Samstag, 3. September 2016

Hoesch-Museum erzählt in neuer Sonderausstellung von „Metallgeschichten“

Römische Parademaske aus Bronze (Kopie).
Original in Eining bei Kehlheim (Bayern) gefunden.
 Alter ca. 1800 Jahre.
 Leihgabe des Museums „Reich der Kristalle“, München.
„Metallgeschichten. Eine Zeitreise aus der Vergangenheit in die Zukunft der Menschheit“ heißt eine Sonderausstellung, die das Hoesch-Museum (Eberhardstr. 12) vom 4. September bis 4. Dezember 2016 zeigt. Ausgestellt werden 41 Metalle und ihre Geschichten bzw. Lebensläufe – begonnen bei ihrer Entdeckung oder der ersten Berührung mit der Menschheit, ihrer Bedeutung im Altertum, Mittelalter, in der Gegenwart oder für die Zukunft.

Ergänzt wird die Ausstellung durch die Erze, aus denen die Metalle gewonnen werden, durch metallische Gebrauchsgegenstände aus alter und neuerer Zeit. Die Besucherinnen und Besucher erfahren von bahnbrechenden Entdeckungen, Kriegen und Bedrohungen der Menschheit, Krankheiten und Heilmittel, aber auch über Lug und Betrug, Missgunst und Verbrechen rund um Metalle. Die Schau ist eine Leihausstellung des Münchener Museums „Reich der Kristalle“ der Mineralogischen Staatssammlung Bayerns.

Mensch und Metall

Zu den ältesten Metallen, die die Menschen kannten und nutzten, gehören Kupfer, Zinn, Blei und die Edelmetalle Gold und Silber. Die ersten Bekanntschaften mit Metallen machten die Menschen bereits vor 7000 bis 10.000 Jahren. Viele Elemente wurden erst im 19. Jahrhundert entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Zu den Metallen, die erst im 20. Jahrhundert entdeckt wurden, gehören das Rhenium (1925) sowie die zu den seltenen Erden gehörenden Metalle Europium (1901), Lutetium (1907) und Promethium (1945). 80 Prozent der Elemente sind Metalle; die restlichen Elemente bestehen aus Halbmetallen, Nichtmetallen oder Gasen.

In der Sonderausstellung sind 41 Metalle zu sehen – die restlichen sind entweder radioaktiv, zu giftig, zu teuer oder können wegen der hohen erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen nicht gezeigt werden.

Götter, Länder, Sterne – Namensherkunft der Metalle

Wie sind die Metalle überhaupt zu ihren Namen gekommen? Hier waren der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das Samarium etwa ist nach dem russischen Berginspektor Oberst von Samarsky benannt, das Magnesium nach der griechischen Stadt Magnesia und das Strontium nach der schottischen Stadt Strontian.

Auch Götter aus der griechischen Sagenwelt waren Namenspaten – etwa das Göttergeschlecht der Titanen für Titan oder der Gott Tantalus für das Tantal. Tantalus’ Tochter Niobe wurde zur Patin für das Metall Niob. Auch nach den Sternen wurde gegriffen, um Metalle zu benennen - etwa beim Cer, das nach dem Zwergplaneten Ceres benannt wurde, oder beim Palladium, das nach dem Asteroiden Pallas heißt. Häufig benannten die Entdecker ihre Metalle nach ihren Ländern oder Landesteilen. So wurde das Rhenium nach den Rheinland benannt oder das Scandium nach Skandinavien.

Metallische Anekdoten

Um viele Metalle ranken sich Geschichten – tragische, ernste, skurrile, seltsame oder amüsante. Zum Kobalt etwa gibt es eine Geschichte, die sich 1960 in Kanada zugetragen hat. Damals erkrankten in der Umgebung von Quebec plötzlich viele Menschen an einer Herzmuskelschwäche und weiteren unangenehmen Begleiterscheinungen. Etwa 40 Prozent der Erkrankten starben. Ein rätselhaftes Phänomen – bis sich herausstellte, dass alle Erkrankten täglich 2 bis 3 Liter Bier aus örtlichen Brauereien tranken. Die Brauereien hatten sich abgesprochen, dem Bier als Schaumstabilisator ein Kobaltsalz (Kobaltsulfat) zuzusetzen. Als dies eingestellt wurde, kam es zu keinen neuen Erkranklungen oder Todesfällen.

Eine frühe, allerdings unbelegte Theorie, wie der Name Antimon zustande kam, findet sich in einem Wörterbuch des Engländers Samuel Johnson von 1755. Demnach hatte der deutsche Benediktinermönch Basilius Valentinus beobachtet, dass Schweine, denen man im Futter etwas Antimon zusetzte, schnell fett werden wurden. Der Mönch, der unter dem kargen Klosteressen litt, probierte das auch an seinen Ordensbrüdern aus, worauf diese bedauerlicherweise alle starben. Wie man heute weiß, ist Antimon bereits ab einer Dosis von 200 mg für Menschen tödlich. So wurde der Begriff „antimoine“ geprägt, was soviel wie „antimönchisch“ heißt. Daraus soll später der Name Antimon entstanden sein.

Öffnungszeiten und Eintritt:

Dienstag, Mittwoch 13 - 17 Uhr

Donnerstag 9 - 17 Uhr

Sonntag 10 - 17 Uhr

Montag, Freitag, Samstag und an Feiertagen geschlossen.

Eintritt: Erwachsene 2,50 Euro, ermäßigt 1,25 Euro



In Kürze

Sonderausstellung „Metallgeschichten. Eine Zeitreise aus der Vergangenheit in die Zukunft der Menschheit“

4.9. bis 4.12.2016

Hoesch-Museum, Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund,

Tel. (0231) 8445856

www.hoeschmuseum.dortmund.de

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