzt. Dieser düstere Vogel selbst ist es, der das Publikum auf humorvoll-gruselige Art in beklemmende Sphären entführt. Der wandlungsfähige Markus Veith schlüpft in die bekannten Rollen aus Edgar Allan Poes Werken, „spielt Hoffnungslosigkeit und Seelenschmerz ebenso überzeugend wie er bösartige, heimtückische Wesenszüge lebendig werden lässt, verzückt aber auch mit bitterbösem, schwarzem Humor und bizarrer Komik.“ (Frankenpost, 2015)

„Markus Veith glänzt auch in der Finsternis von Edgar Allan Poe, (…) überzeugt durch Wandlungsfähigkeit und trockenen Humor. Eine besondere Note verleihen der Aufführung die von Thomas Glasmeyer gefertigten Puppen, die Markus Veith geschickt in die einzelnen Szenen mit einbringt, sie fast als selbst agierende Schauspieler (…) behandelt“ (Frankenpost, 2015)

Vorstellung:

SO 28.02.2016 um 18 Uhr

Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.
AK 15 € / 10 € erm.
Ort: Theater im Depot

Text und Spiel: Markus Veith

Regie: Amelie Auer

www.depotdortmund.de

www.veithstanz.de

Samstag, 27. Februar 2016

Vorverkauf für Klangvokal 2016 startet

Große Gefühle, erlesene Stimmen,
 wie die der charismatische Sopranistin Latonia Moore.
Bild: KLANGVOKAL
Das KLANGVOKAL Musikfestival Dortmund bietet vom 13. Mai bis zum 12. Juni 2016 unter dem Festivalmotto "grenzenlos" wieder Top-Künstler und spannende musikalische Entdeckungen aus aller Welt.

Das Musikspektrum ist bei seiner achten Auflage, in den acht Spielstätten, erneut sehr umfangreich. Es reicht von der Wiederentdeckung der Urfassung der Puccini-Oper "Edgar" als Deutschland-Premiere, einem exklusiven Konzert "Von Wien nach New York" mit Musik aus Oper, Operette und Musical im Konzerthaus Dortmund sowie einem Barockmusik-Zyklus mit Falvettis spektakulärem Barockoratorium "Nabucco" über Chor- und Jazzkonzerte bis hin zu faszinierender Musik anderer Kulturen und Weltmusik aus Argentinien, Aserbaidschan, dem Iran, Kuba oder Marokko.

Erneut sind viele der 25 Aufführungen exklusiv für das Festival entwickelt worden, Deutschland-Premieren oder nur hier zu erleben. Und die Eintrittspreise bleiben trotz der hochkarätigen Konzerte und exzellenten Künstler erschwinglich: Die Mehrzahl der Karten kostet unter 25 Euro.
25 Aufführungen, davon 18 Eigenveranstaltungen

Seit seiner Gründung 2009 begleitet KLANGVOKAL mit Themen wie "Mittelmeer – Wiege der Kultur" oder "Zwischen den Welten" und Vokalmusik-Entdeckungen aus aller Welt behutsam aktuelle Diskurse. Mit dem diesjährigen Festivalmotto "grenzenlos" und dem vielfältigen Festivalprogramm eröffnet das Festival musikalisch neue Horizonte und stellt zugleich Fragen: Wie können verschiedene Kulturen (musikalisch) zusammenfinden und Verständnis füreinander entwickeln? Welche Offenheit im Denken ist notwendig, um dieses Ziel zu erreichen? Hierzu hat das Festival einmal mehr herausragende Künstlerinnen und Künstler aus 30 Ländern eingeladen, Musik vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus vier Kontinenten zu präsentieren. Dabei werden Genregrenzen in Frage gestellt, Zeitsprünge gewagt und kulturelle Grenzen überwunden.

Dieser Grenzen überwindende Dialog ist gerade in diesem Jahr eine Herzensangelegenheit für Festivaldirektor Torsten Mosgraber: "Durch die Ankunft der Flüchtlinge verändert sich unsere Gesellschaft. Neugierde und Offenheit gegenüber anderen Kulturen sind gerade in diesen Zeiten so wichtig, und so versucht Klangvokal, mit Musik Brücken zu bauen und den kulturellen Dialog zu befördern."

Eine bewährte Tradition des Festivals ist auch in diesem Jahr das Aufeinandertreffen internationaler und regionaler Stars der Vokalmusik. So geht auch das FEST DER CHÖRE in seine achte Auflage: 150 Chöre aus Dortmund und dem Umland werden am 4. Juni die Attraktivität, Vielfalt und Freude am Chorgesang in der gesamten Dortmunder Innenstadt aufzeigen.

Der Vorverkauf startet ab sofort bei Dortmund-Tourismus (gegenüber dem Hauptbahnhof), bei den Ruhr Nachrichten, an allen bekannten VVK-Stellen und im Internet. Informationen zu Karten und Abonnements unter

"Wilhelm Tell": KJT gelingt erneut der Spagat zwischen Lehrauftrag und Unterhaltung

Szene kurz vor dem Apfelschuss mit Philip Pelzer, Rainer
Kleinespel und Andreas Ksienzyk. Foto: Hupfeld
Es gibt Menschen, die haben bei Schillers Drama „Wilhelm Tell“ nicht nur positive Assoziationen. Erinnerungen an quälend langweilige Deutschstunden in der Mittelstufe werden wach. Geht es da nicht um irgendeinen Bauernaufstand in der Schweiz vor Hunderten von Jahren, der rein gar nichts mit meinem Großstadt-Leben im Jahre 2016 in Dortmund zu tun hat?

Es ist dem Kinder- und Jugendtheater, das Freitag an der Sckellstraße Premiere mit eben diesem uralten Stoff feierte, hoch anzurechnen, dass es die Geschichte um Apfelschuss und Ruetli-Schwur unter der Regie von Johanna Weißert gründlich entschlackt und mit einer gehörigen Portion Humor versieht. So wirkt der verstaubte Stoff wieder frisch und lebendig, ohne seine Aussage und seine Gesamt-Atmosphäre zu verlieren - auch deshalb, weil Schillers Originalsprache erhalten bleibt. Schauspieler Andreas Ksienzyk verliest zu Anfang eine ellenlange Liste derjenigen Figuren, die (theoretisch) ebenfalls mitspielen. Heißt: Bei Schiller kommen sie zwar vor, aber wir haben sie gestrichen. Gottseidank, möchte man als Zuschauer antworten.

Johanna Weißert und ihr Team setzen beim Bühnenbild auf einige dicke Holzstämme, auf denen die Schauspieler agieren. Das passt: Sofort fühlt man sich in eine waldreiche, dörfliche Umgebung irgendwo in den Alpen vor ein paar hundert Jahren versetzt. Höhepunkt der Aufführung ist natürlich der berühmte Apfelschuss. Und den kriegt das KJT-Team per Tricktechnik ausgesprochen gut hin: Das gesamte Publikum zuckt zusammen und denkt: Was war das denn? Hat Rainer Kleinespel in der Titelrolle tatsächlich eben per Armbrust einen Pfeil in Richtung Philip Pelzer, der seinen Sohn Walter spielt, abgeschossen? Dickes Kompliment für diese Szene.

Running Gag der Inszenierung sind einige Alphörner, die immer mal wieder zum Einsatz kommen. Offen gestanden: Würden die Tröten einen Tick seltener erklingen, wäre es auch nicht schlimm. Im Gegenteil.

Insgesamt aber eine gelungene Inszenierung, die einmal mehr den Spagat schafft: Sowohl ambitionierte Deutschlehrer mit Lehrauftrag und pädagogischem Anspruch können mit ihren Klassen oder Kursen hineingehen, weil Schillers Intention erhalten bleibt, als auch Menschen, die gerade nicht den Schiller in der Schule haben, sondern einfach nur einen schönen Theaterabend erleben wollen. Bekanntlich gibt es in Dortmund viele Erwachsene, die gerade diese Klassiker-Inszenierungen im KJT schätzen, weil sie so anschaulich und unterhaltsam sind.

Neben den genannten Schauspielern wirken Bettina Zobel, Talisa Lara und Thorsten Schmidt mit, für Bühne und (herrlich altertümlich-bäuerliche) Kostüme ist Ulrich Leitner zuständig, für die Musik Peter Kirschke. Dramaturgin ist Ilona Seippel-Schipper.

Andreas Schröter

Freitag, 26. Februar 2016

Schauspiel im Megastore: „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“ macht Spaß

Szene aus "Die Liebe in Zeiten der Glasfaser"
Foto: Hupfeld
Mit Skype und Fernbeziehungen befasst sich das höchst unterhaltsame und gelungene Theaterstück „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“ des Schauspiels. Uraufführung war am Donnerstag im Megastore.

Thomasz (Peer Oscar Musinowski) und Antonia (Julia Schubert) sowie Helena (Friederike Tiefenbacher) und Wolf-Adam (Uwe Schmieder) führen Fernbeziehungen, weil sie berufliche Chancen nutzen wollen. Vielleicht haben sie ja das schönste Jahr ihres Lebens vor sich. Doch schnell kehrt Ernüchterung ein: Die jeweiligen Berufe entpuppen sich als doch nicht ganz so toll wie erwartet, und eine Fernbeziehung über Skype ist letztlich doch nicht das Wahre. Missverständnisse und die fehlende körperliche Nähe führen zu Beziehungsproblemen.

Regisseur Ed. Hauswirth stellt die Einsamkeit des Einzelnen augenfällig dar, indem er die Schauspieler in vier Glaskästen steckt. Ihr Skypen wird per Videotechnik für die Zuschauer überdimensional groß auf einen weißen Vorhang projiziert.

Beeindruckend in der Premiere war, wie gekonnt Julia Schubert und Peer Oscar Musinowski eine technische Panne mit spontanem Impro-Theater überspielen. Als der Laptop in ihrem Glaskasten ausfällt und sich offenbar nicht mehr reparieren lässt, wechselt Julia Schubert schließlich in den Kasten von Friederike Tiefenbacher und spielt dort weiter. Doch wie sie bis dahin das Stück ohne die Technik am Laufen gehalten hat, ist großartig.

Und Friederike Tiefenbacher hängt sich wie immer mit ganzer Kraft bis zur Schmerzgrenze in ihre Rolle. Sie spielt eine Schauspielerin, die für eine internationale Theaterproduktion nach Polen geht. Dort soll sie eine Nazi-Hure spielen, die von Europa vergewaltigt wird. Diese Szene gibt ihr Gelegenheit, wie ein Hund hechelnd über den Boden zu kriechen oder sich in wilder Pein auf einem Tisch zu wälzen. Stark, welche Bühnen-Präsenz sie dabei ausstrahlt.

Zugleich nimmt das Stück auf diese Weise sich selbst und das gesamte Theater augenzwinkernd aufs Korn. Solche Brüche hat Hauswirth gleich mehrfach eingebaut. Schon gleich zu Anfang erklären die Schauspieler, welche Rollen sie spielen, sodass für den Zuschauer die Illusion allgegenwärtig bleibt.

Die Videotechnik – in diesem Falle per Skype – gibt den Schauspielern einmal mehr die Möglichkeit, durch eine kleine Veränderung der Mimik, die riesengroß auf die Leinwand übertragen wird, Gefühlsveränderungen auszudrücken. Uwe Schmieder ist hier ein Meister seines Fachs. Herrlich auch, wie er zwischendurch im Monster-Kostüm über die Bühne tobt oder wie feenhaft er am Ende im durchsichtigen Plastikkleidchen wirkt.

„Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“ ist ein amüsantes Stück, bei dem zwar viel Technik zum Einsatz kommt, das aber die agierenden Schauspieler in den Mittelpunkt stellt. Sehr empfehlenswert!

An dieser Produktion beteiligt sind außerdem:

Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch

Kostüme: Mona Ulrich

Musikalische Leitung: Tommy Finke

Dramaturgie: Alexander Kerlin

Video-Konzept: Mario Simon

IT-Konzept: Lucas Pleß

Outside-Eye: Georg Klüver-Pfandtner

Licht: Sibylle Stuck

Regieassistenz: Wiebke Rüter

Bühnenbildassistenz: Noemi Baumblatt

Kostümassistenz: Vanessa Rust

Video-Operator: Joscha Richard

Inspizienz: Ralf Kubik

Soufflage: Ginelle Lindemann

Regiehospitanz: Philipp Rose

Dramaturgiehospitanz: Aylin Kreckel

Andreas Schröter

Theater im Depot: "Ein Sommernachtstraum" hat Premiere

Die neueste Produktion von Kulturbrigaden/ junges Theater Bubamara - "Ein Sommernachtstraum" nach William Shakespeare -, die Freitag (26.2), 20 Uhr, Premiere im Theater im Depot hat, setzt sich intensiv mit einem der größten Klassiker der Theatergeschichte auseinander.

Zwischen höfischer Hochkultur und anarchischem Naturidyll werden die unterschiedlichen Sphären der Wahrnehmung von Sein und Schein komödiantisch beleuchtet. Hermia soll zwangsverheiratet werden und widersetzt sich dem Wunsch von Vater und König. Flucht und Vertreibung ins selbstgewählte Exil trüben die Wahrnehmung der Realität und lassen Menschen auf einmal als völlig andere Wesen erscheinen. Das „Ich“ ist also veränderbar.

Zumindest im Traum. Mit dieser Erfahrung müssen alle Figuren des Stückes ihre Realität neu definieren und geläutert, um viele Erfahrungen reicher bekommt am Ende jeder das, was er verdient: Die Wahrheit des eigenen „Seins“, die wahre Liebe, und die Erkenntnis, dass nur das Herz den Weg zum „Ich" öffnen kann.

Kulturbrigaden um Rada Radojcic und Jens Wachholz nähern sich in moderner, phantastischer Ästhetik diesem verstörend - schrägen Werk Shakespeares an. Ein Sommernachtstraum verzückt einmal mehr durch stringente Sprachgewalt und tiefenpsychologischer Deutung in wundervollen Kostümen und einer einzigartigen Ästhetik.

Die 17 jungen Darsteller*innen spielen das vielschichtige Werk mit all seinen Wendungen und Geheimnissen unter der musikalischen-live gespielten Klangebene des jungen serbischen Musikers Dimitrije Radisavljevic.

Eine Produktion der KULTURBRIGADEN in Kooperation mit dem Theater im Depot

Gefördert vom Kulturbüro Dortmund.

Vorstellungen:

Premiere:

FR 26.02.2016 um 20 Uhr

2. Vorstellung:

SA 27.02.2016 um 18 Uhr

Weitere Termine ab April geplant!




Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.

AK 15 € / 10 € erm.

Kinder bis 14 J. VVK + AK 5 €




Ort: Theater im Depot

Regie: Rada Radojcic und Jens Wachholz

Schauspiel: Amelie Braun, Freya Erdmann, Solveig Erdmann, Helen Gierhake, Leonie Goeke, Lucy Flournoy, Lina Härmstadt, Annika Hohoff, Mia Ising, Ronahi Kahraman, Mika Kuruc, Maria Leshoff, Dzaklina Radojcic, Milena Roganovic,

Franziska Sausmikat, Marysol Schelkmann,

Dramaturgie: Jens Wachholz

Musikalische Mitarbeit: Dimitrije Radisavljevic

Raum & Kostüme: Rada Radojcic, Jens Wachholz, Dzaklina Radojcic

Maske: Rada Radojcic

Donnerstag, 25. Februar 2016

Borsigplatz: "Offenes Atelier 103" öffnet am 1. März

Porträts von Nordstadtbewohnern von Viktor
Sternemann
Seit Juli 2015 hat der Künstler Viktor Sternemann jede Woche eine Portraitstunde im Atelier 103 abgehalten und dabei zahlreiche Gäste des Chancen-Cafés in der Oesterholzstraße 103 portraitiert. An die 100 Gemälde sind auf diese Weise entstanden. Daneben hat er gelegentlich Workshops gegeben, bei denen Nachbarn und Besucher eigene Erfahrungen mit der Portraitmalerei sammeln konnten.

Ab März 2016 wird die Portraitstunde zum Offenen Atelier 103. Jeden Mittwoch von 15–18 Uhr ist das Atelier für jedermann geöffnet. Die Workshop-Reihe umfasst kein Programm mit bestimmten Arbeitsaufträgen, sondern die Besucher können hier eigene Ideen umsetzen. Materialien für Zeichnung, Pastell- oder Acrylmalerei stehen zur Verfügung (bis auf Sonderwünsche: Ölfarben oder spezielle Malgründe müssen selbst mitgebracht werden). Betreut wird die Materialausgabe durch das Künstlerteam Johanna Drüphake, Antonio R. Becerra und Viktor Sternemann. Die Teilnahme am Workshop ist kostenlos.

Anmeldung bei: viktor.sternemann@tu-dortmund.de

Zur Eröffnung des Offenen Ateliers 103 an der Oesterholzstraße 103 am 1. März um 14 Uhr zeigt Viktor Sternemann außerdem die Ergebnisse der Portraitstunde. In der Ausstellung “Borsigplatz-Portraits” sind bis Mitte April Reproduktionen von 98 Portraits zu sehen, die im Laufe von 8 Monaten im Atelier 103 entstanden sind. Das Werk, das weiter wächst, versammelt Bildnisse von Bewohnern des Quartiers, von Nachbarn, die sich für die Veränderung des Stadtteils engagieren, und von Gästen, die sich für diese Entwicklung interessieren. Die Arbeit repräsentiert eine lokale kreative Szene, eine bunte Mischung von Persönlichkeiten, wie es sie nur am Borsigplatz gibt. Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.

Evinger Schloss: Ein Abend zu Ehren der Doors

"Jim" Ecker und "Ray" Bonner
Mit den legendären Doors befasst sich Freitag (26.2.) ein Abend unter dem Motto „Moonlight Drive – Impressions of the Doors“ im Archiv für populäre Musik im Ruhrgebiet im Evinger Schloss. Wolfgang „Jim“ Ecker (Gesang, Rezitation, Schamanentrommel) und Didi „Ray“ Bonner (Keyboard, Gesang), die zum 20. Todestag von Jim Morrison – also im Jahr 1991 – die Band „The Back Doors Man“ gründeten, widmen sich vor allem den unbekannteren Songs der legendären Band.

Organisator Hans Schreiber vom Archiv verspricht: „Mystische Interpretationen der Gedichte, Texte und Songs von Jim Morrison und den Doors. Stimmgewaltig, mit elektrisierendem Piano und der hypnotisierenden Trommel des Schamanen, werden die Zuhörer in eine Zeit voller Aufbegehren und Befreiung versetzt. Eine Gratwanderung zwischen Verzweiflung, Visionen und Mystik bringen uns Jim und Ray auf die Bühne.“ Die Reise beginnt mit dem Album „The Doors“ 1967 und endet mit dem letzten Album „L.A. Woman“ (1971).

Beginn am Nollendorfplatz 2 ist um 20 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Der Eintritt kostet 12 Euro.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Philharmoniker zeigten bei Rachmaninow ihr ganzes Können

Die 1. Symphonie von Sergej
Rachmaninow (Foto) stand im
Mittelpunkt des
6. Philharmonischen Konzertes.
Eine von den Dortmunder Philharmonikern wunderbar akzentuiert und transparent gespielte 1. Sinfonie von Sergej Rachmaninow war der unstrittige Höhepunkt des 6. Philharmonischen Konzerts.

Für GMD Gabriel Feltz, der das Konzert dirigierte, gibt es in der Geschichte der klassischen Musik drei Skandale: die Uraufführungen von Strawinskys „Sacre du Printemps“, von Wagners Tannhäuser – und eben von diesem Rachmaninow-Werk 1897 in St. Petersburg. Ein Kritiker schrieb anschließend: „Angenommen, es gäbe in der Hölle ein Konservatorium, und einer der dortigen Studenten würde beauftragt, eine Programmmusik in Form einer Sinfonie zu schreiben, deren literarisches Vorbild die ‚Sieben Plagen Ägyptens‘ sein sollten, und er würde dabei eine solche Sinfonie abliefern wie Herr Rachmaninow, dann hätte er seine Aufgabe in der Tat hervorragend gelöst und alle Bewohner der Hölle in geradezu köstlicher Weise erfreut.“ Das stürzte Rachmaninow in eine Schaffenskrise, obwohl eher das damalige Orchester die Schuld für das Desaster trug. Es hatte nicht genügend geprobt, und Dirigent Alexander Glasunow – kein Unbekannter in der Musikgeschichte – war gerüchteweise sogar betrunken.

Nun, in der Hölle wähnten sich die Besucher des Konzertes 119 Jahre später im fast voll besetzten Dortmunder Konzerthaus ganz gewiss nicht, wie der abschließende Riesen-Applaus bewies. Die Philharmoniker hatten es zuvor blendend verstanden, die ganze Komplexität und Vielseitigkeit dieses (bisher) weitgehend verkannten Werkes herauszuarbeiten. Es bietet im ersten Satz wild zerklüftete Musiklandschaften von ganz laut bis ganz leise, hat im zweiten Satz zeitweise Anklänge an Zigeunermusik, gönnt den Zuhörern im dritten Satz eine Verschnaufpause mit eher ruhigen Passagen, um dann im Finale in Lautstärke und Tempo noch einmal richtig anzuziehen.

Die Philharmoniker werden aus den Mitschnitten der Konzerte am Dienstag und Mittwoch eine CD produzieren, um ihren Rachmaninow-Zyklus, bestehend aus seinen drei Symphonien, zu vervollständigen. Die 2. Symphonie ist als CD im Oktober 2015 erschienen. Nummer drei folgt im nächsten Jahr.

Schöne Musik und gut aufgelegte Philharmoniker gab es beim 6. Philharmonischen Konzert aber auch schon vor dem Rachmaninow-Werk. Zu Anfangs mit „La Valse“ von Maurice Ravel, einem verkappten Walzer, der ursprünglich einmal als Hommage an den Walzer-König Johann Strauß gedacht war, dann jedoch im zweiten Teil ein wildes Eigenleben entfacht, das viel zu schnell zum Tanzen ist. Am Ende steigert es sich in ein derartiges Inferno, das man als Zuschauer den Eindruck hat – so drückte es Gabriel Feltz im Vorgespräch „Wir stimmen ein“ aus –, man könne dem Treiben jetzt nur noch ein Ende setzen, indem man den Stecker zieht. Stimmt genau. Gottseidank für die begeisterten Zuhörer im Konzerthaus hat so schnell niemand den Stecker gezogen.

Es folgte das populäre und anspruchsvolle 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saens mit der erst 30-jährigen Klavier-Solistin Beatrice Berrut, die ihren Job ausgezeichnet erledigte. Als Zugabe spielte sie ein kurzes Stück von Johann-Sebastian Bach. Insgesamt ein sehr gelungener Konzertabend.


Andreas Schröter

Salon Fink: "A Projection" kommt zum Nordmarkt

A Projection
Die Stockholmer Band "A Projection" spielt am Samstag (27.2.), 20.30 Uhr im Salon Fink am Nordmarkt.

Am 24. April 2015 erschien „Exit“, das Debütalbum von A Projection, einem sehr junges Quintett aus Stockholm mit unüberhörbaren Vorlieben für Post-Punk und New Wave. Gerade mal in ihren Zwanzigern, scheinen sie den gesamten Katalog von Factory Records aus dem EffEff zu kennen. Düster und doch aggressiv, treibend und tanzbar ist ihr Sound, wobei, typisch schwedisch möchte man meinen, viel Wert auf Hooklines und Refrains gelegt wird.

Aufgenommen wurde das Album in zwei verschiedenen Studios in Stockholm, dem Melodibyrån Studio sowie dem berühmten EMS Elektronmusikstudion (besonders für die Entwicklung der schwedischen Elektro-Musikszene nicht unbedeutend). Und welche Jahreszeit passt perfekt für die Aufnahme eines solchen Albums wie „Exit“? Na, der lange, dunkle, schwedische Winter natürlich. „Die Stimmung dieser Jahreszeit hat natürlich auch einen Einfluss auf die Stimmung des Albums“, erzählt Sänger Isak Eriksson. „Wir haben in den Monaten der Aufnahmen eigentlich so gut wie nie das Tageslicht gesehen. Aber eigentlich hat das niemanden aus der Band gestört, denn uns hat in der Zeit sowieso nichts anderes interessiert. Alles an Energie, egal ob positiv oder negativ, ist in das Album geflossen. Und der Vitamin-D-Mangel war für die Musik wahrscheinlich eher noch förderlich.“ Die zehn Songs auf ihrem Debütalbum zeigen, dass es ihnen gelungen ist, die Intensität und Wucht ihrer Liveperformances auch im Studio umzusetzen. Fans von Interpol, den Chameleons oder Joy Division/New Order werden an „Exit“ ihre Freude haben.

Dienstag, 23. Februar 2016

domicil: Drei Dortmunder Bands im Finale von Dortmund Calling

Das DOMICIL ist Austragungsort
 des großen Finales im Bandwettbewerb Dortmund Calling.

Bild: domicil
Am Samstag, 27. Februar, spielen insgesamt sechs Bands im DOMICIL um den Sieg bei Dortmund Calling, dem Bandwettbewerb von DEW21. Aus Dortmund gehen drei Gruppen ins Rennen.

"Final Countdown" heißt es im Moment für die Bands, die am kommenden Samstag, 27. Februar, im Finale beim DEW21 Bandwettbewerb Dortmund Calling im Domicil auftreten werden. Mit dabei sind auch drei Bands aus Dortmund: Angry White Elephant, Third Party People und Blindsoul.

Insgesamt sechs Bands haben es vor mehr als 300 begeisterten Musikfans in zwei Vorrunden in das Finale des Bandwettbewerbs geschafft:

G- Fehler
Major Leagues
Countercast
Blindsoul
Third Party People
Angry White Elephant

Am kommenden Samstag, 27. Februar, spielen sie ab 20 Uhr im DOMICIL (Hansastraße 7-11, 44137 Dortmund) um den Sieg bei Dortmund Calling. Dabei werden die Erst- und Zweitplatzierten mit tollen Preisen ausgezeichnet: Der 1. Platz erhält eine CD-Produktion und der 2. Platz eine Merchandise-Produktion im Wert von 1.000 Euro.

Durch den gesamten Final-Abend führt die Dortmunder Band Kings Tonic und sorgt gemeinsam mit der Gast-Band Fitches für ein abwechslungsreiches Programm auch zwischen den Auftritten der sechs Bands.
Wer sich von der musikalischen Bandbreite, die Bands aus Dortmund und Umgebung zu bieten haben, selbst überzeugen möchte, ist zum großen Finale von Dortmund Calling eingeladen. Der Eintritt an diesem Abend ist frei.

Schauspiel im Megastore: „Die Liebe in Zeiten der Glasfaser“ vor der Premiere

Szene aus "Die Liebe in Zeiten der Glasfaser"
Foto: Hupfeld
Die Liebe in Zeiten der Glasfaser: Im Megastore feiert Ed. Hauswirths Stück über Fernbeziehungen Premiere.

Europa, in einer nahen Zukunft: Die Studentin Antonia, genannt Toni (Julia Schubert) bricht auf, um ein Auslandssemester in Rom zu absolvieren. Ihr Professor Wolf-Adam (Uwe Schmieder) tritt zeitgleich eine Gastprofessur für Mediensoziologie im dänischen Aalborg an. Und Wolfs Frau, die Schauspielerin Helena (Friederike Tiefenbacher) reist ins polnische Breslau, um dort in einem internationalen Theaterprojekt mitzuspielen, dass sich "irgendwie mit Faschismus" auseinandersetzen wird. Nur Tomasz (Peer Oscar Musinowski), Tonis Freund, bleibt zuhause. Er steht kurz vor einem Karriereschritt als Logistiker bei Ikea, den er nicht gefährden möchte.

Ein Aufbruch in die Fremde von drei Menschen, der mit vielen Hoffnungen verbunden ist: Abenteuer, persönliche Entwicklung und endlich mal wieder Zeit für sich selbst. Die beiden Beziehungen freilich sollen nicht gefährdet werden, und deshalb wird schon am Tag der Ankunft fleißig geskyped. Die Sehnsüchte wechseln sich ab: Mehr Freiheit oder doch lieber zurück in die Geborgenheit? Wie sich einleben in der ungewohnten Umgebung, ohne den Partner? Die fehlende körperliche Nähe bewirkt auch einen Kontrollverlust, und es schleicht sich immer wieder Misstrauen ein: Tut der andere wirklich, was er sagt? Gibt es irgendeinen Grund, eifersüchtig zu sein? Warum hat Wolf-Adam ein Bild seiner Studentin Toni an der Wand? Und redet Helena nicht etwas zu enthusiastisch über ihren Theater-Regisseur in Polen? Und was geschieht wirklich auf den Partys in Rom, von denen Toni so schwärmt? Tomasz beginnt, unter unguten Phantasien zu leiden.

Und über allem liegt die Atmosphäre eines Europas, in dem merkwürdige Dinge geschehen. Was hat es mit dem Flugverbot auf sich? Warum sind die Grenzen dicht? Und warum gerät die Schauspielerin Helena plötzlich ins Visier rechtsradikaler polnischer Aktivisten?

"Die Liebe ins Zeiten der Glasfaser" ist eine Stückentwicklung für den Megastore, die danach fragt, wie in Zeiten des Internets Fernbeziehungen funktionieren. Sie fragt nach Nähe und Distanz, nach dem Fremden und unserer Angst davor. Und danach, wie das Politische in die privaten Beziehungen hineinragt.

