Samstag, 19. November 2016

Theater im Depot: "Aschenbrödel" ist ein perfektes Mittel gegen den Winterblues

Von links: Thorsten Strunk, Cordula Hein und
Sandra Wickenburg. Foto: Stefan Keim
Neben „A Christmas Carol“ hat das Theater im Depot ab sofort ein zweites Weihnachtsstück im Programm. „Aschenbrödel – Nuss mit lustig“ unter Regie des WDR-Theaterkritikers und Kabarettisten Stefan Keim hatte am Freitag Premiere.

Die Geschichte beginnt an einer Dortmunder Tankstelle: Weil der Chef will, dass die Tanke rund um die Uhr geöffnet ist, muss die arme Angestellte (Cordula Hein) auch an Heiligabend dort ausharren, obwohl doch gar nichts los ist. Aber dann betreten doch noch zwei Kunden den Verkaufsraum. Auch mit ihnen meint es der Tag nicht gut: eine tschechische Truckerin (Sandra Wickenburg mit hartem osteuropäischen Akzent) und ein rechthaberischer Vater (Thorsten Strunk), den seine Familie an die Luft gesetzt hat.

Obwohl die Drei sich zunächst nicht gut verstehen, beginnen sie nach und nach doch, sich mit ihrer Situation abzufinden und das Beste aus ihrer Lage zu machen. Sie beschließen, den Märchenfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ nachzuspielen – und tun das, indem sie nicht nur die Rollen permanent wechseln, sondern auch die Dinge, die sie in der Tankstelle finden, als Accessoires zu nutzen: Autoreifen werden zu Pferden, Smarties zu den Erbsen, die Aschenbrödel sortieren muss, und Scheibenwischer zu Armbrüsten. Und dann fliegen wundersamerweise ganz viele Tauben ins Theater im Depot und helfen dem armen Aschenbrödel. Schade nur, dass die Zuschauer da gerade in der Pause sind und es nicht sehen … Das Publikum ist begeistert, lacht an vielen Stellen lauthals los und spendet immer wieder Zwischenapplaus.

Diese gute Laune von den Sitzreihen überträgt sich auf die Bühne und umgekehrt: Man merkt den Schauspielern an, wieviel Spaß sie an diesem Stück haben, und es ist beeindruckend zu sehen, wie gewandt sie von einer Rolle in die andere schlüpfen. Es gibt übrigens sogar noch einen vierten Schauspieler: Ein Erdmännchen-Stofftier stellt erst sehr gekonnt ein Reh im Wald dar und dann einen Diener am Hofe.

Und weil Weihnachten ist, gibt’s nicht nur für Aschenbrödel ein Happy-End, sondern auch für die drei Gestrandeten in der Tankstelle. „Aschenbrödel – Nuss mit lustig“ ist eine Komödie, mit der man wunderbar den November- und Dezember-Blues vertreiben kann.

Andreas Schröter

Weitere Termine: www.depotdortmund.de


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