Samstag, 31. Januar 2015

Ausstellung "Heimatsucher" in der Steinwache

Sigmund Pluznik,
 ein jüdischer Widerstandskämpfer
Foto: Heimatsucher.de
Vom 3. Februar bis 10. April präsentiert die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache die Ausstellung "Heimatsucher" zusammen mit dem gleichnamigen Verein sowie dem BVB. Sie zeigt Porträts von Holocaustüberlebenden aus Deutschland und Israel.

Die unterschiedlichen Porträts erzählen vom Leben vor, während und nach der Schoah. Bildporträts, Interviewhefte sowie Audiomitschnitte von Interviews ermöglichen den Besuchern ein Kennenlernen verschiedener Menschen und ihrer Geschichten, die sowohl vom Grauen des Holocausts als auch den die Überlebenden bis heute verfolgenden psychischen und biographischen Problemen erzählen.


Persönlicher und emotionaler Zugang zur Geschichte

Durch diesen persönlichen und sehr emotionalen Zugang sowie die deutlich werdenden, bis heute reichenden Folgen des Holocausts wird für Erwachsene wie Kinder gleichermaßen ein empathischer Zugang zum Thema geschaffen. Gerade in Anbetracht der immer weniger werdenden Zeitzeugen und des weiterhin existierenden Antisemitismus ein wichtiges Ziel historischer Bildung.


Didaktische Angebote für Schulklassen und Jugendgruppen

Neben der Ausstellung selbst wird es vor allem didaktische Angebote für Schulklassen und Jugendgruppen geben. Ziel ist es dabei, Schülerinnen und Schüler ab der 4. Klasse zu ermutigen, als Zeugen persönlicher Überlebensgeschichten selbst aktiv zu werden. Die Ausstellung bietet die Grundlage, Geschichte kennen und fühlen zu lernen. So finden vor allem, aber nicht nur, Kinder und Jugendliche - egal welcher Herkunft und ungeachtet ihres Bildungsniveaus - einen Zugang zum Thema Holocaust und werden befähigt, dessen Bedeutung trotz zeitlicher Distanz zu begreifen.


Holocaustüberlebende Siegmund Pluznik bei Eröffnungsveranstaltung

Am Donnerstag, 5. Februar, 19 Uhr, wird zudem im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung der Holocaustüberlebende Siegmund Pluznik seine Geschichte erzählen und Fragen beantworten. Darüber hinaus wird es Fachvorträge und einen Workshop für Lehrerinnen und Lehrer zum Thema "Erinnern in der Migrationsgesellschaft" geben.

Zum Thema

Die Ausstellung sowie die sie begleitenden Angebote und Veranstaltungen sind Teile des städtischen Programms zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus.

Internationales Frauenfilmfestival in Dortmund

Plakat zum Internationalen
 Frauenfilmfestival Dortmund|Köln 2015

Bild: Rammatik
Das nächste Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln findet vom 14. bis zum 19. April in Dortmund statt. Im Fokus der rund 80 Filme aller Genres steht in diesem Jahr das Thema "Komfort".

Der Wunsch nach Komfort oder Bequemlichkeit ist verständlich, ebenso die Absicht, den eigenen Lebensstandard oder den der Kinder zu verbessern. Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich immer mehr, 2016 wird 1 Prozent der Weltbevölkerung 50 Prozent des Weltvermögens besitzen. Der Grad der Ausbeutung natürlicher Ressourcen sieht ähnlich dramatisch aus. Was kostet das konkret? Und wer bezahlt für den Wohlstand, den Komfort, das gute Leben der Menschen in den Wohlstandsgesellschaften?

Kontinuierlich wächst das Unbehagen gegenüber steigendem Konsum. Vor allem die Dokumentarfilme reißen die Scheuklappen der alltäglichen Schizophrenie für mehr als eine Filmlänge herunter und rühren mit Klarheit und Menschlichkeit an existenzielle Fragen.


80 Filme vom Videoclip bis zum Dokumentarfilm

Das Festival präsentiert in der thematischen Sektion rund 80 Filme aller Genres - vom kurzen Videoclip, Werbefilm oder Essay bis zum großen Spiel- und Dokumentarfilm. Aktuelle und historische Filme treten unter der thematischen Klammer KOMFORT in einen Dialog. Stoff für viele Diskussionen mit zahlreichen deutschen und internationalen Filmemacherinnen und Künstlerinnen, deren Filmschaffen das Festival vom 14. bis 19. April in Dortmund feiert.


Wer Ruhrgebiet sagt, sagt auch Arbeit

Vor dem Komfort steht die Arbeit Harte Arbeit, um sich Produkte und Konsumgüter leisten zu können, die einem im Ziel wiederum die Arbeit, das Leben erleichtern. Diese Idee von Arbeit ist und war im Ruhrgebiet identitätsstiftend. Dabei dominiert von der Darstellung von Männern den Bilderkanon. In Kooperation mit der Kinemathek im Ruhrgebiet zeigt das Festival historische Filme, die diesen Bilderkanon erweitern. Sie beschreiben, unter welchen Bedingungen Frauen im Ruhrgebiet gearbeitet und gewirtschaftet haben.

Dortmund im Film

Die Dortmunderin Elisabeth Wilms gilt als Filmpionierin. Vom Beginn der 1940er Jahre bis zu ihrem Tod 1981 hat sie mehr als 150 Filme realisiert. Sie hat den Alltag ihrer Umgebung, das Leben im bombenzerstörten Dortmund und den späteren Wiederaufbau gefilmt und für die Nachwelt festgehalten. Auch Industrie-, Werbe-, Reisefilme und Reportagen gehören zu ihrem Werk. Das Festival konzentriert sich auf die Dortmunder Filme.


Wer zahlt die Rechnung?

Der Dokumentarfilm No Land No Food No Life von Amy Miller (CA 2013) ist ein Appell, nicht länger wegzuschauen und den in großem Stil von Multiplayern der Lebensmittelindustrie betriebenen Landraub zu stoppen. Miller gibt Menschen und Gemeinschaften eine Stimme, die darum kämpfen, die Kontrolle über ihr Land und ihre Autonomie zu behalten.


Komfortzone im Dortmunder Kunstverein

Im Dortmunder Kunstverein wird die Klasse von Shana Moulton, Professorin an der Kunstakademie Münster, flankierend zum Festivalthema eine Komfortzone einrichten. Der Titel To Seek Out, to Explore, to Doze, to Snooze (übersetzt: auf der Suche sein, erforschen, dösen, schlummern) verweist auf das Konzept des "Snoezelen room", der alle Sinne anspricht. Licht, Farbe, Sound, Musik, Temperatur und Gerüche werden den Kunstverein am Dortmunder U einhüllen und in einen Parallelraum verwandeln. Die Ausstellung ist vom 7. März bis 3. Mai zu sehen. Während des Festivalzeitraums werden täglich Performances stattfinden.


Filmbildung - Angebote fürs junge Publikum

Das IFFF Dortmund|Köln ermöglicht mit seinen Angeboten für Dortmunder und Kölner Schulen eine altersgerechte Auseinandersetzung mit dem Medium, das die Wahrnehmung von Kindern und Jugendlichen prägt und beeinflusst wie kein zweites. Die Filme werden begleitet von anschließenden Gesprächen, in denen Medienpädagogen und Filmschaffende über Inhalt, Form und Produktionszusammenhänge informieren und Fragen der Schüler beantworten.

Das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund|Köln findet in jährlich wechselndem Rhythmus in den Städten Köln und Dortmund statt. Mitveranstalter ist das Kulturbüro der Stadt Dortmund.

