Samstag, 7. Mai 2016

Ein ganz persönlicher Spaziergang über das "Dortbunt"-Festival

Der Friedensplatz beim Auftritt von Frida Gold.              Foto: Schröter
Da organisiert eine Stadt ein Riesen-Straßenfest, und genau an diesen zwei Tagen ist auch noch das Wetter allererste Sahne. Was dabei rauskommt, ist klar: eine Mega-Fete, die mächtig Laune macht.

Mein persönlicher „Dortbunt“-Rundgang am Samstagabend beginnt auf dem Friedensplatz, wo mich die Atmosphäre mit all den verlockenden Essensdüften von den Ständen ringsum ein bisschen ans Microfestival im September erinnert. Auf der Bühne direkt vor dem Rathaus spielen Klangpoet. Weil das noch nicht so hundertprozentig meine Musik ist und es noch so viel zu sehen gibt, gehe ich aber weiter zum Alten Markt. Dort habe ich Pech, weil gerade Umbaupause ist. Aber auf dem Alten Markt gefällt es mir in Sommernächten – und dieser Samstagabend Anfang Mai ist eine – auch ohne Musik. Die vollbesetzten Tische, die fast den ganzen Platz einnehmen, wirken fast, als wären wir irgendwo in den Ferien im Süden.

Ich gehe weiter zum Platz von Leeds hinter die Reinoldikirche. Da spielen gerade die beiden Jungs von „King’s Tonic“. Ich geb’s zu: Auch damit kann ich nicht viel anfangen – aber es wird besser, wesentlich besser: An meiner nächsten Station an der Hansastraße bin ich regelrecht begeistert und tanze mit. Die Clox müssen das sein. Solider gitarrenbasierter Rock. Das macht Spaß. Da fühlt man sich geerdet. Das riecht nach Ruhrpott, so wie ich es mag.

Aber ich will ja noch weiter – und bin von der Show hinter der Petrikirche schon von weitem überrascht. Ist Joe Cocker von den Toten auferstanden? Wer singt denn da so hammergeil? Aha, es sind die Komm’mit Manns. Okay, da wird mir einiges klar. Ein Riesen-Pulk von Menschen drängt sich vor der Bühne. Zu Recht. Das ist richtig Klasse!

Ich schlendere zurück zum Friedensplatz und kriege so gerade eben noch das Ende vom Auftritt von „Der Wolf“ mit. Okay, jetzt warte ich auch noch auf den Hauptact Frida Gold mit der charismatischen Sängerin Alina Süggeler. Jetzt, da es langsam dunkel wird und die Lichtshow ihre Wirkung entfacht, macht so ein Konzert erst richtig Spaß. Ich singe mit: Shalalalalalalala.


Andreas Schröter

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