Samstag, 9. Januar 2016

Ausnahmegeigerin Ioana Cristina Goicea spielt im SweetSixteen-Kino und im Orchesterzentrum

Ioana Cristina Goicea
Sie ist eine Solistin, von der man wohl noch hören wird: 23-jährig, internationale Wettbewerbspreisträgerin, experimentierfreudig und mit einem atemberaubend schönen Ton: Ioana Cristina Goicea heißt die schon in jungen Jahren auf dem internationalen Parkett des Virtuosentums sich bewegende Geigerin, die nicht nur die großen Werke der Standardliteratur souverän beherrscht, sondern sich auch auf neues Terrain wagt. Am 17. und 18. Januar spielt sie gemeinsam mit dem Kammerorchester Sinfonia NRW. Und dabei hebt sie eine Komposition aus der Taufe, die einen geradezu wahnwitzigen Schwierigkeitsgrad aufweist. Ausgedacht hat sie sich ein Dortmunder: Komponist Johannes Marks, sonst eher mit Kammermusikwerken präsent, betritt mit seinem Violinkonzert virtuoses Terrain und kann sich dabei auf die technischen Fertigkeiten und ein gewisses Draufgängertum seiner Solistin verlassen. „Manches geht an die Grenze des Machbaren“, so Ioana - gelassen lächelnd! „Aber es ist gerade eine Herausforderung, wenn die Musik einem musikalisch wie körperlich viel abverlangt.“

Apropos Herausforderung: Nicht nur von der Sologeigerin wird man Virtuoses zu hören bekommen – denn der Abend trägt den (italienischen) Titel „Ciascuno“; das bedeutet: >jeder<. Denn jeder darf im Laufe des Konzerts auch einmal "die erste Geige spielen" - die Komponisten Valentina Tebiakina und Michael Schultheis haben in ihren neuen, eigens für das Projekt geschaffenen Werken ein Solo für jede Musikerin/jeden Musiker, sei es nun die Flötistin oder der Tubist, vorgesehen. Und die zwölf Mitspieler des Ensembles sind dazu aus ganz NRW für das Projekt sorgfältig gecastet.

Tebiakinas Werk heißt passenderweise „Stimmen“ und bezieht sich unter anderem auf Monteverdi. Schultheis gestaltet die Soli vor wechselnden klanglichen Hintergründen wie in der Malerei - und hat die Komposition „Landschaften“ genannt.

Das schon legendäre Werk „Flammentropfen“ von Violeta Dinescu beinhaltet Improvisationen. Die Komponistin gibt musikalische Grundcharaktere vor, beschränkt sich aber auf ein DIN-A-4-Blatt an Noten und überlässt eine Vielzahl von Gestaltungsentscheidungen den Ausführenden – beginnend mit der Spieldauer, die eine Minute oder - wie bei diesem Konzert - zehn Minuten betragen kann ... oder sogar Stunden!

Das Ensemble Sinfonia wird diesmal von einem Gastdirigenten geleitet: Florian Erdl, stellvertretender Generalmusikdirektor am Schleswig-Holsteinischen Landestheater Flensburg und versierter Konzert- und Operndirigent, der schon in jungen Jahren mit zahlreichen bedeutenden Orchestern zusammengearbeitet hat, wird die musikalische Leitung übernehmen.

Das Projekt erfreut sich einer besonderen medialen Aufmerksamkeit: Der Sender WDR 3 wird das Konzert am Montag mitschneiden.

Die Konzertdaten kompakt:

1. Aufführung: Sonntag, 17. Januar 2016, 19.30 h,

SweetSixteen-Kino im Depot, Immermannstraße 29, 
44147 Dortmund

Am selben Tag findet, ebenfalls im Depot, um 17 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Der Virtuose im 21. Jahrhundert“ statt. Teilnehmer sind u.a. die Komponistin Violeta Dinescu und der Dirigent Florian Erdl.

2. Aufführung: Montag, 18. Januar 2016, 19.30 h,

Orchesterzentrum NRW,
 Brückstr. 47,
 44135 Dortmund

Konzertkarten zum Preis von € 20,--/erm. 12,--

Tickethotline: 0231 58 69 72 19

Karten per Mail unter info@orchester-sinfonia.de

Der Eintritt zur Podiumsdiskussion ist frei – Anmeldung erbeten

Veranstalter: Verein für Neue Musik Dortmund e.V. Mit freundlicher Unterstützung: Hotel Esplanade Dortmund, Sparkasse Dortmund, Kulturbüro der Stadt Dortmund, Landesmusikrat NRW, Anne-Fischer-Stiftung. Ein besonderer Dank gilt dem Team des Konzerthauses Dortmund für die tatkräftige Unterstützung!

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