Samstag, 14. Mai 2016

Museum Ostwall: Dieter-Roth-Ausstellung "Schöne Scheiße" eröffnet am 20. Mai

Die Ausstellung des Museums Ostwall "Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke" eröffnet am 20. Mai, 18 Uhr im Foyer des Dortmunder U.

Begegnet man dem Werk Dieter Roths zum ersten Mal, mag der für die Ausstellung gewählte Titel als billige Provokation erscheinen. Eine nähere Betrachtung des Roth’schen Oeuvres zeigt jedoch: Er ist tatsächlich wörtlich zu verstehen. Nicht nur, dass Roth das eigene Werk und seine künstlerische Herangehensweise vielfach mit Verdauungsmetaphern beschrieben hat; die Synthese der vermeintlichen Gegensätze von Schönheit und Abfall, von Dilettantismus und künstlerischer Meisterschaft prägen Roths gesamtes künstlerisches Schaffen.

Anlass der Ausstellung ist die Übergabe von über 200 Werken Dieter Roths aus der Sammlung Spankus als Dauerleihgaben an das Museum Ostwall (MO), das in seiner Sammlung zahlreiche Werke des Nouveau Réalisme, des Fluxus und angrenzender Kunstformen bewahrt, in deren Kontext auch das Werk Dieter Roths zu verorten ist.

In den späten 1950er, vor allem aber in den 1960er und 1970er Jahren verändert sich die Definition künstlerischer Autorschaft grundlegend. Gruppenarbeiten entstehen, alltägliche Handlungen und Ereignisse werden zum Gegenstand der Kunst und auch die Materialien, mit denen Künstlerinnen und Künstler arbeiten, sind oft Dinge des täglichen Gebrauchs oder Abfallprodukte. Die künstlerische Idee, nicht so sehr die „meisterhafte“, im Sinne handwerklich präziser und materiell wertvoller Umsetzung rückt in den Vordergrund.

Es ist daher naheliegend, den Fokus dieser Ausstellung auf Dieter Roth als Autor zu richten. Welche künstlerischen Strategien wählt Roth, um sein Verhältnis zur Welt zum Ausdruck zu bringen? Wie präsent ist die Person Dieter Roth in seinen Werken? Und was macht diese Person aus? Fragen wie diese sind bei der Auseinandersetzung mit Dieter Roth, der, wie Sven Beckstette formuliert, „[…] wie kaum ein anderer die Grenzen zwischen Werk und Kontext, zwischen Kunst und Leben permanent überschritten beziehungsweise regelrecht eingerissen“ hat, unausweichlich.

Die Ausstellung gliedert sich in sechs Themenräume, die verschiedene Aspekte von Autorschaft im Roth’schen Oeuvre in den Fokus nehmen. Dabei wird offensichtlich, dass Roth mit seiner Kunst die Welt und sich selbst in ihr nicht zu erfassen vermag – weder schreibend, noch bildend, noch musizierend. Sobald er eine Idee in ein Werk zu fassen versucht, entgleitet sie ihm, verzweigt oder überholt sich, so dass jeder Versuch, Kunst zu schaffen notwendigerweise ein dilettantischer sein muss. Es ist gerade dieses permanente Scheitern am „Meisterwerk“, das durch die Zurschaustellung des Unperfekten, Unzulänglichen, Unkompletten zur „meisterhaften“ Reflexion über das Kunstschaffen wird. So sind Roths Arbeiten meisterhafte Verkörperungen dilettantischer Welterforschung mit Mitteln der Kunst oder anders herum: Sie sind dilettantisch, weil notwendigerweise immer unzulänglich bleibende Meisterwerke.

Die Ausstellung basiert auf einer Auswahl von 240 Werken, die zu zwei Dritteln aus dem Bestand der Sammlung Spankus und zu einem Drittel aus dem Sammlungsbestand des MO stammen. Sie werden durch die monumentale Video-Installation Solo Szenen, Leihgabe des Dieter Roth Estate / Galerie Hauser & Wirth, ergänzt.

Zur Ausstellung erscheint ein ca. 280 Seiten umfassender Katalog mit zahlreichen Abbildungen. Er enthält darüber hinaus eine kompletten Werkliste der insgesamt rund 200 Arbeiten Dieter Roths aus der Sammlung des Museums Ostwall sowie der rund 200 Werken aus der Dieter Roth Sammlung Spankus, die von nun an als Dauerleihgabe im Museum Ostwall verwahrt werden, so dass die Publikation bis auf Weiteres als Bestandskatalog der Arbeiten Dieter Roths im Museum Ostwall fungiert.

Vermittlungsflyer [pdf, 2,8 MB]

Ausstellungseröffnung:

20.05.2016, 18 Uhr im Foyer des Dortmunder U

SONDERAUSSTELLUNG: Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische MeisterwerkeZeit:Nächster Termin:
Samstag, 21. Mai 2016 (21.05.2016 - 28.08.2016) 11:00 - 18:00 Uhr Ort:Museum Ostwall im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse 244137 Dortmund

Veranstalter
Museum Ostwall im Dortmunder U
Leonie-Reygers-Terrasse 244137 DortmundTelefon: 0231 50-24723Fax: 0231 50-25244E-Mail: mo@stadtdo.deInternet: museumostwall.dortmund.de

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