Freitag, 30. Januar 2015

SchulKinoWochen NRW 2015: Inklusiver Fimworkshop im Kino im U

Ausschnitt aus dem Film "Die Kunst, sich
die Schuhe zu binden"  Foto: MFA-Film
Im Rahmen der SchulKinoWochen NRW findet am 5.2. um 10 Uhr im Kino im U in Dortmund ein inklusiver Filmworkshop statt.

Die SchulKinoWochen bieten Gelegenheit für Entdeckungen und Begegnungen. Schülerinnen und Schüler entdecken im Kino neue Welten und lernen Filmschaffende kennen. Die inklusiven Schulvorführungen wollen Begegnungen zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung stiften. Ungezwungen und auf Augenhöhe. Schülerinnen und Schüler aus Regel- und Förderschulen schauen gemeinsam die schwedische Komödie „Die Kunst sich die Schuhe zu binden“ und tauschen sich hinterher in Gruppen darüber aus. Der Film nimmt den Druck von den Schülern mit Förderbedarf, über ihre Behinderung definiert zu werden. Indem über etwas Drittes gesprochen wird, nämlich den Film, können sich die Schüler mit Behinderung und die Schüler ohne Behinderung gleichberechtigt begegnen und Inklusion hautnah erleben. Die kurzen Workshops sind praktisch und handlungsorientiert. Im Vordergrund stehen der Spaß am freien Assoziieren und die Begegnung. Die inklusiven SchulKinoWochen wollen zur Bewusstseinsveränderung zum Thema Inklusion beitragen und Barrieren in den Köpfen abbauen.

Vorbereitet und unterstützt werden die Veranstaltungen von einem Seminar des Lehrstuhls für Körperliche und Motorische Entwicklung der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund.
Vom 22. Januar bis 04. Februar 2015 beteiligen sich landesweit über 100 Kinos an den SchulKinoWochen NRW, die von„VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz“ und „FILM+SCHULE NRW“, einer gemeinsamen Initiative des Landschafts­verbands Westfalen-Lippe (LWL) und des NRW-Schulministeriums, veranstaltet werden. Sie bieten Schülern aller Schulformen und Altersstufen, an einem ungewöhnlichen Lernort ihre Medienkompetenz zu stärken. Mehr als 92.000 Schüler und Lehrer sind dem Aufruf gefolgt, den Unterricht vom Klassenzimmer in den Kinosaal zu verlegen.

Das Filmprogramm der SchulKinoWochen NRW greift mit konkreten Lehrplanbezügen eine große Bandbreite der Unterrichtsinhalte unterschiedlichster Fächer auf und kann mit Hilfe des kostenlos angebotenen pädagogischen Begleitmaterials im Unterricht vor- und nachbereitet werden.

Die SchulKinoWochen NRW werden veranstaltet von VISION KINO – Netzwerk für Film und Medienkompetenz und von „Film + Schule NRW“, einer gemeinsamen Initiative des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und des LWL-Medienzentrums für Westfalen. VISION KINO ist eine gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung der Film- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Sie wird unterstützt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Filmförderungsanstalt, der Stiftung Deutsche Kinemathek, sowie der „Kino macht Schule“ GbR, bestehend aus dem Verband der Filmverleiher e.V., dem HDF Kino e.V., der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater e.V. und dem Bundesverband kommunale Filmarbeit e.V.. Die Schirmherrschaft über VISION KINO hat Bundespräsident Joachim Gauck übernommen. Kooperationspartner der SchulKinoWochen NRW sind das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, die filmothek der jugend nrw, die kommunalen Medienzentren in NRW, die Bundeszentrale für politische Bildung und spinxx.de, das Onlineportal für junge Medienkritik.

Cabaret Queue: Peter Vollmer mit "Frauen verblühen, Männer verduften – Folge 2"

Peter Vollmer
7. Februar, 20 Uhr, 8. Februar, 19 Uhr
Cabaret Queue, Hermannstraße 74 in Hörde

Viele Männer verduften, aber einer kommt – zum Glück! – immer wieder: Peter Vollmer. Diesmal mit der lang ersehnten Fortsetzung seines Erfolgsprogramms. Beim Mann in der Lebensmitte besteht weiterhin akute Fluchtgefahr. Er kann es sich nicht als Golf spielender Genießer mit Bauchansatz, Komfortlimousine und Zweitfrau gemütlich machen; er hat Altersgenossen wie Brad Pitt, Til Schweiger und Henry Maske vor Augen – also quält er sich im Hamsterrad der Fitnessmühle und spricht das Mantra: „Ich möchte niemals auseinandergehen.“ 

Für eine heiße Liebesaffäre fehlt ihm die Zeit, denn er muss noch zur Kosmetikerin. „Burn out“ ist und bleibt ein Fremdwort – aber inzwischen spürt er, was es bedeutet. Und an jeder Ecke lauert ein Arzt oder Apotheker mit einem neuen Lifestyle-Medikament — doch leider zu spät. Denn was an Geld übrig war, ist längst für die Haarverpflanzung draufgegangen. 

Da fragt sich auch Peter Vollmer, ob es nicht höchste Zeit ist, diesem unwürdigen Leben zu entfliehen. Vorher aber nimmt er sich und seine Altersgenossen noch einmal ins Verhör: Gibt es wirklich nichts Wichtigeres als die Frage nach der eigenen Rente, dem richtigen Joggingschuh und dem dazu passenden Rotwein? Wir wollten doch mal die Welt verändern — jetzt gehen wir schon zufrieden ins Bett, wenn wir es geschafft haben, den Müll in die richtige Tonne zu werfen 

Mehr Informationen finden Sie unter: www.peter-vollmer.de

Donnerstag, 29. Januar 2015

Kunstspaziergang zum Thema "Street Art"


Bild: 44309 street/art gallery
"Street Art" ist das Thema des nächsten Dortmunder Spaziergangs am 1. Februar, zur Kunst im öffentlichen Raum. Zahlreiche Wandbilder sind im Unionviertel bereits entstanden. Weitere Wände werden gesucht.

Treffpunkt ist die "44309streetartgallery" an der Rheinischen Straße 16 um 14 Uhr. Während des 1,5-stündigen Besuchs sehen die Teilnehmer die aktuelle Ausstellung "Night and Day" der Künstlerin Claudia Walde alias Mad C. Galeristin Daniela Bekemeier erzählt über ihre Arbeit mit Street Art-Künstlern und erläutert die Herausforderungen, die sich bei jeder Wandarbeit (Mural) aufs Neue stellen.

Seit fünf Jahren betreiben Daniela Bekemeier und ihr Mann Olaf Ginzel die Galerie, seit 2013 im Unionviertel. Die beiden Galeristen vernetzen die lokale und internationale Szene der Street Art. Neben Ausstellungen in der Galerie sind zahlreiche Wandbilder im Unionviertel entstanden. Weitere Wände werden gesucht…

Die Teilnahme an "Street Art" kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Tickets gibt es an der Kasse des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Telefon 0231 50-25525. Gäste von außerhalb erhalten eine Rechnung.

Die Dortmunder Spaziergänge zur Kunst im öffentlichen Raum können auch separat gebucht werden, zum Beispiel für eine Geburtstagsfeier, einen Betriebsausflug oder für externe Gästegruppen. Infos unter Telefon 0231 50-26028.

