Mittwoch, 10. August 2016

artscenico und bodytalk inszenieren "Sperrstunde"

"Sperrzone" heißt ein neues Tanz- und Theaterprojekt zum Thema Flucht und Heimat, das in einer Koproduktion von artscenico und bodytalk entstanden ist. Aufführungen in Dortmund sind am 19. und 20. August, jeweils um 19.30 Uhr, auf dem Gelände des Vereins „Kultur aktiv“ in Menglinghausen - Eingang Grotenbachstraße 105 oder Am Rüggen (Hinweisschilder beachten).

Niemandsland, ein Stück Erde ohne definierte geografische Bezeichnung. Hier treffen Gestrandete ein, „Reisende“, deren Reise unausweichlich war. Sie haben ihre Heimat verlassen.

Sie landen in der scheinbaren Ödnis, einer Szenerie des Verlorenen, einer Station im Nirgendwo. In einer Landschaft treffen sie zusammen, Einzelschicksale, die ihre Zukunft neu definieren müssen.

Die „Ankömmlinge“ sind auf sich selbst gestellt. Keine Ordnung, kein Gesetz, nur das Überleben zählt. Manche nutzen ihre Kreativität, bringen Kräfte auf, sich dort einzurichten. Andere schaffen das nicht, lassen sich von Instinkten treiben oder verlieren das Menschliche.
Eine Gruppe von Probanden wird in das offene Areal geschickt. Man will sehen wie sie sich verhalten. Eine Versuchsanordnung.

Das Stück wirkt wie eine Filmsequenz, ist ein surreales Bild mit Bewegungsabläufen, die uns allesamt bekannt vorkommen. Dass es am Ende doch Hoffnung gibt, liegt in der Natur des Menschen.

Die Landschaft

Je größer die Fläche, umso einsamer erscheint der einzelne Mensch, der für den Betrachter – je nach Entfernung – kleiner und kleiner wird. Die Dimensionen verschieben sich. Die Figuren verschwinden als hätte die Landschaft die verschluckt und sie tauchen wieder auf. Es entsteht ein direkter Dialog mit der Landschaft, mit allem, was in dem Moment existiert: Geräusche aller Art und Wetter.

An Sperrzone sind neben professionellen TänzerInnern und Schauspielerinnen auch Laien und Geflüchtete aus Syrien und Guinea beteiligt. Für den „Soundtrack“ sorgt ein Hornist.

Die Koproduzenten:

bodytalk

„Das Ensemble um Yoshiko Waki und Rolf Baumgart legt den Finger auf den Nerv der obskuren Gewissenskultur, und sie machen das so verwirrend, dass sich das Publikum immer wieder fragt, sind die nun dafür oder dagegen? Mit der Intention, das Publikum aus der moralischen Balance zu bringen, arbeitet bodytalk in jeder seiner Produktionen. Diese Doppelbödigkeit unterscheidet die Gruppe am deutlichsten von ihrer Konkurrenz innerhalb der Szene.“

artscenico

ist ein 1991 gegründetes Label ohne festes Haus mit Sitz in Dortmund, das sich auf die Durchführung und Organisation überwiegend ortsspezifischer, interdisziplinärer Projekte mit oft internationaler Beteiligung spezialisiert. Regelmäßig werden Tanz- und Theater-Inszenierungen auf Bühnen realisiert. Künstlerischer Leiter ist Rolf Dennemann. artscenico entwickelt unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen und –formate – im Zusammenspiel von Natur, urbanen Räumen und sozialer Partizipation. www.artscenico.de

Künstlerischer Leiter ist Rolf Dennemann, freiberuflicher Regisseur, Schauspieler und Autor. www.rolfdennemann.de



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