Donnerstag, 22. September 2016

„Wettstreit der Künste“ mit Pia Bohr und Sabine Held im Torhaus Rombergpark

Torhaus Rombergpark.  Foto: Stadt Dortmund
„Paragone – Wettstreit der Künste“ ist die nächste Ausstellung in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark überschrieben. Die Dortmunder Holzbildhauerin Pia Bohr und die Malerin Sabine Held präsentieren ihre Arbeiten vom 25. September bis 16. Oktober. Die Eröffnung ist am Sonntag, 11 Uhr im Torhaus, Am Rombergpark 65.

Der Paragone ist der Wettstreit der Künste, ausgefochten vor fast 500 Jahren. Insbesondere die Malerei und die Bildhauerei beharkten sich; mal gewann diese, mal obsiegte jene – argumentativ unterstützt von da Vinci auf der einen und Michelango auf der anderen Seite. Wer verkörpert „die Wirklichkeit“ besser? Ist die Malerei reiner Schein oder der Bildhauerei intellektuell überlegen, ist die Bildhauerei ein Triumph der Haptik oder bloß staubiges Handwerk?

Im Torhaus Rombergpark greifen die Malerin Sabine Held und Holzbildhauerin Pia Bohr das Thema auf. Es geht ihnen in dieser Ausstellung nicht um das Gegeneinander, sondern um das Gegenüber, um eine Reflexionsfläche, in der sich ihre jeweilige Kunst widerspiegelt.

Sabine Held (Jahrgang 1973) lotet in ihren Bildern verschiedene Möglichkeiten malerischer Mittel und ihrer Qualitäten aus und setzt sie spielerisch in Szene. In ihrer Serie „Hinter dem Zaun“ geht Held zunächst vom klassischen Sujet der Landschaftsmalerei aus. Inspirationsquelle und Ausgangspunkt ist der Wald. Bei der Weiterbearbeitung im Atelier werden die „hinter dem Zaun“ gesammelten Eindrücke in eine abstrahierte Malerei transformiert.

Die Werkreihe „Stämme“ untersucht die Vielzahl der unterschiedlichen Materialitäten von Baumstämmen und Rinden, die spannende Oberflächenstrukturen und -farben aufweisen. Im Gegensatz dazu beschäftigen sich größerformatige Arbeiten wie die Serie „Am Wasser“ mit der Farbigkeit des Waldes: Das Flirren der Blätter im Sonnenlicht, Spiegelungen von Ästen und Zweigen im Wasser, die Vielzahl der Farbigkeiten der unterschiedlichen Pflanzen werden auf den Leinwänden in ein farbiges „All-over“ weitergeführt.

Pia Bohr (Jahrgang 1963) arbeitet mit Vorliebe mit abgelagerten Harthölzern. Sie benutzt Kettensägen, australische Fräsen und auch klassische Holzbeitel, bis hin zu reiner Handarbeit beim Schleifen.Sie erweckt zu neuem Leben, was zuvor im Holz gefangen war.

Beeinflusst von Hans Arp oder Francis Bacon spürt Pia Bohr Formen nach und assoziiert Ähnlichkeiten zu Körperteilen. Dabei scheint es, als würde sie intuitiv zum Ziel haben, die Proportionen absichtlich zu verzerren oder zu entstellen. Die organischen Skulpturen haben mitunter eine pfirsichglatte Haut, der haptische Reiz in Kombination mit der Dreidimensionalität steht im Vordergrund. Dem Betrachter ist es daher erlaubt, leise Streicheleinheiten anzuwenden.

Pia Bohr lässt sich von der Maserung des Holzes leiten – und experimentiert gern mit verschiedenen Oberflächentechniken. Fast alle hier ausgestellten Arbeiten sind natürlich geölt oder gewachst.

In ihrer schwarzen Serie wirken die Formen eher abstrakt, doch die Bewegungen und Rundungen der Skulpturen nehmen dem tiefen Schwarz seine Härte.

Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr zu sehen sowie sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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