Regie: Ed Hauswirth, Bühne: Michael Sieberock-Serafimowitsch, Kostüme: Mona Ulrich, Video-Art: mario Simon, Dramaturgie: Alexander Kerlin, Mit: Peer Oscar Musinowski, Uwe Schmieder, Julia Schubert, Friederike Tiefenbacher

Premiere: 25. Februar, um 19.30 Uhr im Megastore, zweite Vorstellung am 5. März

Montag, 22. Februar 2016

Stummfilmkonzert: City Lights von Charlie Chaplin

Szene aus "City Lights"
Eine tragisch-komische Liebesgeschichte von und mit Charlie Chaplin wird am 29.02.2016 live und in schwarz-weiss im Konzerthaus zu hören und zu sehen sein - City Lights (Lichter der Großstadt), die berührende Musik gespielt von den Dortmunder Philharmonikern.

Von Menschlichkeit und Mitgefühl handelt Charlie Chaplins Meisterwerk „City Lights“ von 1931 und ist damit nicht nur ein Film voller Witz und Klamauk, sondern auch eine berührende Liebesgeschichte

GMD Gabriel Feltz, ein großer Stummfilm-Freund, dirigiert hierbei sein Dortmunder Orchester. Und das ist durchaus eine knifflige Aufgabe. Ein Dirigent, der die Live-Musik zu einem Stummfilm führt, muss ein ungeheures Gespür für die verschiedenen Tempi der Musik haben. In seiner Partitur ist immer wieder vermerkt, was auf der Leinwand passiert. Dazu muss er gleichzeitig das Geschehen auf der Leinwand und das Geschehen in der Partitur im Blick haben, sowie sein Orchester mit allen Einsätzen durch die Musik leiten. „Darauf bereite ich mich sehr genau vor“, verrät GMD Feltz. „Beim Live-Konzert kenne ich den Film bis ins kleinste Detail. Ich habe ihn dann schon unzählige Male gesehen.“

Es sind nur noch Restkarten erhältlich.
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Termin: 29.02.2016, 19.00 Uhr, Konzerthaus
18.15 Uhr Einführung mit Ulrich Wünschel von der
Europäischen Filmphilharmonie

REST - Karten unter 0231-50 27222 oder philharmoniker.theaterdo.de

Erotic meets Art: Plastiken von Stefanie Becker im "mon plaisir"

Der Garten der Figuren aus Hörde hat ein Stelldichein im „mon plaisir“, dem Erotikgeschäft für Frauen und Verehrer in Hörde. Die Figuren von Künstlerin Stefanie Becker sind für vier Wochen mal in einer ganz neuen Umgebung zu betrachten. Die Plastiken, die Gefühle, Stimmungen, Gedanken und Momente, die kommen und gehen, einfangen, werden hier in eine neue Nähe mit der Natur des Menschen gebracht.

Die vereinfachten und abstrahierten Figuren durch geometrische Formen mit architektonischem Charakter machen das Jetzt sichtbar und bringen es zur Anschauung – es wird sinnlich erfassbar. Die Vernissage findet am 26. Februar um 19 Uhr an der Aldinghofer Str. 2-4 statt.

Sonntag, 21. Februar 2016

Designer präsentieren sich im Depot

Design Gipfel in Dortmund
Bild: Design Gipfel
Abseits von Mainstream und Massenware präsentieren am 27. und 28. Februar 50 Designer aus ganz Deutschland im Dortmunder Depot ihre Produkte auf dem Großmarkt für Design und Handgemachtes.

Rund 50 Designer aus Deutschland zeigen am 27. und 28. Februar im Depot wieder individuelle und innovative Produkte für Liebhaber von Kinkerlitzchen genau wie für Freunde wertvoller Design-Neuheiten. Auf die Besucher warten Beleuchtung und Wohnaccessoires ebenso wie Papier- und Textilkunst, Selbstgekochtes und Selbstgenähtes.

Neben den vielfältigen Ausstellern gibt es ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Dafür, dass der Tag unvergesslich bleibt, sorgt der Live Act Linda "Quinda" Krause durch ihre Live-Zeichnungen, die poetisch und zugleich realistisch das Geschehen tagebuchartig dokumentieren und jeden Zuschauer Teil und Zeuge eines Kunstwerkes werden lassen.

Jan-Philip Alam, der neben klassischer Musikausbildung eine Vorliebe für die großen Poeten hat präsentiert auf dem Gipfel musikalische Projekte wie Twinterpretation, Duo Alamode und seine gesellschaftskritischen Songs präsentiert. Abwechslung bietet auch DJart-IST. Im Café-Bereich verschiedene Snacks und Getränke angeboten.

Am Samstag und Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr lädt der Design Gipfel zum Staunen und Shoppen ein. Der Eintritt beträgt 3 Euro, Kinder unter 14 Jahren haben freien Eintritt.

sweetSixteen-Kino: Podiumsdiskussion zum Film SEXarbeiterin

Am Montag, 7. März, um 19 Uhr werden Lena Morgenroth (Protagonistin) und Sobo Swobodnik /Regisseur) die Doku SEXarbeiterin im sweetSixteen-Kino präsentieren. Im Anschluss an den Film gibt’s eine Podiumsdiskussion mit Heike Tasillo (Ordnungsamt Dortmund), Dirk Becker (EKHK,PP), Andrea Hitzke (Mitternachtsmission), Gisela Zohren (ehemalige Mitarbeiterin Mitternachtsmission), Moderation Bastian Pütter (Bodo e.V.) in Zusammenarbeit mit Dormunder Mitternachtsmission e.V.

Prostitution, Sexarbeit, horizontales Gewerbe sind wie keine andere Berufsbranche von Klischees, Stereotypen und Ressentiments geprägt. In den Medien, vor allem des Boulevards, spielen im Diskurs um Sexarbeit in der Regel ausschließlich Zwangsprostituierte, drogenabhängige oder missbrauchte Sexarbeiterinnen eine Rolle. Dabei werden Sexarbeiterinnen nahezu immer als Opfer dargestellt. Dass es darüber hinaus auch andere Sexarbeiterinnen gibt, die freiwillig und selbständig der Sexarbeit nachgehen, zeigt der Film Sexarbeiterin von Sobo Swobodnik. Der Film begleitet die studierte Informatikerin und Berliner Sexarbeiterin Lena Morgenroth (sensexual.de) über mehrere Monate hinweg durch ihr Leben, bei ihrer Arbeit und im „ganz normalen“ Alltag. Dabei entstand ein vielseitiges menschliches Porträt einer Sexarbeiterin, im Kontext von Familie, Freunden und Partnerschaft, als Teil der erstarkenden politischen Bewegung der selbstbestimmten Sexarbeiter_innen und bei ihrer tatsächlichen Sexarbeit.

Trailer und Infos: http://sweetsixteen-kino.de/filme/sexarbeiterin-filmgaeste/

Samstag, 20. Februar 2016

Das Theater im Depot feiert 100 Jahre DADA

In diesem Februar wird Dada 100 Jahre alt! Damals, 1916 gründete ein gewisser Herr Ball mit seiner Freundin Emmy in der Züricher Spiegelgasse das Cabaret Voltaire: man sang komische Lieder, spielte Zwölftonmusik auf dem Klavier, tanzte erotische Tänze und las mehrere Gedichte gleichzeitig vor. Von seinen Freunden zärtlich "Dada" genannt, war der Dadaismus ein multimediales Anarcho-Kunst-Simultan-Improvisieren als frivoler Protest gegen Krieg, Kapitalismus und alles Heilige. Wir feiern 100 Jahre Dada mit der Künstlergruppe Konkret zu Abstrakt: in deren Dada-Laboratorien züchten Dichter, Tänzer- und Musikerinnen mit Videos, Masken und 1a Un-Sinn Anti-Viren zum Blöd- und Irr-Sinn unserer Zeit.

Vorstellung:

SO 21.02.2016 um 18 Uhr

Eintritt: 10 € / 5 € erm.

Ort: Theater im Depot

Ensemble: Konkret zu Abstrakt

KJT: "Wilhelm Tell" vor der Premiere

Szene aus "Wilhelm Tell". Foto Hupfeld
Schwyz, Uri und Unterwalden leiden unter der Härte und Willkür der habsburgischen Besatzungsmacht. Der Schwyzer Baumgarten wird von kaiserlichen Reitern verfolgt, weil er den Burgvogt, der seine Frau vergewaltigen wollte, getötet hat. Er bittet den Fischer Ruodi, ihn mit dem Boot über den Vierwaldstätter See zu bringen, der lehnt jedoch ab. Tell erscheint und hilft. Er rudert Baumgarten über den See, die Hütten der Seeanwohner werden von den Verfolgern in Brand gesetzt. Die Bevölkerung ist empört über das brutale Vorgehen der Besatzer. Wilhelm Tell rät jedoch zu Geduld. Auch er erhofft sich ein Leben in Freiheit, verweigert aber die Mitarbeit bei den Planungen für einen Aufstand. Folglich findet der Rütlischwur ohne ihn statt.

Schließlich wird auch Tell in das politische Geschehen involviert. Er weigert sich, dem Hut des Reichsvogtes Gessler die Ehre zu erweisen und wird verhaftet. Tell muss mit einem Armbrustschuss den Apfel auf dem Kopf des eigenen Sohnes treffen, um sich und den Sohn zu retten. Es gelingt ihm, doch gesteht er, dass er mit dem zweiten Pfeil auf Gessler geschossen hätte, wenn seinem Sohn etwas zugestoßen wäre. So bleibt er – entgegen dem Versprechen des Vogtes – in Haft und kann erst bei einer Fahrt über den See entkommen. Nun beschließt er, Gessler zu töten und damit dessen Treiben ein Ende zu bereiten…

Premiere: 26. Februar, 19 Uhr im KJT Dortmund in der Sckellstraße

Freitag, 19. Februar 2016

"Rosie's Revenge" bringt Abwechslung ins Hansa-Theater

Szene aus "Rosie's Revenge"
Nach der Premiere im März 2015 in der Wittener Werkstadt (Dortmunder Kulturblog berichtete) hat „Rosie’s Revenge“ am Mittwoch und Donnerstag einen Abstecher ins Hansa-Theater in Hörde gemacht.

„Rosie‘s Revenge“ – das ist einerseits der Name eines Künstlerkollektivs, bestehend aus der Wittener Schauspielerin Britta Lennardt, der Dortmunder Künstlerin Katja Struck und dem Regisseur Arnd Dörfling, und andererseits der Name ihrer spacigen, abgedrehten, schrägen, vielseitigen, aufwändigen und lustigen One-Woman-Produktion.

Kurz zum Inhalt: Rosie (Britta Lennardt) kommt aus den Tiefen des Alls auf die Erde und stellt große Verderbtheit fest. Mit Hilfe eines vergifteten Puddings will sie die Menschheit ausrotten. Am Ende besinnt sie sich und rettet die Erde durch Liebe.

Doch diese Handlung ist gar nicht so wichtig. „Rosie‘s Revenge“ ist letztlich eine Abfolge von Szenen, in denen Britta Lennardt ihre Vielseitigkeit beweisen kann: Sie singt, tanzt, schauspielert, improvisiert, versprüht Charme, unterhält sich mit sich selbst auf einem Bildschirm und hat insgesamt eine enorme Bühnenpräsenz.

Beachtenswert ist der Aufwand, den die drei Künstler betreiben. Die Bühne ist liebevoll dekoriert, es gibt Videoeinspieler, es dampft und brodelt an allen Ecken, und überall stehen giftig leuchtende kleine Puddings herum. Ein optischer Spaß und Hochgenuss. Beachtenswert ist ein Wunderkühlschrank (auf der Rückseite bedient von Katja Struck), aus dem immer neue Wunderwerke auf die Bühne gereicht werden. Das Gerät vermag es sogar, Rosie eine Perücke zu verpassen, indem diese einfach nur den Kopf hineinsteckt.

Bei der Vorstellung am Donnerstag war nicht nur Britta Lennardt in Hochform, sondern auch das Publikum. Es sang nicht nur stellenweise begeistert alte Gassenhauer mit, sondern gefiel sich auch in Zwischenrufen, was Britta Lennardt gekonnt aufnahm.

Dass nicht alles klappte, machte nichts. Im Gegenteil: Kleine Pannen machen eine solche Off-Produktion gerade besonders liebenswert. Außerdem ging Britta Lennhardt auch damit gekonnt um.

Es ist schön, dass es Menschen wie diese drei Theater-Liebhaber gibt, die ihre Freizeit opfern, um ein solches Stück auf die Beine zu stellen, ohne erwarten zu können, damit groß Geld zu verdienen oder berühmt zu werden. Sie bereichern einfach nur die Dortmunder Kulturszene.

Rosie‘s Revenge sucht nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten. Kontakt: info@rosies-revenge.com


Andreas Schröter

Tierische Ansichten im Kunstbonbon: Frösche sind auch nur Menschen

Auf eine neue Ausstellung weist das Kunstbonbon an der Chemnitzer Straße 11 hin: Wenn Helmut Kottkamp aus Mülheim sich auf der einen Seite – inspiriert durch die Sendereihe „Eine Zukunft ohne Menschen“ - bildlich vorstellt, wie die Zukunft der Tiere aussieht, dann „ersetzt“ er auf der anderen Seite Menschen einfach durch Frösche. Und erschafft so herrlich bissige Situationen: da ist der „Große Vorsitzende“ - sehr aufgeblasen und selbstsicher. Der „Blender“ becirct seine Umwelt (insbesondere wahrscheinlich die weibliche), aber die Blume, die er präsentiert, ist irgendwo aus dem Beet geklaut. Der „Metaller“ zeigt die genretypische „Pommesgabel“ und „Nofretete“ ist eine klassische - aber grüne – Schönheit...In diesem Teil seiner Arbeiten setzt sich Helmut Kottkamp mit bereits Geschehenem oder Bestehendem auseinander. Die Fiktion bestimmt den anderen Teil der ausgestellten Werke: wie sähe es aus, wenn wir Menschen weg wären? Wenn Tiere unsere – nach und nach zerfallenden – Lebensräume übernähmen? Und dann sehen wir noch Phantasiewesen: aus der Tiefsee? Von einem fernen Stern?

Vielleicht gibt es darauf Antworten bei der Vernissage, denn Helmut Kottkamp wird einleitende (und auch erklärende?) Worte sprechen.

Der Künstler begann 1968 mit surrealer Malerei, im Laufe der Jahre kamen mehrere Collagetechniken hinzu, sowie Installationen und Skulpturen. Er ist seit 2004 Mitglied im BBK Westfalen, seit 2014 auch des Ruhrländischen- und des Herner Künstlerbundes und ist in diversen Arbeitsgemeinschaften bildender Künstler vernetzt. Helmut Kottkamp hatte seit 2005 so viele Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen, dass eine Aufzählung hier den Rahmen sprengen würde.

Die Vernissage beginnt am 20.02.2016 um 15 Uhr im „Kunstbonbon“. Von der Bewirtung der Gäste mit Froschschenkeln wurde aus mannigfaltigen Gründen abgesehen. Stattdessen gibt es – wie immer - „Budentypisches“ zum Naschen.

Die Ausstellung dauert bis zum 22.03.2016 und kann dienstags (13 – 18 Uhr), freitags (15 – 20 Uhr) und samstags (12 – 15 Uhr) besucht werden.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Schauspiel: "Rambo plusminus Zement" ist ein technischer Spaß mit inhaltlichen Schwächen

Szene aus "Rambo plusminus Zement"
Foto: Hupfeld
Wer „Minority Report“ im vorigen Jahr gemocht hat, der wird auch an dem neuesten „Live-Film“ im Schauspielstudio viel Spaß haben: „Rambo plusminus Zement“ – wieder unter der Regie von Klaus Gehre. Die wegen technischer Probleme im Schauspielhaus Anfang Februar abgesagte Premiere wurde am Mittwoch nachgeholt.

Es macht Spaß, die Schauspieler dabei zu beobachten, wie sie mit Kameras und winzigen Hubschrauber-Modellen oder Spielzeugautos spannende Szenen auf die Leinwand zaubern, die so aussehen, als seien sie viel aufwändiger produziert worden. Oder wenn sich Sebastian Kuschmann alias Rambo vor einer kleinen Attrappe aus Steinen räkelt, und auf der Leinwand sieht es so aus, kämpfe er in einer verschneiten Berglandschaft über einem Abgrund hängend ums Überleben. Verblüffend auch, wie einfach man den Zuschauer glauben machen kann, ein (großes) Motorrad rase über eine sandige Piste.

Dennoch ist diese Produktion nicht ganz so mitreißend wie „Minority Report“. Das hat weniger mit der Technik, als vielmehr mit dem Inhalt zu tun. „Minority Report“ war ein kurzweiliger und spannender Science-Fiction-Action-Thriller, das neue Stück ist inhaltsschwerer und hat einige Längen: Gehre hat den Inhalt der Rambo-Filme mit Sylvester Stallone mit einem Theaterstück von Heiner Müller namens „Zement“ zusammengerührt. Ob das funktioniert, sei dahingestellt. Der Zusammenhang zwischen einem Blockbuster-Unterhaltungsfilm in den 70er-Jahren und einem hochtrabenden Heiner-Müller-Text über die Zeit Anfang der 20er-Jahre in Sowjetrussland wirkt doch etwas bemüht, auch wenn es in beiden Fällen um die ernüchternden Erlebnisse zweier Kriegsheimkehrer geht. Es erfordert stellenweise viel Konzentration, dem Inhalt zu folgen.

Mit von der Partie sind als Schauspieler Caroline Hanke, Marlena Keil, Ekkehard Freye, Andreas Beck und Sebastian Kuschmann. Jan Voges ist für die Video-Technik zuständig, Joscha Richard ist Video-Operator, Anne-Kathrin Schulz Dramaturgin und Mai Gogishvilli ist für Bühne und Kostüme zuständig.

Andreas Schröter


"Robot & Frank" im Kino im U

Im Rahmen der Ausstellung „(Artificial Intelligence) Digitale Demenz“ zeigt der HMKV (Hartware MedienKunstVerein) in Kooperation mit dem RWE Forum / Kino im U ein spannendes Filmprogramm.

Am Donnerstag, 18. Februar und Freitag, 19. Februar um 20 Uhr wird „Robot & Frank“ in der Originalversion mit deutschen Untertiteln ausgestrahlt. Der pensionierte und an Demenz leidende Meisterdieb Frank (Frank Langella) erhält von seinem Sohn einen humanoiden Pflegeroboter, der ihn in seinem Alltag unterstützen soll. Frank bemerkt bald, dass der elektronische Helfer mehr kann als Essenszubereitung und Gartenarbeit und so bindet er ihn in seine Raubzüge ein. Die Tragikomödie konfrontiert einen Zukunftsverweigerer mit einem intelligenten Roboter und zeigt eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Maschine.

Noch bis zum 24. Februar kann die Öffentlichkeit darüber abstimmen, welche Projekte im Rahmen der bundesweiten Google Impact Challenge gefördert werden. Das Projekt „Doppelter Raum – Aktionen und Begegnungen mit Geflüchteten“ des HMKV möchte Geflüchteten in Dortmund Begegnungsmöglichkeiten und einen Raum für kreatives Arbeiten geben. Im Anschluss an verschiedene Workshops gibt es die Möglichkeit, die entstandenen Arbeiten sowohl lokal als auch digital auszustellen. Jetzt abstimmen unter https://goo.gl/ZKvv4s!

Mittwoch, 17. Februar 2016

Berlinale zeigt Film von Dortmunder FH-Absolventin

Für ihr Filmprojekt 'Valentina' reiste
 Filmemacherin Luise Schröder
 für insgesamt vier Monate nach Skopje,
 wo sie in den Alltag der Menschen
 am Stadtrand eintauchte. 

Bild: Filmstill aus "Valentina"
Der Abschlussfilm "Valentina" von FH-Absolventin Luise Schröder hat es ins Programm der Berlinale geschafft. Dort feiert er am 18. und 19. Februar Premiere in der Sektion "Perspektive Deutsches Kino".

