Mittwoch, 6. Juli 2016

Philharmoniker verabschieden sich rauschhaft in die Sommerpause



Rhythmisch, lang, abwechslungsreich und mitreißend – so war das von GMD Gabriel Feltz dirigierte 10. Philharmonische Konzert der Philharmoniker im Konzerthaus am Dienstag, bei dem vor allem die unterschiedlichen Schlaginstrumente zur Geltung kamen.

Den Auftakt bildete die auf 35 Minuten heruntergekürzte „Carmen Suite“ des noch lebenden russischen Komponisten Rodion Schtschedrin. Der hat Bizets bekannte Musik umgestaltet und vor allem durch den Einsatz verschiedenster Schlaginstrumente stärker akzentuiert. Man muss das nicht schöner finden als das Original – interessant ist eine solche Variation aber allemal. Übrigens war diese Musik von 1967 wohl mehr oder weniger eine Auftragsarbeit der Ballerina Maja Plissezkaja, mit der Schtschedrin verheiratet war. Und ihr eigener Mann war dabei nur die dritte Wahl. Die Tänzerin hatte zuvor einige andere Komponisten gefragt und einen Korb bekommen. Gabriel Feltz erzählte im Vorgespräch „Wir stimmen ein“, dass es gar nicht so einfach war, sämtliche Instrumente zu beschaffen, die für diese Musik erforderlich sind – zum Beispiel Kuhglocken in der richtigen Tonlage. Da sei man mehr Organisator als Musiker.

Weiter ging’s mit Mozarts Klavierkonzert C Dur KV 467, der einzigen Musik an diesem Abend, die nicht fürs Ballett geschrieben worden war. Hier hatte die Solo-Pianistin Danae Dörken ihren viel umjubelten Auftritt. Es machte einfach Spaß zu beobachten, wie sehr sie mit dem ganzen Körper mit der Musik ging, obwohl sie doch am Klavier saß. Das Publikum entließ sie nicht, bevor sie eine Zugabe – ein Intermezzo von Brahms – gegeben hatte.

Nach der Pause entführten die Philharmoniker ihr Publikum in die Märchen von 1001 Nacht. Die Königin von Saba erschien in der Musik des Italieners Ottorino Respighi (1879-1936) – eine sehr abwechslungsreiche Musik, bei der auch kurz ein Vokalsolist – Min Lee – auf dem ersten Rang hinten im Konzerthaus zum Einsatz kam. Eine überraschende und wirkungsvolle Idee. Dieses Werk habe die meiste Probenarbeit erfordert, sagte Feltz im Vorgespräch.

Mit Ravels Bolero verabschiedeten sich die Philharmoniker in die Sommerpause – ein rauschhafter und standesgemäßer Abschied, bei dem vor allem die präzise Schlagwerkarbeit von Felix Kohnke auffiel. Kohnke war mit seiner Trommel einmal nicht im rückwärtigen Teil des Orchesters platziert, sondern saß direkt vor Gabriel Feltz am Pult. Beeindruckend.

Das nächste Philharmonische Konzert – das erste in der Spielzeit 16/17 – findet am 27. und 28. September statt – dann mit Musik von Dukas, Debussy und Tschaikowsky.

Andreas Schröter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen