Samstag, 16. Januar 2016

Theater im Depot zeigt "Schlachthof 5"

Szene aus "Schlachthaus 5"
Das Theaterstück "Schlachthof 5" nach dem Kultroman von Kurt Vonnegut ist am Samstag (23.1.), 20 Uhr, im Theater im Depot an der Immermannstraße zu sehen.

Billy Pilgrim, die Hauptfigur des Romans, hat sich von der Zeit losgelöst. Sein Leben ist ein wildes, unkontrollierbares Kopfkino, bei dem der Film vorwärts und rückwärts läuft.

Begleiten Sie ihn auf seiner Reise durch die Zeit und lassen Sie sich mit ihm von kleinen grünen Männchen auf einen fremden Planeten entführen!
Erleben Sie ein Science-Fiction-Abenteuer zwischen 2. Weltkrieg, dem bürgerlichen Nachkriegsamerika und dem sagenumwobenen Planeten Tralfamadore, das Anfang der 70er in den Kultstatus erhoben wurde.

„Hardt und ihren Performerinnen ist so etwas Seltenes wie eine von Tragik und Leid durchschossene Farce gelungen. Sie erzählen von einem, der mehr schlecht als recht ausgerüstet über die Kriegsbühnen stolpert und der so desolat wird, dass sogar sein Zeitempfinden sich auflöst. Pointiert gespielt, ohne falsches Pathos, ohne billige Anklagen, aber mit einer pragmatischen Gelassenheit, die umso schwärzer wirkt, je pragmatischer und gelassener sie wird “ (Zitty Juni 2013)

„Monika Wiedemer hüllt sich in jede Rolle wie in ein maßgefertigtes Kleidungsstück. Und Claudia Wiedemer weiß die chaotisch anmutende Abfolge von galaktischen Auftritts- und Handlungsorten ihres von Zeitsprüngen heimgesuchten Protagonisten als geradezu zwangsläufig darzustellen. Eine gelungene szenische Studie zu Zeitstrukturen im Krieg“ (ND Juni 2013)

„…eine herausragende Romanadaption und ein aufwühlender Einblick in eine historische Zeitspanne“. (hamburgtheater 24.4.15)

DER ROMAN

Der Roman von Kurt Vonnegut "Schlachthof 5 oder Der Kinderkreuzzug" handelt von der Frage, wie man mit einem nicht bewältigbaren Trauma umgehen kann. Vonnegut hat mehr als zwanzig Jahre darüber gerätselt, in welcher Weise er - in einer Art autobiographischen Schreibens - seine Erlebnisse in der Bombennacht von Dresden romanhaft werde bewältigen können. In dem Roman von Imre Kertesz "Fiasko", in dem der halbe Roman von der Frage handelt, wie es überhaupt möglich ist, über ein unvorstellbares Trauma zu schreiben, wird der Weg aufgezeigt, den Modus des konkret Konkreten des Lebens im "Hier und Jetzt" als haltgebende Lebensform zu verwenden, um hieraus zur Romandarstellung zu gelangen. Bei Vonnegut entsteht nun die Idee, dass es um die Generierung von etwas geht, das der Welt des Traumas entgegensteht, ihr aber doch anverwandt ist. Hier wird das den Trauma-Flashbacks entnommene aber doch quasi diesem entrückte mentale Leben in Zeitreisen verwandelt, in denen das Science-fictionhafte konkret Konkrete so erlebt werden kann, dass es sich von dem Trauma der eigenen Vergangenheit völlig ablöst: Tausende von Lichtjahren entfernt ergibt sich plötzlich eine faktische fiktionale Konkretheit von "realer" Liebe in einem Universum der Erreichbarkeit des Unzugänglichen. Und darum geht es auch in der (dialektischen) Inszenierung von Wenke Hardt. (Prof. Hinderk Emrich)

Wenn Gott heute noch leben würde, wäre er Atheist. (Kurt Vonnegut)

Vorstellung:
SA 23.01.2016 um 20 Uhr
Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.
AK 15 € / 10 € erm.
Ort: Theater im Depot
Regie: Wenke Hardt
Dramaturgie: Daniela Holtz
Choreografie: Eli Ho
Ausstattung: Alexander Schulz
Mit: Claudia Wiedemer,
Monika Wiedemer

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