Im Mittelpunkt des Films steht die zehnjährige Valentina, die im Roma-Viertel Shutka in der mazedonischen Hauptstadt Skopje aufwächst.

Valentina ist gleichermaßen Protagonistin und begnadete Erzählerin in dem 51-minütigen Schwarz-Weiß-Dokumentarfilm. "Soll ich euch eine Geschichte erzählen?", fragt sie und lädt die Zuschauer zu ihrer Großfamilie ein, die im Armenviertel eine baufällige Ein-Zimmer-Hütte bewohnt und über die sie mit viel Witz und Liebe erzählt. Alltagsbeobachtungen mischen sich mit persönlicher Erzählung, Träume mit wahren Begebenheiten und schmerzhaften Erinnerungen: ein intensives, filmisches Porträt der Familie Demaili. Am Ende wird klar, dass alles Geschichtenerzählen nur eine Übung für Valentinas großen Traum ist.
Luise Schröder studierte an Fachhochschule Dortmund

Für das Filmprojekt reiste Luise Schröder für insgesamt vier Monate nach Skopje, wo sie in den Alltag der Menschen am Stadtrand eintauchte. Das Drehbuch entwickelte die Absolventin des Studiengangs "Film/Fernsehen, Studienrichtung Kamera" der Fachhochschule Dortmund zusammen mit Maximilian Feldmann (Regie), der an der Filmakademie Baden-Württemberg Dokumentarfilmregie studierte. Für den gemeinsamen Diplomfilm drehten sie insgesamt sieben Wochen in Mazedonien.
Für ihren Abschlussfilm am Fachbereich Design der Fachhochschule Dortmund bekam Luise Schröder im Juni 2014 die Bestnote 1,0 (Prof. Sandra Hacker und Harald Opel). Begleitet von Dozent Rainer Komers, der sich als dramaturgischer Berater an der Produktion beteiligte, und Oscar Stiebitz, ehemaliger Sounddesign-Student der FH Dortmund, erfolgte die endgültige Fertigstellung des Films Anfang 2016.

Luise Schröder arbeitet seit ihrem Abschluss als freie Kamerafrau für nationale und internationale Dokumentarfilm-Produktionen und lebt in Berlin. Zusammen mit Maximilian Feldmann plant sie aktuell ein Patenprogramm für den Schulbesuch der Kinder der Familie Demaili, Renovierungsarbeiten am Haus und juristische Hilfe für die Bewilligung des Sozialhilfeantrags.

Matinee zu NEXT TO NORMAL im Opernfoyer

v.l.: Eve Rades (Natalie), Maya Hakvoort (Diana),
 Johannes Huth (Gabe), Rob Fowler (Dan) 
© Thomas M. Jauk / Stage Picture GmbH
Am Sonntag, 21. Februar 2016, 11.15 Uhr, führen Regisseur Stefan Huber  Musikalische Leiter Kai Tietje in das New Yorker Erfolgsmusical NEXT TO NORMAL ein. Die Musicaldarsteller Maya Haakvort, Rob Fowler, Johannes Huth, Eve Rades, Dustin Snailes und Jörg Neubauer werden Songs aus dem Musical präsentieren: Moderiert wird die Matinee von Wiebke Hetmanek, Dramaturgin an der Oper Dortmund.

Die Goodmans sind eine scheinbar typisch amerikanische Familie: Vater, Mutter, zwei Kinder, gut situiert und mit Häuschen im Vorstadt-Idyll. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich, dass diese Familie keineswegs normal ist, dass sie sich vielmehr verzweifelt um Normalität bemüht und dabei droht, auseinanderzubrechen. Denn Mutter Diana ist psychisch krank. Sie leidet unter einer bipolaren Störung – und ihre Familie mit ihr.

Es war das erklärte Ziel der beiden Autoren Brian Yorkey und Tom Kitt, dass das Publikum nicht nur zuschauen, sondern auch mitfühlen sollte, was ihnen mit ihrem irrwitzigen Libretto, das Tom Kitt nahezu vollständig durchkomponiert hat, auch gelang. Verschiedene Musikstile sorgen dafür, dass man trotz der Ernsthaftigkeit des Stoffes immer wieder befreit lachen darf und sogar muss. Die emotionale Kraft von Handlung und Musik begründet den immensen Erfolg des Musicals.

Als „Next to normal“ 2008 am New Yorker Broadway uraufgeführt wurde, war der Erfolg sensationell. Nie zuvor wurde das sensible Thema der psychischen Erkrankungen in einem Musical so realistisch, einfühlsam und intensiv gezeigt.

Premiere von NEXT TO NORMAL ist am 5. März um 19.30 Uhr im Opernhaus.

Karten für die Veranstaltung (7,35 Euro / erm. 4,15 Euro) an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de

Dienstag, 16. Februar 2016

Fünfte Auflage der Petra-Meurer-Theatertage im Theater im Depot

Das Institut für deutsche Sprache und Literatur und die Fakultät Kulturwissenschaften der TU Dortmund präsentieren gemeinsam mit DEW21 Kultur und dem Theater im Depot die Petra-Meurer-Theatertage 2016.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge freuen sich die Partner auf das kleine Jubiläum der Theatertage. Bereits zum fünften Mal werden innovative und freie Theaterprojekte, junge Ensembles und kreative Performance-Gruppen aus dem gesamten Ruhrgebiet in der Nordstadt präsentiert.

Das bedeutet allerdings auch, das sich bald zum fünften Mal der Tag jährt, an dem Dr. Petra Meurer völlig unerwartet starb. In Erinnerung an ihr persönliches Engagement im Bereich der Theaterwissenschaft und speziell im Bereich der freien Kulturszene der Stadt Dortmund wurde dieses Projekt ins Leben gerufen.

Bereits zum fünften Mal werden die Preise vergeben, die insgesamt mit 2.900 Euro dotiert sind. Der Preis richtet sich an innovative TheatermacherInnen und LiteraturaktivistInnen.

Präsentation der PreisträgerInnen am Samstag im Theater im Depot


Eine Jury bestehend aus Studierenden, TheatermacherInnen, Kulturschaffenden sowie Lehrenden der TU Dortmund hat wieder das Beste aus dem breiten Bewerberfeld herausgesucht.

Die PreisträgerInnen werden am Samstag, den 20. Februar 2016, ab 20 Uhr im Theater im Depot, Immermannstraße 29, in der Dortmunder Nordstadt präsentiert.

Seit 2012 ist diese Preisverleihung eingebettet in ein kleines Theater- und Performance-Festival. An zwei Tagen wird im Theater im Depot in Dortmund die Vielfältigkeit dessen, was die freie Szene im Ruhrgebiet zu bieten hat, präsentiert. Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei.

In diesem Jahr steht das kleine Festival unter dem Motto #FUSIONEN. Jene energetischen Zusammenschlüsse, die dieses Projekt erst möglich gemacht haben und auch die Fusionen, die durch uns erst möglich gemacht werden.

„Klassik meets Slam“: „Mercator“-Ensemble und Poetry-Slammer

Am Freitag, 19. Februar 2016, werden ebensolche Möglichkeitsräume geschaffen. Beim großen Performance Abend „Klassik meets Slam“ trifft moderne Bühnenliteratur auf klassische Musik.

In einem neuen, spannenden Rahmen präsentieren die Veranstalter das „Mercator-Ensemble“ im Zusammenspiel mit zwei besonderen Poetry-Slammern.

„Bertram und die Feinstrumpfhosenfabrik“ des Dortmunder Ensembles „Komplott Legal“ ist zu sehen.

Diese sind die Finalistinnen der deutschsprachigen Meisterschaft 2011, Svenja Gräfen und Theresa Hahl, sowie der Finalist der NRW Meisterschaft 2015 Björn Gögge.

Eine weitere Neuerung in diesem Jahr war ein Theaterpädagogisches Projekt an der TU Dortmund – durchgeführt von der Bochumer Theatermacherin Clara Nielebock.

Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit – HAMLET.3 – wird im Rahmen einer exklusiv für die Petra-Meurer-Theatertage produzierten Performance zu sehen sein.

Ebenfalls freuen sich die Veranstalter über die Lecture-Performance „Bertram und die Feinstrumpfhosenfabrik“ des Dortmunder Ensembles „Komplott Legal“.

Tickets für den Performance Abend kosten sieben Euro. Der Eintritt zur Preisverleihung ist frei.
Der VVK läuft über das Theater im Depot. Weitere Informationen unter: www.petrameurerpreis.net.