Die unglaublichen Entdeckungen der Musikonauten – 3. Familienkonzert

Dortmunder Grundschüler haben über Musik geforscht. Sie haben ihre Gedanken aufgenommen, aufgemalt und aufgeschrieben. Sie haben Geschichten erfunden und den Klängen dazu verholfen, Bild zu werden. „Die unglaublichen Entdeckungen der Musikonauten“ sind im 3. Familienkonzert der Dortmunder Philharmoniker am 01.02.2015 im Konzerthaus Dortmund zu erleben.

Den umgekehrten Weg sind Philipp Armbruster, Dirigent des Familienkonzerts, Barbara Volkwein (Dramaturgie, Konzept) und Michaela Dicu, zuständig für die szenische Umsetzung, gegangen. Sie haben die gesammelten Ideen der Kinder gesichtet, neu zusammengestellt und haben darin wiederkehrende Motive und Ideen gefunden, die sie zur Wahl der Stücke inspirieren und die Ideen der Kinder wieder zu Musik werden lassen.

Die Klänge der Natur, die Stimmen der Tiere, das Murmeln und Rauschen der Flüsse, das Rauschen der Blätter im Wind - all das ist Musik, und so mancher Komponist hat auch in seinem Schaffen Natur durch Musik ausgedrückt. Beethovens Pastorale-Satz aus seiner Ballettmusik „DieGeschöpfe des Prometheus“ erzählt von einer solchen Naturidylle.

Es gibt Musik, die will nicht mehr aus den Köpfen heraus. Sie setzt sich fest und quält einen, denn Ohrwürmer sind unbarmherzig und jagen wie auf einer Autobahn durch unsere Köpfe. Sie klingen wie die Streichersuite von Raimund Philippi, die genau dieses Gefühl des Repetitiven, des sich stets Wiederholenden vermittelt.

Neben den Musikonauten gehört auch die Kindersinfonietta der Musikschule Dortmund zu den Akteuren des 3. Familienkonzerts. Zusammen mit den Dortmunder Philharmonikern navigieren sie durch Ohrwurmmeere in Richtung Musikkontinent. Eine abenteuerliche Reise für alle Beteiligten.

Termine: 01.02.2015, Konzerthaus Dortmund, 10.15 Uhr und 12.00 Uhr

Karten unter 0231-50 27222 oder philharmoniker.theaterdo.de

Weitere Infos: www.doklassik.de

Mittwoch, 28. Januar 2015

RuhrHOCHdeutsch: Vorverkauf startet am 31. Januar

Mit Ottfried Fischer
 (Bulle von Tölz, Ottis Schlachthof)
 ist gleich zu Anfang einer der
 bekanntesten und beliebtesten Kabarettisten dabei

Foto: Theater Fletch Bizzel
Vom 25. Juni bis 11. Oktober präsentiert das größte Festival seiner Art in Deutschland wieder Highlights der Kabarett und Comedy Szene, aus dem Ruhrpott und von anderswo: RuhrHOCHdeutsch.

Ruhrdeutsch ist der "märchenhafteste aller deutschen Dialekte". Und im historischen Spiegelzelt an den Westfalenhallen (A40/B1) hört er sich noch schöner an als anderswo. Dort präsentieren wir den ganzen Sommer lang – von Ende Juni bis Mitte Oktober – Highlights der Kabarett und Comedy Szene, aus dem Ruhrpott und von anderswo. Stars und Sternchen ; Newcomer und Aufsteiger; bekannte Namen und Geheimtipps zum Weitersagen.

Mit 109 Veranstaltungen an 109 Tagen ist RuhrHOCHdeutsch das größte Festival seiner Art in Deutschland. Es setzt mit seiner programmatischen Mischung und Vielfalt einen besonderen, herausragenden Akzent im Kultursommer der Stadt Dortmund und lockt Zuschauerinnen und Zuschauer nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern weit darüber hinaus in die unvergleichliche Atmosphäre des Spiegelzelts aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

So nostalgisch das Spiegelzelt anmutet, so wenig von Gestern ist das Programm von RuhrHOCHdeutsch. Im sechsten Jahr präsentiert es wieder eine illustre Schar bekannter und beliebter Kabarettisten, Comedians und Musiker.


Die beliebten ...immer-Veranstaltungen:

Zum Programm sagt Horst Hanke-Lindemann, künstlerischer Direktor des Festivals: "Bewährte Programmreihen, die sich beim Publikum großer Beliebtheit erfreuen, haben wir beibehalten. Montags und dienstags präsentieren wir die diversen …immer-Veranstaltungen: immer montags mit Pommes, Currywurst und Brinkhhoff’s-Bier und Kabarett vom Feinsten für 17 €; immer dienstags "Der Bauch lacht mit – Dat Neue" - Ein 5-Gänge-Menü mit "Die Kneipe – Kabarett von am Tresen" für 49 € inklusive Speisen und Getränken.



Das Wochenende:

Auch in diesem Jahr ist es wieder gelungen, einige ganz besondere Künstler ins Spiegelzelt zu locken. So ist mit Ottfried Fischer (Bulle von Tölz, Ottis Schlachthof) gleich zu Anfang einer der bekanntesten und beliebtesten Kabarettisten dabei. Er ist nicht nur Gastgeber der Eröffnungs-Benefiz-Gala am 25. Juni, in deren Rahmen er einen "kleinen Ottis-Schlachthof" mit illustren Gästen (u.a. Pit Klocke und Kai Magnus Sting) präsentieren wird. Direkt anschließend (26. und 27.Juni) steht er mit seinem Best Of Programm "Jetzt noch langsamer" auf der Bühne.

Und aus der "ZDF-Anstalt" kommt Max Uthoff ins Spiegelzelt und präsentiert seine "Gegendarstellung". Ebenfalls bekannt aus Funk und Fernsehen sind Werner Schneyder, Mathias Richling, Gernot Hassknecht, Horst Schroth, Philip Simon, Richard Rogler, Tobias Mann, Thomas Freitag, Christian Ehring und das Kom(m)ödchen Ensemble sowie der diesjährige Gewinner des Deutschen Kleinkunstrpeises, Christoph Sieber.

Als Vertreter der kölnisch-rheinischen Kabarettschiene beehren uns der leise-ironische Jürgen Becker, der polternd-laute Wilfried Schmickler, der Erfinder des NightWash Comedy Club Knacki Deuser und als Vertreter des "schwarzen Humors" Dave Davis.

Und aus dem Ruhrpott – der "Wiege des Kabaretts" – ist fast alles vertreten, was Rang und Namen hat. In alphabetischer Reihenfolge: Lioba Albus, Hennes Bender, Die Bullemänner, Fritz Eckenga, Frank Goosen, Pit Klocke, Bruno "Günna" Knust, Jochen Malmsheimer, Hagen Rether, Uta Rotermund, René Steinberg, Kai Magnus Sting und Torsten Sträter. Und als musikalischer Beitrag Stefan Stoppok mit seinem Solo-Programm.

Darüber hinaus werden im Spiegelzelt eine Vielzahl weiterer bekannter und beliebter Künstlerinnen und Künstler präsentiert, z. B. in den ...immer montags-Veranstaltungen. Stellvertretend seien genannt: Lisa Feller, Reiner Kröhnert, Henning Schmidtke, Jess Jochimsen und Uli Masuth.


Die Specials:

In die zweite Runde (nach 2014) geht das von Knacki Deuser moderierte Stand-Up Festival, das an vier aufeinander folgenden Abenden einen feinen, bunten Querschnitt von dem bietet, was die junge und jung gebliebene Stand-Up Szene zu bieten hat. Jede Show wird anders und jede ist ein Erlebnis für sich.

