Freitag, 29. Januar 2016

Ausstellung in der Berswordthalle würdigt „Rettungswiderstand“ im Nationalsozialismus

In der Zeit des Nationalsozialismus leisteten einige Menschen so genannten „Rettungswiderstand“: Sie versteckten von den Nazis verfolgte Mitbürger und bewahrten sie vor der sicheren Verhaftung und Deportation. So überlebte in Dortmund eine jüdische Frau den Krieg, weil sie im September 1944 kurz vor ihrer Deportation bei der später im Rombergpark ermordeten Widerstandskämpferin Martha Gillessen untertauchen konnte. Diese und andere historische Beispiele für Zivilcourage und Menschlichkeit würdigt die Ausstellung „Rettungswiderstand in Dieulefit“, die vom 2. bis 19. Februar in der Berswordthalle zu sehen ist.

Der Titel bezieht sich auf die südfranzösische Kleinstadt Dieulefit, deren Bewohnerinnen und Bewohner während der deutschen Okkupation viele Verfolgte versteckten und retteten, insbesondere jüdische Kinder und Kinder von Emigranten und Widerstandskämpfern aus Frankreich, Polen, Spanien und Deutschland. Weder Schutzsuchende noch Helfende wurden damals denunziert. Woraus sich solche Beispiele humaner Widerständigkeit speisten, ist auch heute angesichts des Umgangs mit Fremden und Geflüchteten eine wichtige Frage in Europa. Im Deutschen Reich gab es vergleichbare Fälle selten und vor allem auf individueller Ebene.

Die Ausstellung ist Teil des Projekts „Topographien der Menschlichkeit“. Sie ist vom 2. bis 19. Februar täglich von 10 bis 18 Uhr zu sehen, der Eintritt ist frei. Veranstalter sind die Vereine „Courage gegen Fremdenhass“ und „Deutsche Gesellschaft“ in Kooperation mit der Dortmunder Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, unterstützt durch die Auslandsgesellschaft NRW e.V.

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