Fletch Bizzel im März: "Die Nervensäge" hat Premiere

Szene aus "Die Nervensäge" mit
Hans-Peter Krüger
Hier kommt das März-Programm im Theater Fletch Bizzel an der Humboldtstraße 45:
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Mi. 02. März. 20:00 Uhr € 17,- / 8,- (erm.)
Emscherblut: Mittwoch-Special-Improshow
SchauspielerInnen und ein Musiker stellen sich dem Unvorhersehbaren und spielen nach Ihren Vorschlägen. Spontane Geschichten, spannende Charaktere und überraschende Ereignisse – ein Feuerwerk an Stories, Sketchen und Songs.
Nehmen Sie Einfluss auf das Geschehen und genießen Sie ungebremste Spielfreude und Situationskomik.
Kurz: Geben Sie uns Ihr Wort – wir machen Ihnen eine Szene!
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Fr. 04. + Sa. 05. März. 20:00 Uhr € 17.- / 8.- (erm.)
Ensemble Fletch Bizzel "Gatte gegrillt“ Eine schwarze Komödie mit viel englischem Humor von Debbie Isitt.
Regie: Jens Wachholz, Kostüme: Rada Radojcic, Mit Bettina Stöbe, Bianka Lammert und Hans-Peter Krüger
Bei Kenneth, einem in die Jahre gekommenen Macho, bricht der zweite Frühling aus; nach langjähriger Ehe nimmt er sich eine hübsche, junge Frau. Grund genug für die Verlassene, ihre Kochkünste endlich sinnvoll anzuwenden: Sie lädt die beiden ein und tischt eine wahre Überraschung auf! In skurrilen, comicartigen Bildern entlädt sich nicht nur die Frustration einer kaputten Ehe sondern auch die Unmöglichkeit eines Neuanfangs ohne loslassen zu können. Wer alles will, bekommt am Ende nichts.
"auf solche Weise inszeniert wird das Stück zu einem genial-surrealen Theaterspaß. [...] Die drei tollen Mimen spielen in einer gezeichneten Welt [...] und bringen mit Spiel und Sprache eine Comic-Ästhetik auf die Bühne...“ (RN)
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So. 06. März. 18:00 Uhr € 19,- / 13,- (erm.)
René Steinberg "Gebt dem Unsinn das Kommando!“
Rene Steinberg ist sehr vielen Menschen rein ?stimmlich“ bekannt. Denn er macht seit über 15 Jahren, Satire, Glossen und Comedy im Radio – unter anderem ?die von der Leyens“ bzw. den Tatort mit Til, Herbert und Udo, bei WDR 2 oder die ?Beklopptheiten der Woche bei WDR 5.
Zehntausende Besucher sahen ihn bei der WDR-Bühnenshow ?Lachen Live“, mit der er mehr als 5 Jahre in ganz NRW unterwegs war. Mit seinem ersten Soloprogramm gewann er ab 2012 aus dem Stand mehrere Kleinkunstpreise und war unter anderem nominiert beim Kleinkunstfestival der Wühlmäuse in Berlin.
Nun legt er nach und zeigt mit seinem zweiten Solo ?Gebt dem Unsinn das Kommando!“, dass er seinen ganz eigenen Stil nachhaltig ausgebaut hat: schnell, fröhlich, puppenlustig und mit einem Witz versehen, der sich erst auf dem zweiten Blick auch mal als beißender Spott entlarvt.
"Mehr als zwei Stunden wie im Fluge vorbei. Voller Humor, von guter Intelligenz, hervorragendem Spiel und toller Bühnenpräsenz gezeichnet" (Rheinische Post)
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Fr. 11. März. 20:00 Uhr € 19,- / 13,- (erm.)
Hennes Bender "KLEIN/LAUT“
Hennes Bender ist weder übertrieben groß noch sonderlich leise. Deswegen trägt seine neueste Show auch den treffenden Titel "KLEIN/LAUT"! Damit jeder weiss: Da vorne steht nicht etwa ein hochgewachsener, stiller Mann sondern der Comedyhobbit der deutschen Bühnen, stets auf 180 und immer kurz vorm Explodieren. Bender braucht keine Pyroshow - er ist selber eine. Wie üblich holt Bender nicht lange aus, sondern beisst sich direkt und ohne Umwege im Wahnsinn der Realität und ihrer Nebenwirkungen fest! Er ist klein. Und laut. Ein kurzer Kracher, der lange nachhallt - oder wie sein Kollege Jochen Malmsheimer ihn nennt: "Das Cornichon des deutschen Kabaretts"!
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Sa. 12. März. 20:00 Uhr € 17,- / 8,- (erm.)
Tobi Katze "Morgen ist leider auch noch ein Tag - Irgendwie hatte ich von meiner Depression mehr erwartet“
Live-Literatur mit Risiken und Nebenwirkungen! In schlechten Phasen starrt er stundenlang die Raufasertapete an («irre Action für die Augen»), diskutiert ausgiebig mit sich selbst die Sinnlosigkeit des Aufräumens und lässt sich von einem klingelnden Telefon Schuldgefühle einreden. In sehr schlechten Phasen ist sogar das zu anstrengend. "Sie haben eine Depression", sagt sein Therapeut. "Wenn sie damit meinen, dass meine Hirnchemie laut Arschloch schreit, gebe ich ihnen Recht", sagt er.
Unterhaltsam und selbstironisch erzählt Tobi Katze Geschichten über das Leben mit der psychischen Störung, die er mit 4 Millionen Menschen in Deutschland teilt. Ein Programm auch für Menschen ohne Depression – und für die, die einfach mal befreit über ihre Krankheit lachen wollen.
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So. 13. März. 18:00 Uhr € 19.- / 13.- (erm.)
Sascha Korf "Wer zuerst lacht, lacht am längsten“
Korf ist fertig – total schlagfertig! Eine Fähigkeit, die der Großmeister der Spontanität par excellence beherrscht. Sein ausgeprägtes Temperament gereicht dem Halbspanier natürlich zum Vorteil. Die Kernaussage in Saschas Programm ?Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam“ ist jedoch, dass Spontanität erlernbar ist. Wir müssen uns nur darauf einlassen. Hierzu lohnt ein Besuch im Programm des mehrfach preisgekrönten Künstlers, denn er ist ein Meister darin, das Improvisations-Gen auf lustige Art und Weise aus seinem Publikum herauszukitzeln. Und ins ist klar: an diesem Abend wird keiner still sitzen bleiben, denn Sie werden sich vor Lachen den Bauch halten müssen!
»Der Mann ist eben ein geborener Comedian. Einer, der einfach rausgeht, loslegt und abräumt. «
Bonner General Anzeiger
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Do. 17. - Sa. 19. März. 20:00 Uhr € 17.- / 8.- (erm.)
Ensemble Fletch Bizzel "Die Nervensäge“ von Francis Veber, Regie: René Linke Premiere
Mit: Murat Kayi, Hans-Peter Krüger, Angelo Micaela, Sandra Schmitz und Betty Stöbe
Ralph, ein Profi-Killer, soll im Auftrag der Mafia einen unbequemen Kronzeugen umnieten.
Vis-a-vis vom Gericht checkt er in ein Hotel ein. Von dort will er den Verräter mit einem prä-zisen Schuss erledigen. Das Nebenzimmer aber hat ausgerechnet der spleenige Pignon gemie-tet. Seine Frau hat ihn verlassen und er will sich umbringen. Der Versuch sich in der Dusche zu erhängen geht gründlich schief und alarmiert den Killer nebenan. Ralph will natürlich jede Unruhe vermeiden, ein Selbstmörder würde seinen schönen Plan zerstören. Widerwillig spielt er den Therapeuten und versucht Pignon zu beruhigen. Der Irrsinn nimmt seinen Lauf ...
?Die Nervensäge“ ist eine rasante Komödie, sie wurde unter dem Titel ?Buddy,Buddy“ mit Walther Matthau und Jack Lemmon verfilmt. Das turbulente Drama lebt vom urkomischen Verwirrspiel der beiden Protagonisten, sie verwickeln nicht nur sich selbst, sondern auch das Hotelpersonal, die Ehefrau, einen Arzt und die Polizei in ein quirliges Slapstickspektakel, an dessen Ende die Nerven blank liegen und die Lachmuskeln einen Kater haben.

Montag, 15. Februar 2016

Landsleute in Ost und West: Fotografien von Rudi Meisel im Studio des MKK

Bild von Rudi Meisel
Bis zum Fall der Mauer war der westdeutsche Fotograf Rudi Meisel im Auftrag des ZEITmagazins regelmäßig unterwegs in Ost und West, um das alltägliche Leben der „kleinen Leute“ zu fotografieren. Trotz unterschiedlicher Systeme und Ideologien, trotz Mauer und Stacheldraht: In ihrer Kleinbürgerlichkeit, Uniformität, Architektur und ihrem Habitus ähneln sich BRD und DDR ungemein, wie seine Bilder beweisen. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) zeigt die Foto-Ausstellung „Rudi Meisel. Landsleute 1977-1987. Two Germanys“ vom 20. Februar bis 8. Mai 2016 im Studio.

Die Ausstellung wurde 2015 für C/O Berlin von Felix Hoffmann kuratiert. Sie zeigt zum Teil nie ausgestellte Fotografien von Rudi Meisel. Zur Ausstellung erschien eine Publikation im Kehrer Verlag Heidelberg.

Rudi Meisel (Jahrgang 1949) studierte Fotografie bei Otto Steinert an der Folkwangschule Essen und gründete 1975 zusammen mit André Gelpke und Gerd Ludwig die Fotografengruppe VISUM. Seit 1971 arbeitete er als freier Reportagefotograf u.a. für Spiegel, ZEIT, stern, Time, Newsweek, Merian, GEO, ZEITmagazin. Von 1982 bis 1991 fotografierte er für Projekte mit Otl Aicher und war von 1991 bis 2005 für die Architektur- und Reportagefotografie bei Projekten von Norman Foster zuständig. Für seine Werke wurde er mehrfach ausgezeichnet. Seine Reportagen wurden in Publikationen sowie weltweit in Ausstellungen gezeigt, u.a. im Museum Folkwang Essen, auf der Triennale der Photographie Hamburg und in Goethe-Instituten. Rudi Meisel lebt und arbeitet in Berlin.

6. Philharmonisches Konzert: Bilderreich-überwältigend und düster-unbändig

Beatrice Berrut.
Foto: Aline Fournier
Hinab in „traum_welten“ geht es im 6. PHILHARMONISCHEN KONZERT am 23. und 24.02.2016. GMD Gabriel Feltz und die Dortmunder Philharmoniker spielen Ravel und Saint-Saëns und führen zudem ihre Auseinandersetzung mit Rachmaninow fort.

„Man erblickt einen riesigen Saal mit zahllosen im Kreis wirbelnden Menschen; plötzlich erstrahlen die Kronleuchter im hellen Glanz.“ Maurice Ravels poéme choréographique „La Valse“ löste nicht nur bei seinem Komponisten sehr bildhafte Assoziationen aus, sondern erfreut sich vielleicht gerade deshalb bis heute großer Beliebtheit. Dabei ist der Walzer zugleich ein letzter Abgesang auf eine untergehende Epoche, während die Menschheit dem ersten Weltkrieg entgegen taumelt.

Schon lange wollte GMD Gabriel Feltz die schweizerische Pianistin Beatrice Berrut nach Dortmund holen, nun ist es endlich gelungen. Sie spielt das zweite Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns, das in Deutschland – anders als in anderen europäischen Ländern – nur sehr selten zu hören ist.

Zudem setzen die Dortmunder Philharmoniker und GMD Gabriel Feltz ihre Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Sergej Rachmaninow fort. Dieser schrieb seine erste Sinfonie noch in jungen Jahren und wollte mit ihr seine internationale Karriere vorantreiben: Die Uraufführung des oftmals düsteren und unbändigen Stückes scheiterte grandios, doch heute gilt die Sinfonie als besonders kompromissloser Rachmaninow.
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Termine: 23. + 24.02.2016, 20 Uhr, Konzerthaus Dortmund, 19.15 Uhr
Einführung mit GMD Gabriel Feltz.

Kartenbestellung: 0231-50 27222 oder philharmoniker.theaterdo.de

Weitere Infos: www.doklassik.de

Sonntag, 14. Februar 2016

Reihe „Szene Istanbul“ mit neuer Produktion in Dortmund

Im Rahmen der erfolgreichen Reihe „Szene Istanbul“ (İstanbul Sahnesi) zeigt das Schauspiel Dortmund auch in dieser Spielzeit wieder Produktionen in türkischer Sprache: Das Stück „Tatyana“ nach Anton Tschechow und Alexej Suworin vom Istanbuler Kollektiv „Biriken“ ist am Sonntag, 28. Februar, um 18 Uhr im Studio des Schauspiel Dortmund zu sehen. Im Stück geht es um die Schauspielerin Tatyana, die nach ihrer Premiere eine Party gibt, die das Theater mit eigenen Mitteln fortsetzt. Je länger der Abend, desto entlarvender die Unterhaltungen, desto eindeutiger die Geständnisse. Kann Selbstmord ein Akt der Selbstbehauptung gegen eine sich wandelnde Gesellschaftsordnung sein, die Anpassung verlangt? Szene Istanbul findet in Kooperation mit dem Theater an der Ruhr in Mülheim statt und wird durch das Land NRW gefördert. Die Vorstellung findet auf türkisch mit deutschen Übertiteln statt. Karten für 15,- Euro (ermäßigt 10,- Euro) gibt es an der Vorverkaufskasse im Opernhaus, unter www.theaterdo.de oder 0231/50-27222.

"Faust I - Gewissen!" ist ein rauschhafter Ballettabend

Szene aus "Faust I - Gewissen!"
Foto: Bettina Stöß / Stage Picture 
Nach dem „Zauberberg“ im vorigen Jahr hat sich Dortmunds Ballett-Chef Xin Peng Wang an einen weiteren Klassiker der Weltliteratur gewagt: Goethes Faust. Unter dem Titel „Faust I – Gewissen!“ ist dabei ein bildgewaltiger, schlicht grandioser Ballettabend entstanden, den man vermutlich mehrmals gesehen haben muss, um ihn in all seinem Detailreichtum zu erfassen.

Am Anfang steht ein einsamer Mephisto (Dann Wilkinson), der mit einem Eimer am Fuß kämpft: Xin Peng Wang hat aus dem sprichwörtlichen Pferdefuß des Teufels eine kleine witzige und fürs Ballett ungewöhnliche Eingangs-Choreographie gemacht: Originell. Sodann tut sich der gesamte Ausstattungsreichtum, die gesamte überbordende Opulenz dieser Produktion auf: Man sieht den prachtvollen Kostümen (verantwortlich Bernd Skodzig) von Engeln und Teufeln an, wieviel Arbeit die Kostümabteilung des Theaters damit gehabt haben muss. Hinzu kommt das Bühnenbild von Frank Fellmann, der auch schon für den Zauberberg verantwortlich war, mit einem gigantischen Spiegel, der sich über die Tänzer senkt. Durch ihn sieht das Publikum nicht nur die Akteure von oben – der Spiegel selbst mit seinem kunstvoll mit lebensgroßen menschlichen Figuren ausgestatteten Rahmen ist eine (düstere) Augenweide – ein dickes Lob an die Theaterwerkstatt! Auch einige dezent eingesetzte Videos (Frank Vetter) kommen zum Einsatz. Sie zeigen Bilder aus dem späten Mittelalter mit sich verschiebenden und verzerrenden Perspektiven. Das zieht die Zuschauer atmosphärisch in jene dunkle Zeit Anfang des 16. Jahrhunderts, in der der Alchemist Johann Georg Faust, auf den Goethes Erzählung zurückgeht, gelebt hat.

Xin Peng Wang gelingt mit dieser Produktion ein weiteres Mal der Beweis, dass die Überführung eines Werkes von einer Kunstgattung (hier Literatur) in eine andere (hier Tanz) möglich ist und nach der Transformation weiter funktionieren kann. Gespannt wie bei einem Thriller erlebt man als Zuschauer den Handlungsfortgang um Margarethe (Barbara Melo Freire), Mephisto und den jungen Faust (Javier Cacheiro Alemán) – bis zu Gretchens traurigem Ende, das einen weiteren optischen Höhepunkt des Abends bildet, und bei dem rote Farbbeutel wirkungsvoll zum Einsatz kommen.

Tänzerisch und musikalisch passt dieser Abend perfekt zum Stoff. Xin Peng Wang lässt seine – wie immer in der Dortmunder Compagnie – hervorragenden Tänzer mal langsam wie in Slow Motion um einander kreisen, mal in wilder Hatz wie die Derwische über die Bühne jagen. Das hat manchmal nur noch wenig mit klassischem Ballett a la Nussknacker und Schwanensee zu tun. Und das ist gut so, denn das Ballett braucht solche Weiterentwicklungen.

Für die Musik sind die gut aufgelegten Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philip Armbruster zuständig. Sie haben es an diesem Abend vorwiegend mit Musik von Henryk Mikolaj Górecki zu tun. Aber weil Xin Peng Wang die Vielseitigkeit, die ihm vorschwebte, nicht durch einen Komponisten allein abdecken konnte, kommt auch andere Musik vor, zum Beispiel Minimal Techno von Super Flu oder sogar ein wie Faust aufs Auge passender Song von Rammstein („Ich will“), der vom Publikum besonders gefeiert wird.

Insgesamt ein rauschhafter, überaus gelungener Ballettabend, der Lust auf das nächste Jahr macht, wenn sich Xin Peng Wang „Faust II“ vornimmt.

Andreas Schröter

www.theaterdo.de

Samstag, 13. Februar 2016

Blackbox im Schauspiel: Insight NSU

Neonazi-Aussteiger Steven
Hartung.
Das Schauspiel Dortmund bietet eine neue „Blackbox“-Veranstaltung am kommenden Mittwoch, 17. Februar, um 20 Uhr im Institut an. Zu Gast ist diesmal der ehemalige Neonazi Steven Hartung. Neun Jahre war er Teil der rechtsradikalen Thüringer Neonazi-Szene, bis ihm 2010 mit dem Aussteiger-Programm EXIT der Ausstieg gelang. Er war zuletzt eine der führenden Figuren, hatte Kontakt zu Ralf Wohlleben, der zurzeit im Münchner NSU-Prozess vor Gericht steht. Die Moderation übernimmt David Schraven, Redaktionsleiter des Recherchebüros CORRECT!V (Berlin, Essen) und Autor der graphischen Reportage Weisse Wölfe, die derzeit im Foyer des Schauspielhauses ausgestellt ist. Der Eintritt zur „Blackbox“ ist frei.

Die besten Reportagen der Kinderreporter auf der UZWEI im Dortmunder U

Die besten gefilmten Reportagen der Kinderreporter sind am Sonntag, 14. Februar, 15 Uhr auf der UZWEI im Dortmunder U (Leonie-Reygers-Terrasse) zu sehen. Die Kinderreporter sind ein Angebot der UZWEI_Kulturelle Bildung im Dortmunder U: Einmal im Monat besuchen sie mit Kamera und Mikros spannende Orte, um anschließend darüber im Film zu berichten. Ob ein Besuch im Fußballmuseum Dortmund oder im Planetarium Bochum – die Kinderreporter zeigen ungewöhnliche Ansichten und stellen besondere Fragen.

Nach der Filmpräsentation um 15 Uhr gibt es um ca.16 Uhr einen Empfang im Studio der UZWEI für Gäste, Fans und Interessierte. Der Eintritt ist frei.

Freitag, 12. Februar 2016

Opernclub „ Die Tortugas“ sucht neue Mitglieder für Jugendproduktion

Die Tortugas. Foto: Björn Hickmann
Der Opernclub der Jungen Oper "Die Tortugas" nimmt für die neue Opernproduktion KÖNIG MIDAS neue Mitglieder auf. Kinder, die Lust haben zu singen, zu spielen und auf der Bühne zu stehen, können sich zu einem "Schnupperworkshop" am Donnerstag, 18. Februar 2016, von 17.00 bis 19.00 Uhr im Opernhaus bei der Theaterpädagogin des Musiktheaters Heike Buderus anmelden.

Die Opernproduktionen des Jugendclubs der Jungen Oper Dortmund sind mittlerweile fester Bestandteil des Spielplans. So wurde letzte Spielzeit das Stück DIE TORTUGAS IN AUSDRUCK gegeben, das von den schulischen und gesellschaftlichen Verpflichtungen, Zwängen aber auch von dem psychischen Druck, handelt, dem sich Jugendliche zunehmend ausgesetzt fühlen.

Die neue Tortuga- Produktion KÖNIG MIDAS behandelt die Geschichte des Königs aus der griechischen Sagenwelt, der sich von den Göttern wünschte, dass alles, was er berührt, in Gold verwandelt wird. Doch dann muss er feststellen: Gold kann man nicht essen, Gold löscht nicht den Durst und Gold hat kein Leben und keine Liebe.

Die Proben finden einmal wöchentlich am Donnerstag von 16.00 - 18.00 Uhr statt. Die Premiere ist für Ende Mai geplant und wird im Kindermuseum "mondo mio" zur Aufführung kommen.

Interessenten melden sich bei der Theaterpädagogin Heike Buderus unter Tel.: 0231-50 22 413 oder per mail hbuderus@theaterdo.de