Und obwohl keine WM ist, heißt es auch in diesem Jahr wieder "Löw kann nicht – Die Sportrevue wo au luschtig is". Ein unterhaltsam kabarettistisches Programm für Sportsfreunde und andere, vor allem Frauen und Männer. Mit Fritz Eckenga, Matthias Bongard, Peter Freiberg, Thomas Koch und anderen.

Zum Thema:

Der Vorverkauf beginnt am Samstag, 31. Januar 2015 ab 10 Uhr im TicketShop des Theaters Fletch Bizzel, Humboldtstr.45, Ticket-Hotline: 0231- 142525 und
karten@fletch-bizzel.de
Onlineverkauf
Programm [pdf, 5,5 MB]

Schauspiel: "Das Bekenntnis eines Masochisten" hat Premiere im Studio

Szene aus "Das Bekenntnis eines Masochisten"
Foto: Birgit Hupfeld
31. Januar, 20 Uhr
Schauspielstudio


Die Groteske des tschechischen Autors Roman Sikora überträgt die Mechanismen einer individuellen „Perversion“ humorvoll auf das moderne Wirtschaftssystem: Der Protagonist Herr M. hat es schwer. Auf der Suche nach wirklicher Demütigung findet er nur seichtes Mittelmaß: Keine Freundin und auch keine professionelle Domina kann seinen Erwartungen gerecht werden – alle machen nur das, was er ihnen vorschlägt. Schließlich hat Herr M. eine Eingebung: Erniedrigung durch Verausgabung! Er nimmt mehrere Jobs gleichzeitig an – selbstverständlich ohne Sozialversicherung! – unterminiert die Gewerkschaft und tritt öffentlich für Mehrarbeit bei geringerer Bezahlung ein. Das Paradies ist zum Greifen nah, als Herr M. zu einer Olympiade der Selbstausbeutung eingeladen wird. Im Finale: Herr M. und ein Chinese! Doch es kommt anders als er denkt…

Roman Sikoras Groteske verbindet gekonnt und intelligent die Themenfelder von sexueller Perversion und Kapitalismus und erschafft einen neuen Blick auf unsere Gesellschaft: Aber ist Herr M. wirklich anders oder wie wir alle, nur konsequenter?

Es inszeniert der Regisseur Carlos Manuel, der in der vergangenen Spielzeit bereits Kafkas „Der Prozess“ auf die Bühne brachte. Auf der Bühne stehen Marlena Keil, Björn Gabriel und Sebastian Graf, das Bühnen- und Kostümbild stammt von Vinzenz Gertler, für die Dramaturgie ist Dirk Baumann verantwortlich.

Dienstag, 27. Januar 2015

Carsten Bülow liest im "Le chat qui lit" Dostojewskis "Spieler"

Carsten Bülow
"Klassiker Komplett“ heißt es zum 4. Mal im „Le chat qui lit“ - Harnackstraße 32 – 44139 Dortmund. Und komplett szenisch vorgetragen wird dieses mal F.M. Dostojewskis „Der Spieler“. Iris Harlammert und Carsten Bülow haben sich zusammen mit ihren Gästen für diesen Klassiker entschieden und freuen sich bereits sehr auf spannende Abende, an denen nach den Lesungen noch kräftig in gemütlicher Runde über die Lektüre gesprochen und diskutiert werden kann. Es werden 6 Abende sein. Ab dem 3.2. immer dienstags um 20 Uhr. Eine Einzelveranstaltung kostet 8 Euro. Wer sich entschließt an allen 6 Abenden dabei zu sein, erhält einen Rabatt von 8 Euro. Kartenvorbestellung unter 0170/5980331 bei Iris Harlammert.

"WDR 3 Jazzfest" in domicil und Konzerthaus

Solokonzerte gibt es unter anderem
 von der slowenischen Pianistin Kaja Draksler

Bild: Ziga Koritnik
Das Kulturradio des WDR schickt sein "WDR 3 Jazzfest" auf Tournee durch NRW: Vom 28. bis 31. Januar werden das domicil und das Konzerthaus Austragungsort für ein breitgefächertes Programm sein.

In Dortmund zeigt das WDR 3 Jazzfest erneut Verbindungen zwischen der Vielfarbigkeit der jazzmusikalischen Dialekte Europas und der Geschichte der swingenden Musik der USA - etwa mit der afroamerikanischen Sängerin Jazzmeia Horn und dem Kirk Lightsey Trio.

Aber auch mit neuen Bandkonstellationen, die beim WDR 3 Jazzfest ihren Ausgangspunkt finden: die Begegnung von John Scofield und dem Pablo Held Trio oder die Wiresongs der Schweizer Sängerin Sarah Buechi und dem WDR-Jazzpreisträger Niels Klein.

Mehrere Ensembles stellen ihr neues Repertoire vor: das Projekt BEAM des Kölner Saxofonisten Stephan Mattner, das Thomas Rückert Trio oder das österreichisch-schweizerische Quartett von Trompeter Lorenz Raab. Auch der amerikanische Pianist Craig Taborn präsentiert im Dortmunder domicil sein neues Bandprojekt. Nicht zu vergessen die Solo-Konzerte mit der slowenischen Pianistin Kaja Draksler und dem in Frankreich lebenden Gitarristen Nguyên Lê.

In 2015 wird der WDR Jazzpreis zum elften Mal verliehen, am 30. Januar im Konzerthaus Dortmund.

Veranstalter ist der Westdeutsche Rundunk Köln in Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Dortmund, dem Konzerthaus Dortmund und dem domicil.

Gute Festivaltradition sind die Jazznächte, so auch diesmal wieder: In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar werden in der 57. gemeinsamen "WDR 3 Jazznacht" alle Konzerte des Jazzfests live und in Mitschnitten ausgestrahlt.

Montag, 26. Januar 2015

Neue Reihe am KJT: Open Stage - 1. Folge: Poetry Slam

Am Freitag, 30. Januar, um 20 Uhr startet eine neue Reihe im KJT. Die sogenannte „Open Stage“. Das ist ein buntes Potpourri aus verschiedenen Veranstaltungen, in dem sich das Ensemble, Jugendliche, Musiker, DJs oder die Crew hinter der Bühne austoben können. Von der szenischen Lesung über das Live-Hörspiel, die Jam-Session, einen Kochabend oder eben wie im Januar der erste „Poetry Slam“ ist vieles möglich.

Moderiert wird der Abend im Januar von Ensemble-Mitglied Bianka Lammert und der Jugendclub-Schauspielerin Fatima Talalini. Letztere ist selbst erfahrene Slammerin.

Als Music-Act freuen sich die Veranstalter auf „Havanna Surf“ aus Dortmund. Jens Röper und Fabian Koch haben sich der spanischen und lateinamerikanischen Gitarrenmusik verschrieben – genau das Richtige für den kalten Januar.

Es slammen unter anderem: Christoph Koitka (Recklinghausen), Özge Cakirbey (Dortmund), Sven Hensel (Gelsenkirchen), Thorsten Bihegue (Dortmund). Bis Spielzeitende findet die Veranstaltung an jedem letzten Freitag im Monat statt.

Termin: 30. Januar, 20 Uhr
Eintritt: FREI!

