Samstag, 10. September 2016

Revierkunst im ehemaligen Museum am Ostwall stößt auf großes Interesse

Zur Eröffnung animiert Organisatorin
Sonja Henseler die Besucher im Lichthof
zum Mitklatschen. Foto: Schröter
Freitagabend, kurz nach 18 Uhr: Die Ausstellung Revierkunst im ehemaligen Museum am Ostwall hat soeben eröffnet, und gleich hunderte von Kunstinteressierten stöbern durch die Räume am Ostwall. Das Konzept, 75 Künstler aus dem Ruhrpott in einer Ausstellung zu zeigen, zieht ganz offenbar – und das, obwohl es an diesem herrlich sommerlichen Wochenendbeginn sicherlich auch andere Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung gegeben hätte.


Die sichtlich zufriedene Organisatorin Sonja Henseler wirkt fast ein bisschen überdreht, aber das sei positiver Stress, sagt sie. Ihre Begrüßungsansprache gerät zur Performance, in der sie mit Erfolg die Besucher auffordert, rhythmisch zu klatschen. Ja, es tue ihr leid, sie habe eben keine Zeit gehabt, eine richtige Rede vorzubereiten. Das, was sie sonst noch sagt, ist ohne Mikro nicht zu verstehen. Aber das macht rein gar nichts – ihr ist es bestens gelungen, auch weitgehend ohne Worte die ohnehin schon gut gelaunten Gäste und Aussteller auf dieses Event einzustimmen.

Ermahnungen

Im Gespräch mit mir sagt sie, sie möge keine Schreiberlinge, die einfach nur irgendwas schreiben, ohne sich die Ausstellung auch anzusehen. Außerdem wolle sie ins Fernsehen. Ich verspreche, einen Rundgang zu machen. Ins Fernsehen bringen kann ich sie leider nicht.

Die Revierkunst, die einmal im Jahr an wechselnden Standorten im Ruhrgebiet stattfindet, bietet Künstlern der Region die Möglichkeit, sich in einem größeren Rahmen zu präsentieren. Sie müssen sich dafür bewerben, und nur die besten werden genommen. Bei 75 Künstlern braucht der Besucher eine Menge Kondition, um wirklich alles zu sehen und zu würdigen. In den 30 Räumen und auf den 2200 Quadratmetern Ausstellungsfläche des ehemaligen Museums wird ein Ausmaß an

Die Hörder Malerin Katja Struck vor zweien
ihrer Werke. Foto: Schröter
künstlerischer Kreativität und Vielfalt dargeboten, dass man als Besucher nur mit vor Staunen offenem Mund dahinschreiten kann. Für die Künstler selbst, sagt die beteiligte Hörder Malerin Katja Struck, sei die Revierkunst wie ein freudiges Wiedertreffen unter alten Bekannten. Das Verhältnis untereinander sei in aller Regel freundschaftlich und weniger von Konkurrenzdenken geprägt.

Hier einige Beispiele von Arbeiten Dortmunder Künstler:

Der Fotograf Harry Röttger zeigt seine Fotoarbeiten, in denen er durch Collagen und Details abstrakte und verfremdende Wirkungen erzielt, die kaum noch erkennen lassen, dass es sich bei ihnen um ein Foto handelt.

Weibliche Figuren, expressionistisch verfremdet, stehen im Mittelpunkt des Werks von Bela Bartels.

Druckgrafiken kommen von Barbara Hein-Dadfar.

Fotoarbeiten, zum Teil mit Dortmund-Bezug, stammen von Klaus Pfeiffer, und Hennink Gausling zeigt seine Skulpturen.

Katja Struck stellt unter anderem einige kleinformatige Bilder aus ihrer Rosie-Reihe aus. Rosie mit Einkaufswagen. Rosie ist eine Kunstfigur, die auch im Theaterstück „Rosie’s Revenge“ eine Rolle spielt, das Katja Struck mit zwei anderen Künstlern konzipiert hat.

Weitere beteiligte Dortmunder Künstler sind Johannes Hofmann, Mike Mendoza, André Chi Sing Yuen, Nicole Kötter, Michael Wienand, Heide Kemper, Manuela Dörr, Gabriele Wirths, Anke Steger, Susanne Beringer, Marc Bühren, Bärbel Rehberg-Beckers , Doris Goldbach, Christa Bremer, Franz Ott, Jürgen Müller, Hendrik Müller und Birgit Feike.

In Vertretung für Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat Bürgermeisterin Birgit Jörder am Sonntag den Revierkunstpreis vergeben: Platz 1: Sebastian Kaufhold, Platz 2: Michael Wienand, Platz 3: Anke Steger.

Web: www.revierkunst.com

Andreas Schröter





Kommentare:

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  2. Auch Birgit Feike ist eine Künstlerin die in Hörde ihr Atelier hat und bei der Revierkunst mit einer eindrucksvollen Installation zu sehen ist.

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  3. Auf der Website der Revierkunst wird Birgit Feike als Schwerter Künstlerin geführt - deswegen war sie nicht in der Auflistung oben vertreten. Aber ich habe sie nun noch nachträglich eingefügt. Danke für den Hinweis! Gruß, Andreas Schröter

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