Freitag, 8. Januar 2016

„Stadtgespräche im Museum“: New Yorkerin Carol Kahn Strauss spricht über „Heimat und Exil“ im MKK

Carol Kahn Strauss. Foto: Leo Baeck Institute, New York.
In der Reihe „Stadtgespräche im Museum“ geht es derzeit um das Thema „heimaten – Konstruktionen der Sehnsucht“: Aus verschiedenen Blickwinkeln befassen sich die Referentinnen und Referenten mit dem Begriff Heimat, passend zur großen Sonderausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Beim nächsten Termin der Stadtgespräche geht es um Migration: Carol Kahn Strauss, International Director des Leo Baeck Institute in New York City, spricht am Donnerstag, 14. Januar, 18 Uhr im MKK an der Hansastr. 3 über „Heimat und Exil“. Die „Stadtgespräche im Museum“ sind eine Kooperation des MKK mit der Technischen Universität Dortmund. Der Eintritt ist frei, eine FM-Anlage für hörgeschädigte Menschen steht kostenlos zur Verfügung.

Carol Kahn Strauss ist gebürtige New Yorkerin, entstammt aber einer jüdischen Dortmunder Familie. Ihr Vater war Rechtsanwalt und Amtsgerichtsdirektor in Dortmund, bis er durch die Nationalsozialisten abgesetzt wurde. 1938 flohen ihre Eltern über die Niederlande in die USA. Carol Kahn Strauss wuchs in New York mit der deutschen Sprache und Kultur auf: Wie so viele vertriebene Juden behielt ihre Familie das Land im Herzen, das sie vertrieben hat. Einrichtungen wie Synagogen oder das Leo Baeck Institute boten Möglichkeiten, der Heimat verbunden zu bleiben. 


Im Januar 2015 erhielt Carol Kahn Strauss das Große Bundesverdienstkreuz. Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte wird sie die spezifische Bedeutung von Heimat diskutieren, die sie als New Yorker Tochter einer Dortmunder jüdischen Familie entwickelt hat. 


Das Leo Baeck Institute in New York City ist ein wissenschaftliches Archiv, das die Geschichte und Kultur deutschsprachiger Juden dokumentiert. Es zählt zu den führenden Forschungsinstituten zur Geschichte der deutschsprachigen Juden und unterhält neben dem Sitz in Manhattan sowohl ein Büro in Berlin als auch eine Dependance seines Archivs im Jüdischen Museum Berlin.

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