Mittwoch, 6. Januar 2016

Kino SweetSixteen: Film über ungarische Rechtsextreme und Podiumsdiskussion

Das Kino SweetSixteen im Depot an der Immermannstraße lädt für den 25. Januar, 19 Uhr,  zum Film "Judgement in Hungary". Anschließend findet eine Podiumsdiskussion statt.

Der Film läuft im ungarischen Original mit englischen Untertiteln – und wird live eingesprochen auf deutsch!

In den Jahren 2008 und 2009 überfallen Rechtsextremisten im Norden Ungarns mehrere Roma-Dörfer und töten zahlreiche Bewohner*innen. In Kooperation mit dem Bündnis Dortmund gegen Rechts zeigt das sweetSixteen-Kino Eszter Haidus Doku „Judgement in Hungary“, die den Prozess in Ungarn in einmaliger Weise dokumentiert. Im anschließenden Podiumsgespräch vergleicht Carsten Ilius (NSU Nebenklagevertreter) u.a. den Prozess mit dem aktuellen NSU Gerichtsverfahren.

Mit freundlicher Unterstützung des Bündnis Dortmund gegen Rechts (BdgR), Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VNN-BdA), Rosa-Luxemburg Stiftung, Republikanischer Anwältinnen – und Anwälteverein (RAV) und der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Diese packende Dokumentation wurde während eines zweieinhalbjährigen Prozesses gegen vier rechtsextreme Mörder in Ungarn fast ausschließlich innerhalb des Gerichtsgebäudes gedreht. Nicht erst, wenn selbst der zum Tatort gerufene Sanitäter als Zeuge behauptet, er habe die Schusswunde im Gesicht eines bestialisch ermordeten Roma-Kindes nicht erkennen können, wird deutlich, wie abgrundtief verbreitet rassistische Überzeugungen in der Bevölkerung und bei den Ermittlungsbehörden sein müssen. Vor den feistverstohlen nach Zustimmung suchenden Blicken der Angeklagten wird der Richter mehr und mehr zur nach allen Seiten hin strengen Hauptfigur dieses düsteren Kammerspiels. Ein wichtiger, in seiner konzentrierten Form hochaktueller Justizfilm ohne Ortsbeschränkung.

Eszter Hajdu
Geboren 1979 in Budapest. Studiert Soziologie sowie an der Hochschule für Film- und Fernsehen in Budapest. Ihr Fokus liegt auf Dokumentarfilmen mit sozialpolitischen Themen. Filme (Auswahl): DESTINO (2007, KF), THE FIDESZ JEW, THE MOTHER WITH NO SENSE OF NATION, AND MEDIATION (2008), DEMON HANDS (2010)


Eintritt: frei – Ohne Reservierung

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