Freitag, 16. Dezember 2016

90 Jahre Institut für Zeitungsforschung – älteste wissenschaftliche Einrichtung Dortmunds feiert Jubiläum

Zum 90. Geburtstag des Instituts für Zeitungsforschung
und zur Vorstellung der Festschrift kamen ehemalige Leiter
und Freunde der ältesten wissenschaftlichen Einrichtung
 Dortmunds zusammen: (v.li.): Prof. Stefanie Averbeck-Lietz
(Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Zeitungsforschung in Dortmund),
 Dr. Astrid  Blome (Institutsleiterin), Anita Schröder (stellv. Institutsleiterin),
 Dr. Johannes Borbach-Jaene (Direktor der Stadt- und Landesbibliothek),
 Dr. Gabriele Toepser-Ziegert und Prof. Hans Bohrmann (ehemalige Institutsleiter)
 und Stadtdirektor Jörg Stüdemann. Foto: Roland Gorecki / Dortmund-Agentur
Die älteste wissenschaftliche Einrichtung Dortmunds feiert in diesem Jahr runden Geburtstag: Das Institut für Zeitungsforschung besteht seit 90 Jahren. Es besitzt eine der größten Zeitungs- und Zeitschriftensammlungen in Deutschland und ist mit seinen umfangreichen Beständen zur Medien- und Kommunikationsgeschichte international bekannt. Die Geschichte des Instituts ist eng verbunden mit der Stadt- (und Landes-)Bibliothek Dortmund, als deren Abteilung das „Niederrheinisch-Westfälische Institut für Zeitungsforschung“ 1926 gegründet wurde.

Anlässlich des Jubiläums ist im Essener Klartext-Verlag eine Festschrift erschienen, herausgegeben von Dr. Astrid Blome: „90 Jahre Institut für Zeitungsforschung. Rückblicke und Ausblick“. Der 104-seitige Band bietet in Beiträgen und Interviews eine individuelle Institutsgeschichte, die die Leiterinnen und Leiter in den Vordergrund stellt. Er enthält Beiträge von Hans Bohrmann zur Geschichte des Instituts bis in die 1970er Jahre und von Rudolf Stöber über Kurt Koszyk sowie Interviews der Journalistin Katharina Heimeier mit Hans Bohrmann, Gabriele Toepser-Ziegert und Astrid Blome zu ihrer Zeit in der Leitung des Instituts. Enthalten sind die Kurzbiografien sämtlicher Leiterinnen und Leiter seit 1926: Von Erich Schulz, dem ersten Direktor der Stadt- und Landesbibliothek, über Koszyk und Margot Lindemann bis zur heutigen Institutsleiterin.

Mit dem Erscheinen des Jubiläumsbands endet ein bedeutendes Jahr für das Institut, das mit einer großen Fachtagung im Januar begann und Mitte August mit der Übergabe der Leitung an Astrid Blome weiterging.

Neben der Festschrift greift eine kleine Ausstellung im Eingangsbereich des Instituts das Thema „90 Jahre Institut für Zeitungsforschung“ auf. Sie stellt die wichtigsten Forschungsleistungen der bisher prägenden Leitungspersönlichkeiten vor, darunter die Schriftenreihe „Dortmunder Beiträge zur Zeitungsforschung“. Der 68. Band dieser traditionsreichen Reihe ist jüngst erschienen: die mehr als 2000 Seiten umfassende Bibliographie „Ostpreußische Presse von den Anfängen bis 1945“ von Gert Hagelweide. Die Ausstellung erinnert außerdem an die Sondersammelgebiete: Das Institut bewahrt z.B. mehr als 1000 frühneuzeitliche Flugschriften und Flugblätter – die Vorläufer und Begleiter regelmäßig erscheinender Zeitungen – und eine umfangreiche Sammlung von Karikaturen und politischen Plakaten.

Die einzigartige „Datenbank Massenkommunikation und Publizistik“ mit Medienartikeln zu medien- und kommunikationshistorischen Themen wird ab dem kommenden Jahr weiter fortgeführt.

Die Leiterinnen und Leiter des Instituts für Zeitungsforschung

Dr. Erich Schulz (Gründungsleiter 1926 - 1941)

Prof. Dr. Kurt Koszyk (Institutsleiter 1957 - 1977)

Dr. Margot Lindemann (stellv. Institutsleiterin 1966 - 1991)

Prof. Dr. Hans Bohrmann (Institutsleiter 1977 - 2003)

Dr. Gabriele Toepser-Ziegert (Institutsleiterin 2003 - 2014)

Dr. Astrid Blome (Institutsleiterin seit 2016)


Kommende Termine

11. Januar 2017, 18 Uhr

Prof. Dr. Hans Bohrmann: 90 Jahre Zeitungsforschung in Dortmund. Von der Zeitungs- zur Kommunikationswissenschaft. Vortrag im Rahmen der interdisziplinären Vortragsreihe „Wissenschaftsgeschichte des Ruhrgebiets“.

Studio B der Stadt- und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1-3; Eintritt frei


8. Februar 2017, 19 Uhr

Dr. Kai Lohsträter: Die Entzündung der Geister. Kommunikation, Medien und Gesellschaft in der Ruhrregion im 18. Jahrhundert. Zwischen „Hanse und Hochöfen“ klafft noch immer ein „historiographisches Loch“: Nach wie vor ist wenig bekannt über das Leben und Denken der rund 300.000 Menschen, die um 1800 zwischen Ruhr und Lippe lebten. Ausgehend von den ersten Zeitungsgründungen in Essen (1741) und Dortmund (1769) begibt sich der Hamburger Historiker Dr. Kai Lohsträter auf eine sozial- und kulturgeschichtliche Spurensuche in der Region und eröffnet Einblicke in eine Gesellschaft im Wandel zwischen religiöser Frömmigkeit und Aufklärung.

Vortrag in Kooperation mit dem Stadtarchiv Dortmund

Studio B der Stadt- und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1-3; Eintritt frei

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen