Sonntag, 3. Januar 2016

"Letzte Lockerung": Ein Stück über Dada im Schauspiel-Institut

Dada hat Geburtstag! Am 5. Februar 2016 wird die künstlerisch-literarische Bewegung Dada 100 Jahre alt. Mit einer szenischen Lesung im Institut am Schauspielhaus Dortmund begeben sich „Die DADAinen“ an diesem Tag um 22 Uhr auf Spurensuche: Was ist Dada? Und wie dada ist unsere Gegenwart?

Die DADAinen geben auf diese Fragen keine Antworten, sondern präsentieren Textschnipsel, Tagebucheinträge, Manifeste, Lautgedichte, Dialoge und Lieder. In der szenischen Lesung geht es um Leben und Sterben, Liebe, Politik, Religion, Geld und Macht. Es geht um Zahlen und Zufall, das Nichts und die Wurst. Ein ganz und gar nicht vernünftiger Abend – und ein Versuch, 100 Jahre nach Dada eine verrückte Welt mit nichts zu verändern.

Am 5. Februar 1916 eröffnete der deutsche Emigrant Hugo Ball das „Cabaret Voltaire“ in Zürich. Das war die Geburtsstunde von Dada. Dada revoltierte gegen alles: konventionelle Kunst, bürgerliche Kultur und Krieg. Während Europa im Ersten Weltkrieg versank, suchte eine Handvoll Künstlerinnen und Künstler „eine elementare Kunst, die den Menschen vom Wahnsinn der Zeit heilen, und eine neue Ordnung, die das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle herstellen sollte“, so Hans Arp. Neben Arp und Ball waren dies zunächst Emmy Hennings, Tristan Tzara, Marcel Janco und Richard Huelsenbeck – doch viele Weitere wie Kurt Schwitters kamen dazu und trugen Dada nach Berlin, Hannover, Köln, Paris und New York. Zu ihren Mitteln gehörten Simultangedichte und Manifeste, Fotomontagen, Krach und wilde Soireen, Readymades und Vorläufer der Aktionskunst. Und wenn Dada als „Bewegung“ auch im Laufe der 1920er-Jahre mehrfach spektakulär endete, sind Einflüsse und Wirkungen in Kunst und Literatur bis heute lebendig.

Der Abend im Rahmen der Reihe „Spielbar“ im Institut des Schauspielhauses Dortmund bildet den Auftakt einer Lesetour der vier Dadainen durch das Dada-Jubiläumsjahr.

Weitere Termine finden Sie hier!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen