Samstag, 12. November 2016

KJT: "Der falsche Prinz" bringt orientalisches Flair nach Dortmund

Sultan und Sultanin mit dem falschen Prinzen.
Foto: Hupfeld
Das Kinder- und Jugendtheater hat sich mit Orientteppichen an den Wänden und entsprechendem Bühnenbild in eine zauberhafte Märchenwelt aus 1001 Nacht verwandelt. Es ist wieder Weihnachtsmärchen-Zeit – dieses Jahr wegen des Umbaus des Schauspielhauses ausnahmsweise an der Sckellstraße. Über 80 Mal bis Mitte Januar wird ab sofort Wilhelm Hauffs „Der falsche Prinz“ unter der Regie von KJT-Chef Andreas Gruhn Kinder- (und Erwachsenen-)Herzen erfreuen. Premiere war am Freitagabend.


Kurz zum Inhalt: Eine Magierin (herrlich mysteriös gespielt, ja fast getanzt, von Johanna Weißert) sagt für das Neugeborene der Sultanin und des Sultans eine gefährliche Zukunft bis zu dessen 22. Lebensjahr voraus. Die Eltern (Andreas Ksienzyk und Bettina Zobel) entscheiden, den Sprössling – Omar heißt er – weit weg bei einem Verwandten aufwachsen zu lassen. Zeitsprung, 22 Jahre später: Auf dem Weg zurück zu seinen Eltern wird Omar (Thorsten Schmidt) von Räubern überfallen. Labakan, ein Schneider mit Gelüsten nach Höherem (Philip Pelzer), hilft ihm zwar, stiehlt ihm aber auch einen Dolch, der als Erkennungszeichen zwischen Vater und Sohn fungieren soll. Man ahnt, wie’s weitergeht: Der inzwischen arg verfettete Sultan erkennt den Falschen als seinen Sohn an, und der echte Prinz wird in den Kerker geworfen. Wird es ihm gelingen, den Vater von der Wahrheit zu überzeugen? Und dann sind da schließlich auch noch ein Wesir mit eigenen Machtgelüsten (Rainer Kleinespel) und eine verliebte Zofe (Talisa Lara).

Die Premierenbesucher – und die Kinder unter ihnen taten das durch laute Ausrufe des Entzückens kund – hatten großen Spaß an diesem Ausflug in den Orient. Herrlich, wie die KJT-Akteure das Reiten durch die Wüste ohne Pferd darstellen. Oder die Kampfszenen in dem Überfall auf den Prinzen in einer gottverlassenen Gegend. Sehr zu loben ist auch die Kostümabteilung des Theaters, die für diese Produktion wunderschöne Gewänder und Kleider geschneidert hat. Oliver Kostecka war für Bühne und Kostüme zuständig.

Einige Aufführungen sind bereits ausverkauft. Wer also seinen Kindern (und sich selbst) ein bisschen orientalisches Flair im trüben Winter gönnen will – und das sei hiermit empfohlen –, sollte sich mit dem Kartenkauf beeilen.

Andreas Schröter

www.theaterdo.de

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