Vorschläge oder Angebote für die Open Stage bitte an: istahl@theaterdo.de
oder 0231-50 22 416

Oper: Starkes Bühnenbild im "Rosenkavalier"

Emily Newton (Feldmarschallin), 
Karl-Heinz Lehner (Ochs von Lerchenau),
 Ileana Mateescu (Octavian) 
©Thomas Jauk / Stage Picture GmbH

Wenn ein Opernintendant kurz vor der Aufführung vor den Vorhang tritt, bedeutet das nichts Gutes: kranke Sänger, nicht funktionierende Technik … So auch am Sonntag bei der Premiere seines Rosenkavaliers in der Oper (Musikalische Leitung: GMD Gabriel Feltz). Jens-Daniel Herzog musste verkünden, dass Feldmarschallin-Erstbesetzung Christiane Kohl erkrankt war, so dass Zweitbesetzung Emily Newton die Premiere sang – und, um es vorweg zu sagen: Sie machte es mit ihrer bekanntlich enormen Bühnenpräsenz gut. Emily Newton sollte eigentlich die Jungfer Marianne Leitmetzerin singen. Diese Rolle übernahm Stephanie Weiss. Zu allem Überfluss waren beide Besetzungen für den Ochs leicht kränklich. Karl-Heinz Lehner versuchte es trotzdem und hielt ohne Probleme bis zum Ende durch. Herzog überbrachte diese schlechten Nachrichten mit viel Charme: „Wir sind ein glückliches Opernhaus, nicht nur weil wir den Rosenkavalier spielen dürfen, sondern auch, weil wir Zweitbesetzungen haben“. Sympathisch!

Wer ehrlich ist, muss zugeben, dass Stoffe wie der Rosenkavalier in den vergangenen 100 Jahren gelitten haben. Es geht über vier Stunden lang um ein bisschen adeliges Liebesgeplänkel, einen Schurken, der am Ende vom Hof gejagt wird, und Witzchen, die ihre Pointe aus der Verwechslung von Männern mit Frauen und – dank der traditionellen Hosenrolle des Octavian (gut: Ileana Mateescu) – auch umgekehrt beziehen. Das wirkt heute leicht angestaubt und reißt niemanden mehr vom Hocken. Da muss die Inszenierung selbst ein starkes Gegengewicht setzen, um das Publikum über die volle Distanz bei der Stange zu halten. In Dortmund geschieht das unter anderem durch das starke Bühnenbild (Mathis Neidhardt). Ist es im ersten Akt noch das ganz in Gold gehaltene, prunkvoll mit vielen Ornamenten ausgestattete Schlafzimmer der Feldmarschallin, wird es im dritten Akt zur düsteren, heruntergekommenen und stark schief stehenden Spelunke, in der sich Ochs mit Mariandl alias Octavian trifft. Beide Varianten könnten in der Zeit angesiedelt sein, in der die 1911 in Dresden uraufgeführte Richard-Strauss-Oper (Libretto: Hugo von Hofmannthal) ursprünglich spielt: 1740. Im Zweiten Akt dagegen erlaubt sich Herzog einen wohltuenden Bruch: Die Wohnung der Familie Faninal ist mit Stehlampe und Kühlschrank in der heutigen Zeit angesiedelt. Zu Beginn des Aktes wuselt Dienstpersonal um die Hauptakteure herum, versucht, eine Lampe anzuschließen oder ein Klavier auf einer schrägen Ebene aufzustellen. Das schafft eine willkommene Ablenkung fürs Auge von der sich etwas hinziehenden eigentlichen Handlung.

Höhepunkt der gesamten Inszenierung ist – natürlich – der Moment, aus dem die Oper ihren Namen bezieht: Wenn sich Sophie (Ashley Thouret) und Octavian in seiner Rolle als Überbringer der silbernen Rose, eben des Rosenkavaliers, zum ersten Mal begegnen. Herzog lässt das auf einem Steg über der Bühne geschehen. Das hat den Effekt, dass für einen Moment das grandiose Bühnenbild in den Hintergrund tritt und nur die beiden Akteure zu sehen sind, auf die es ankommt. Stark! Ein ähnlicher Effekt kommt später noch einmal vor, als sich Octavian endgültig von seiner ehemaligen Geliebten, der Feldmarschallin abwendet, um sich mit Sophie zusammenzutun. Die Szene spielt sich vor einem grauen Vorhang ab, um dann – ganz am Ende – den Blick auf das Bühnenbild aus dem ersten Akt freizugeben: das goldene Bett, in dem nun Octavian und Sophie versinken - ein gelungener Bezug zum Anfang, der sie Inszenierung gut abrundet.

Dennoch: Sieht man die enorme Länge des Stückes (die von gleich zwei Pausen unterbrochen wird), hätte man sich noch ein paar mehr inszenatorische Kniffe gewünscht, um das Ganze noch kurzweiliger zu gestalten. Ein Polizist, der den Raum nicht durch die Tür betritt, sondern von der Bühnendecke herabgeschwebt kommt, reicht da nicht ganz.

Am Ende gibt’s Standing Ovations und viele Bravo-Rufe.

Andreas Schröter

Tickets und weitere Termine: www.theaterdo.de

Sonntag, 25. Januar 2015

Theater im Depot: ReihenWeise ... Erzähler: Die Schatzinsel - mit André Wülfing

Anré Wülfing.
R.L. Stevensons klassischer Abenteuerroman voll wilder Gestalten in einer Bearbeitung für tapfere Seemänner und mutige Piratinnen ab 8 Jahren. 

Zu wissen, wo genau diese Insel liegt, behaupten noch heute manche Freibeuter. Doch wo ist der Schatz des fürchterlichen Kapitän Flint wirklich vergraben? - Live erzählen wird's André Wülfing denen, die ehrlichen Herzens sind, und jenen, die Böses in der Flagge führen ... Und so hängt die ganze Schiffsbesatzung der ehrwürdigen Hispaniola an seinen Lippen. Man hört im Winde das Knacken der Planken, das Knarzen der Wanten und des Seeräubers Lied – Ho – Hooooo ...

PREMIERE
SO 01.02.2015 um 15 Uhr
Eintritt: VVK + AK 10 € / 5 € erm.
Kinder bis 14 J. VVK + AK 5 €
Ort: Theater im Depot, Immermannstr. 29
Kartentelefon: 0231 / 98 22 336

Schauspiel mal richtig derbe: "Häuptling Abendwind und Die Kassierer"

Foto: Birgit Hupfeld
Dass dieser Theaterabend anders werden würde, war schon vor Beginn des Stücks klar. Das übliche Bildungsbürger-Premierenpublikum war diesmal durchsetzt mit Menschen, die auf Springerstiefel, großflächige Tätowierungen, abgerissene Klamotten und Irokesenschnitt stehen. Ich habe mich gewundert, dass es das noch gibt, dachte immer, Punk sei eine Erscheinung der 80er.

Das Stück selbst, „Häuptling Abendwind und Die Kassierer“ ist mit einem Wort gesagt: derbe. Im Wesentlichen geht‘s ums Fressen, Scheißen, Saufen und Ficken. Zwischendurch gibt’s ein paar ältere Songs der Wattenscheider Punkband „Die Kassierer“ gleichen Inhalts. Sie heißen „Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“, „Mach die Titten frei, ich will wichsen“ oder „Arsch abwischen“. Im Mittelpunkt steht Sänger Wolfgang „Wölfi“ Wendland, der keine Probleme hat, seinen monströsen Bierbauch lediglich mit einem viel zu knappen T-Shirt zu bedecken. Schön ist das nicht. Aber Schönheit ist sowieso kein Kriterium für diesen Abend. Früher ist die Band übrigens öfter ins Visier der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften geraten.

Regisseur Andreas Beck hat ein Konzert dieser Combo mit einem Stück aus dem 19. Jahrhundert von Johann Nestroy gekreuzt: „Häuptling Abendwind oder Das greuliche Festmahl“: Die Häuptlinge von zwei Menschenfresserstämmen (Uwe Schmieder und Uwe Rohbeck) treffen sich. Leider sind die Vorratskammern alle, so dass sich Häuptling Abendwind und die Seinen auf die Suche nach etwas Essbarem machen. Just in dieser Situation kommt ein fremder Friseur (Ekkehard Freye) an. Leider merken die Häuptlinge erst nach dem Essen, dass dieser Friseur der zurückgekehrte Sohn von Häuptling Biberhahn ist/war. Zur Entspannung der Situation trägt auch nicht bei, dass sich Abendwinds Tochter (Julia Schubert) in den Friseur verliebt hat …

Die Schauspieler, die in Dortmund ja ohnehin nicht dafür bekannt sind, prüde oder zurückhaltend zu sein, gehen auf der aus Bierkästen bestehenden Bühne noch einen Schritt weiter. Sie haben keinerlei Probleme, sich gegenseitig an die entblößten Genitalien zu fassen oder sich mit Wollust kopfüber in die Essenschüsseln zu stürzen, die vermeintlich aus dem gut zubereiteten Friseur bestehen.

Um es positiv auszudrücken: Das alles ist wild-anarchisch, stellenweise richtig witzig, das Gegenteil von betulich und schert sich nicht um irgendwelche verstaubten Benimm- oder Moral-Normen. Und: Schauspielchef Kay Voges lockt mit einem solchen Stück Menschen ins Theater, die sonst nicht kommen. Er erschließt neue Publikumsschichten. ABER: Ist nicht das Theater auch ein bisschen so etwas wie ein heiliger Rückzugsort vor dem ganzen Dumpfbacken-Dschungelcamp-Schwachmaten-Unsinn, der einen sonst den ganzen Tag umgibt? Will man sich wirklich jetzt eine solche Mentalität ins eigene Haus holen?

Übrigens scheinen Punks schwache Blasen zu haben. Während des gesamten Stücks herrschte ein ausgesprochen reges Kommen und Gehen, was vor allem dann unschön ist, wenn der Blasengepeinigte in der Mitte einer Reihe sitzt, so dass mindestens 20 Leute aufstehen müssen, damit der arme Mensch zum Ausgang gelangen kann. Mich hat’s genervt. Beim Rausgehen musste man aufpassen, dass man nicht auf eine herumliegende Bierflasche oder anderen Müll trat.

Mein persönliches Fazit: Demnächst darf es gerne auch wieder etwas feinsinniger sein.

Andreas Schröter


Samstag, 24. Januar 2015

Galerie G18: Sarah Jil Niklas eröffnet die Ausstellung "movimiento"

"Movimiento" heißt eine Ausstellung von Sarah Jil Niklas, die am 31. Januar, 19 Uhr, in der Galerie G18 an der Düsseldorfer Straße 18 eröffnet. Sarah Jil Niklas ist Malerin und Balletttänzerin.

Neben „tanzenden Werken“ der Künstlerin werden die Besucher an diesem Abend passend zum Ausstellungs­thema mit einer Live-Performance verwöhnen.

Dr. Michael A. Peschke führt ins Thema ein. Die Ausstellung ist bis zum 20. Februar zu sehen, Öffnungszeiten: Di - Fr: 16 - 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter: 0176 - 79324209

Weitere Informationen finden Sie auch unter:
www.art-niklas.de
www.galerie-g18.de

Der Eintritt ist frei.

Freitag, 23. Januar 2015

Akte Beckett: Theater im Depot zeigt ein Tanzstück nach Samuel Beckett

Anlässlich des 25. Todestages Samuel Becketts widmen sich der Choreograf und Tänzer Paul Hess und die Tänzerin Linda Pilar Brodhag in Zusammenarbeit mit den beiden Musikerinnen Nele Völkel (Cello) Ulrike Heß (Piano) in dem Tanztheaterstück dem Werk Becketts.

Alltägliche Beschäftigungen und Routinen, und die emotionale Distanz zum Gegenüber werden von den Tänzern im Zusammenspiel mit der Musik verarbeitet. Die Akteure sind damit beschäftigt nebeneinander und miteinander zu „funktionieren“. Konsequentes Ausweichen und Aneinander-Vorbei-Arbeiten bestimmen die Choreografie. Der jeweils Andere wird zum Objekt, zum Requisit, zum Hindernis. Im kargen Bühnenraum entstehen atmosphärische Bilder, die trotz Nüchternheit berühren.

Das Projekt wird gefördert vom Kulturbüro der Stadt Essen, dem Kulturbüro der Stadt Wuppertal, dem Ministerium für Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfahlen und das NRW Kultursekretariat Wuppertal und unterstützt vom Bürgerzentrum Villa Rü in Essen.

Vorstellungen:

DI 27.01.2015 um 11 Uhr Schulvorstellung
MI 28.01.2015 um 11 Uhr Schulvorstellung
DI 27.01.2015 um 20 Uhr
MI 28.01.2015 um 20 Uhr

Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.
AK 15 € / 10 € erm.
Schulvorstellung (Gruppen) 4 €

Ort: Theater im Depot

Choreografie und Tanz: Paul Hess, Linda Pilar Brodhag
Cello: Nele Völkel
Piano: Ulrike Heß
Lichtdesign: Jörn Nettingsmeier
Bühnebild: Paul Hess, Ulrich Heß

Kartentelefon (AB): 0231 / 98 22 336

Zwei Nominierungen für Schauspiel Dortmund

Eva-Verena Müller in "Hamlet". Foto: Theater Dortmund
Gleich zwei Mal ist das Schauspiel Dortmund für das virtuelle Theatertreffen des Portals nachtkritik.de nominiert worden. Sowohl die Inszenierung „Hamlet“ des Dortmunder Schauspielintendanten Kay Voges als auch Klaus Gehres „Minority Report“ sind von den nachtkritik.de-Journalisten zu den wichtigsten der letzten zwölf Monate gewählt worden. Vom 22. bis 28. Januar 2015 haben nun die Leserinnen und Leser von nachtkritik.de die Möglichkeit, ihre Stimme für 1 bis 10 Inszenierungen aus den 45 der Vorschlagsliste abzugeben. Die zehn am häufigsten gewählten Produktionen bilden die Auswahl des virtuellen nachtkritik-Theatertreffens 2015. Im vergangenen Jahr war die Dortmunder Produktion „Das Fest“ unter den zehn besten Inszenierungen des Jahres.

Donnerstag, 22. Januar 2015

Jetzt fürs Festival "Emerging Artists Dortmund" bewerben

Vom 13. März bis 5. April läuft das Festival für zeitgenössische Kunst aus Dortmund, die "Emerging Artists Dortmund" - unter anderem auf der U2_Kulturelle Bildung im U-Turm. Noch bis zum 31. Januar können sich Dortmunder Künstler dafür bewerben:

DAS FESTIVAL

Neben den Kunstakademien in Düsseldorf, Münster und weiteren Städten Nordrhein-Westfalens bringen auch die Dortmunder Technische Universität und die Fachhochschule vielversprechende Nachwuchskünstler hervor, die die junge Kunstszene in Dortmund ausmachen und prägen. Um der Abwanderung dieses künstlerischen Potentials entgegen zu wirken und um die Wirkungskraft der Dortmunder Kunstszene zu erhöhen, wurde die Ausstellung durch das Kulturbüro der Stadt Dortmund und den Dortmunder Kunstverein initiiert. Den Künstlern wird eine intensive Betreuung durch externe Experten und Organisatoren angeboten. Dies umfasst z.B. beratende Gespräche in Form von Atelierbesuchen im Vorfeld der Ausstellung und eine Portfolioberatung durch Experten während der Ausstellungslaufzeit. Studierende der TU Dortmund erarbeiten zusammen mit der U2, der Etage für kulturelle Bildung im Dortmunder U, ein vielfältiges Vermittlungsprogramm.
Absolventen der FH Dortmund zeichnen sich für die grafische Gestaltung und das Ausstellungsdesign verantwortlich. Die ausgewählten Künstler, ihre Arbeiten und die Ergebnisse des Festivals werden in einem umfassenden Katalog präsentiert. Diskussionsrunden, Seminare, Musik und vieles mehr bilden das Rahmenprogramm.
BEWERBUNG
Teilnahmevoraussetzungen

Dortmund ist Wohnsitz und Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens. Ein Kunststudium oder vergleichbare Ausbildung liegen nicht länger als zwei Jahre zurück. Die Altersgrenze von 35 Jahren dient als Richtwert.
Auswahlverfahren

Die Jury setzt sich unter Mitwirkung des Kulturbüros und des Dortmunder Kunstvereins aus Vertreterinnen der Kunst, Kultur und Wissenschaft zusammen und wählt maximal zehn Künstlerinnen und Künstler aus, ihre Arbeiten vom 13. März – 05.0April 2015 auf der U2, der Etage für kulturelle Bildung im Dortmunder U, einem breiten Publikum zu präsentieren.
Bewerbung

Lebenslauf (Kurzvita) und maximal drei Abbildungen aktueller Arbeiten in druckfähiger Auflösung an bewerbung@emerging-artists.com
Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2015.

Theater im Depot: Artscenico-Künstler plaudern mit dem Publikum

Artscenico-Chef Rolf Dennemann schreibt an sein Publikum:

Am 2.2.15 sind Sie eingeladen, mit uns einen angenehmen Abend zu verbringen. So haben wir außerhalb von Vorstellungen und Proben etwas Zeit zum Plaudern und Kennenlernen. Wir lassen die letzten Produktionen Revue passieren und gestatten uns einen Ausblick auf die kommenden Ereignisse. Kurze künstlerische Darbietungen auf der Bühne werden Sie/Euch überraschen.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Theater im Depot. Der Eintritt ist frei!

Mittwoch, 21. Januar 2015

Ausstellung: "LichtKörper" in der FH Dortmund

11LichtKörper: Arne Piepke und Franziska Kaufhold
Bild: Arne Piepke und Franziska Kaufhold
Noch bis zum 6. Februar sind großformatige Fotogramme und Lochkamerabilder, im Fachbereich Design der Fachhochschule (FH) Dortmund, Max-Ophüls-Platz 2, zu sehen.

17 Studierende des Studiengangs Fotografie lernten das fotografische Verfahren des Fotogramms kennen. Dann legten die Studierenden sich selbst, Gegenstände sowie strukturierte oder semitransparente Materialien auf lichtempfindliche Papierbahnen und belichteten diese. Entwickelt wurden die metergroßen Formate von den Studierenden in einem von Werkstattleiter Werner Thiel gebauten Becken mit Schwämmen. Durch dieses manuelle, zum Teil unvorhersehbare Verfahren bekamen die Studierenden - allesamt der digitalen Bild- und Facebook-Generation angehörig - einen völlig neuen Zugang zur Fotografie.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich dem Thema Lochkamera, der einfachsten Form einer Kamera: ein lichtdichter Kasten mit einem winzigen Loch auf der Vorderseite. Die Studierenden stellten sich dem Auftrag, dieses alte Verfahren modern zu interpretieren und nahmen mit diesem extrem langsamen Aufnahmeverfahren z.B. Bilder aus einem fahrenden Auto heraus auf.

Evangelischer Kirchenkreis Dortmund befasst sich mit dem Verhältnis von Kirche und Bild

Foto: Institut Royal du Patrimoine
Artistique Parc du Cinquantenaire, Brüssel
Bilder sind überall – sie umgeben, inspirieren, überfordern uns. Es ist also ein hochemotionales Jahresthema, dem sich der Evangelische Kirchenkreis Dortmund 2015 verschrieben hat: „Kirche und Bild“.

„Bilder beherrschen die Welt – spätestens im 21. Jahrhundert ist diese Einsicht kaum mehr zu bezweifeln. Eine Flut von Bildern umspült und manipuliert uns täglich, die digitale Verbreitung hat alle Grenzen gesprengt. Warum die Bibel ein Bilderverbot kennt, warum es vor 500 Jahren zu reformatorischen Bilderstürmen kam, welche Bilder aber doch unser Leben tragen, unseren Glauben prägen, und welche uns hingegen in die Irre führen – über all das nachzudenken, dazu bietet das Thema „Kirche und Bild“ nun ein Jahr Gelegenheit. Weil Bilder die Welt beherrschen, lohnt sich das Betrachten“, macht Superintendent Ulf Schlüter die weitreichende Bedeutung des Themas deutlich.

„Das Christentum kann man nicht verstehen ohne Bilder“, ergänzt Pfarrer Michael Küstermann, Fachbereichsleiter Kirche und Stadt, der das Projekt zusammen mit dem reinoldiforum organisiert. Inspiriert wird der Kirchenkreis dabei durch das Jahresthema „Reformation – Bild und Bibel“ der Evangelischen Kirche Deutschland, mit dem sie sich auf das 500-jährige Reformationsjubiläum 2017 vorbereitet.

In Dortmund, Lünen und Selm steht vor allem eines im Vordergrund: Neugier auf und Freude an Bildern wecken – in zahlreichen Ausstellungen, Diskussionsveranstaltungen und Überraschungsabenden mit Akteuren aus Stadt, Kunst und Wissenschaft über das ganze Jahr hinweg.

„Wir werden uns sowohl mit der Kunstgeschichte als auch mit zeitgenössischen Bildern, Filmen, Texten und Architektur beschäftigen und fragen nach unseren Bildern von Kirche heute, nach Bildern, die uns geprägt haben und prägen. Das Projekt „Kirche und Bild“ ist eine Plattform für die unterschiedlichen Veranstaltungen, eine Einladung zum Gespräch“, so Michael Küstermann.

Dieses Gespräch wird zum Beispiel auf der Website www.kircheundbild.de geführt: Dort werden die Veranstaltungen redaktionell begleitet und in Gesprächen mit den Akteuren vertieft sowie Hintergrundtexte, Gastbeiträge und Interviews zu den verschiedensten Facetten des Jahresthemas veröffentlicht. Die Seite wird im Laufe des Jahres immer weiter wachsen und so zu einem lebendigen Archiv, das zu Auseinandersetzung und Dialog einlädt.

Auswahl der Veranstaltungen:

Wie Kirche mit Social Media umgehen kann, ist zum Beispiel Thema bei einem Abend in der Stadtkirche St. Reinoldi in Dortmund: Emotional, berührend und beeindruckend sind die Imagefilme des Fachbereichs Seelsorge, die am Donnerstag, 12. Februar, 19 Uhr, Premiere feiern und anschließend in den sozialen Netzwerken verbreitet werden sollen. Filmschaffende, Seelsorger und Fachleute diskutieren, welche neuen Bilder Kirche heute finden kann – und welche Vorbehalte es gegen Social Media gibt.

