Freitag, 19. Februar 2016

"Rosie's Revenge" bringt Abwechslung ins Hansa-Theater

Szene aus "Rosie's Revenge"
Nach der Premiere im März 2015 in der Wittener Werkstadt (Dortmunder Kulturblog berichtete) hat „Rosie’s Revenge“ am Mittwoch und Donnerstag einen Abstecher ins Hansa-Theater in Hörde gemacht.

„Rosie‘s Revenge“ – das ist einerseits der Name eines Künstlerkollektivs, bestehend aus der Wittener Schauspielerin Britta Lennardt, der Dortmunder Künstlerin Katja Struck und dem Regisseur Arnd Dörfling, und andererseits der Name ihrer spacigen, abgedrehten, schrägen, vielseitigen, aufwändigen und lustigen One-Woman-Produktion.

Kurz zum Inhalt: Rosie (Britta Lennardt) kommt aus den Tiefen des Alls auf die Erde und stellt große Verderbtheit fest. Mit Hilfe eines vergifteten Puddings will sie die Menschheit ausrotten. Am Ende besinnt sie sich und rettet die Erde durch Liebe.

Doch diese Handlung ist gar nicht so wichtig. „Rosie‘s Revenge“ ist letztlich eine Abfolge von Szenen, in denen Britta Lennardt ihre Vielseitigkeit beweisen kann: Sie singt, tanzt, schauspielert, improvisiert, versprüht Charme, unterhält sich mit sich selbst auf einem Bildschirm und hat insgesamt eine enorme Bühnenpräsenz.

Beachtenswert ist der Aufwand, den die drei Künstler betreiben. Die Bühne ist liebevoll dekoriert, es gibt Videoeinspieler, es dampft und brodelt an allen Ecken, und überall stehen giftig leuchtende kleine Puddings herum. Ein optischer Spaß und Hochgenuss. Beachtenswert ist ein Wunderkühlschrank (auf der Rückseite bedient von Katja Struck), aus dem immer neue Wunderwerke auf die Bühne gereicht werden. Das Gerät vermag es sogar, Rosie eine Perücke zu verpassen, indem diese einfach nur den Kopf hineinsteckt.

Bei der Vorstellung am Donnerstag war nicht nur Britta Lennardt in Hochform, sondern auch das Publikum. Es sang nicht nur stellenweise begeistert alte Gassenhauer mit, sondern gefiel sich auch in Zwischenrufen, was Britta Lennardt gekonnt aufnahm.

Dass nicht alles klappte, machte nichts. Im Gegenteil: Kleine Pannen machen eine solche Off-Produktion gerade besonders liebenswert. Außerdem ging Britta Lennhardt auch damit gekonnt um.

Es ist schön, dass es Menschen wie diese drei Theater-Liebhaber gibt, die ihre Freizeit opfern, um ein solches Stück auf die Beine zu stellen, ohne erwarten zu können, damit groß Geld zu verdienen oder berühmt zu werden. Sie bereichern einfach nur die Dortmunder Kulturszene.

Rosie‘s Revenge sucht nach weiteren Auftrittsmöglichkeiten. Kontakt: info@rosies-revenge.com


Andreas Schröter

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