Die Stadtkirche St. Petri in Dortmund beschäftigt sich in dem Projekt „Wer bin ich?“ im Frühjahr mit Selbstbild und Identitätssuche – und lässt sich dabei nicht nur von den Traditionen des Christentums, sondern auch dem Islam und dem Judentum inspirieren: So gibt es ein Ritual mit tanzenden Derwischen, eine Einführung in das Herzensgebet und sogar einen Ausflug in die Astrologie. Auftakt des Projekts ist ein feministischer Gottesdienst am Sonntag, 25. Januar, 11.30 Uhr mit biblischen und literarischen Stimmen, rezitiert von Veronika Nickl vom Schauspielhaus Bochum.

Eine Besonderheit des Altars in St. Reinoldi hat die Reihe „Marienbilder“ in der Stadtkirche inspiriert: Im Gegensatz zu den meisten reformierten Altären erzählt dieses ca. 1420 gefertigte Werk die Geschichte Jesu aus der Perspektive von Maria, seiner Mutter. Dies nimmt die Reihe zum Anlass, um sich im Februar und März in Musik, Vorträgen und Predigten mit Marienbildern und Marienleben auseinanderzusetzen. Zum Auftakt am Sonntag, 22. Februar, 19 Uhr: interpretiert der Kammerchor der TU Dortmund zusammen mit der Vielharmonie Düsseldorf Claudio Monteverdis „Marienvesper“.

Mit der Frage, welche Bilder der Glaube heute findet, haben sich zehn Künstlerinnen und Künstler in Lünen befasst: Die Ergebnisse sind ab dem 22. März in der Stadtkirche St. Georg in Lünen zu sehen.

Kinderbibeln beschäftigen das Evangelische Erwachsenenbildungswerk im Herbst: Am 25. Oktober startet eine Ausstellung im Reinoldinum, die eine Zeitreise durch die unterschiedlichsten Kinderbibeln bietet - begleitet von einem Comic-Workshop, Weiterbildungen und Vorträgen.

Hintergrund:

Die Evangelische Kirche Deutschland setzt sich vor dem Reformationsjubiläum 2017 jährlich mit einem Thema auseinander, das eng mit der Kirche und der Reformation verbunden ist.

2015 rückt sie „Reformation – Bild und Bibel“ in den Mittelpunkt.

Inspiriert durch dieses Jahresthema beschäftigt sich der Kirchenkreis Dortmund mit dem Verhältnis von Kirche und Bild.

Weitere Informationen: www.kircheundbild.de

Dienstag, 20. Januar 2015

Schauspiel: "Häuptling Abendwind und die Kassierer" hat Samstag Premiere

Szene aus "Häuptling Abendwind" und
Die Kassierer"   Foto: Birgit Hupfeld
Samstag, 24. Januar 2015
Schauspielhaus

Häuptling Abendwind und Die Kassierer: Eine Punk-Operette
nach Johann Nestroy


„Das schlimmste ist… wenn das Fleisch alle ist!“ – Die mächtige Ruhrpott-Punkband Die Kassierer trifft auf den weltberühmten Dichter Johann Nestroy! Häuptling Abendwind verkündet seinem Inselvolk hohen Besuch. Es muss ein Festmahl her! Da die Vorratskammern aber leer sind, soll der Koch nach einem Fremden suchen – Kannibalismus hat hier noch Tradition. Zur gleichen Zeit verliebt sich der gestrandete Friseur Arthur in Atala, die Tochter des Häuptlings. Doch als der Koch vom Fremden erfährt, sieht er in ihm nur eins: ein wunderbares Schmorgericht …


Johann Nestroy entwickelte Mitte des 19. Jahrhunderts in Wien ein Volkstheater ganz neuer Prägung: aggressiv satirische Komik gepaart mit Wortakrobatik und derb frivolem Spieltrieb. Diese Formel beschreibt ebenso gut die legendären Auftritte der Punkband "Die Kassierer". Pünktlich zu ihrem 30-jährigen Bestehen sind sie zum ersten Mal live auf der Theaterbühne zu sehen und zu hören: Ein musikalisch-kannibalischer Festschmaus, garantiert laut und ungezügelt! Sind die Errungenschaften unserer Zivilisation also in Gefahr? Stecken unter dem Deckmantel von Anstand und Kultur doch nur Fleisch fressende und Bier trinkende Wilde?

Mit: Ekkehard Freye, Uwe Rohbeck, Uwe Schmieder, Julia Schubert, Wolfgang Wendland und Die Kassierer: Volker Kampfgarten, Mitch Maestro, Nikolaj Sonnenscheiße

Regie: Andreas Beck
Musikalische Leitung: Die Kassierer
Bühne: Sven Hansen
Kostüme: Mona Ulrich
Dramaturgie: Thorsten Bihegue

Premiere: 24.1.2015, Schauspielhaus
Weitere Termine: 31.1., 12., 21.2.2015

Museum Ostwall zeichnet Ben Patterson aus

Ben Patterson (* 1934) “Two for violins” 
– Patterson, after “One for violins” - Paik, 1991.
 Teile zweier Violinen, Holztürattrappen, zwei Spieluhren
Bild: Courtesy Galerie Schüppenhauer, Köln

Einen Tag vor dem 1.000.052. Geburtstag der Kunst haben die Freunde des Museums Ostwall e.V. den Preisträger des MO-Kunstpreises "Follow me Dada and Fluxus" für das Jahr 2015 bekannt gegeben.

Der Musiker und Fluxus-Künstler Ben Patterson, Jahrgang 1934, nimmt den Preis im September dieses Jahres entgegen. Sein Werk Werk "Two for violins" – Patterson, after "One for violins" - Paik" aus dem Jahre 1991 wird nun bald schon Teil der Fluxus-Sammlung des Museums Ostwalls sein. Es ist einerseits eine Hommage an Nam June Paik, andererseits ironischer Kommentar zur Musealisierung der Fluxus-Bewegung: Auf einen Holzträger aus Türattrappen mit Schloss und Schlüssel hat Patterson die Einzelteile einer Violine und zwei Spieluhren montiert.

Der Titel geht zurück auf ein Fluxus-Konzert von Nam June Paik, das erstmals im Jahr 1962 aufgeführt wurde: Inspiriert von der Kompositionslehre John Cages hob Paik im Zeitlupentempo eine vor sich auf dem Tisch liegende Violine über seinen Kopf, um diese dann plötzlich mit einem Schlag auf dem Tisch zu zertrümmern. Patterson führte diese Performance Jahre später erneut auf und verarbeitete die Trümmer der Violine zu einem Wandobjekt. Auf diese Weise kommentiert er ironisch den Wunsch der Sammler und Museen, die Fluxus-Bewegung für die Nachwelt zu erhalten, auch wenn dies im Falle von Aktionskunst, die für den Augenblick gemacht ist, nicht möglich ist.

Das Werk wird ab dem 19. September 2015 in einer Ausstellung im MO Schaufenster gemeinsam mit anderen Werken von Ben Patterson zu sehen sein. Die Ausstellung wird von Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung des Museums Ostwall, kuratiert. Zur Eröffnung der Ausstellung am 18. September 2015 findet die feierliche Preisübergabe an Ben Patterson statt.

Die Jury, bestehend aus Klaus Fehlemann (Vorstandsvorsitzender der Freunde des Museums Ostwall e.V.), Prof. Dr. Kurt Wettengl (Direktor des Museums Ostwall), Wolfgang Feelisch (Sammler der Kunstrichtung Dada/Fluxus), Christel Schüppenhauer (Galeristin mit Schwerpunkt Dada/Fluxus), Richard Schmalöer (von den Freunden des Museums Ostwall ernanntes Mitglied), Marion Edelhoff (von den Freunden des Museums Ostwall ernanntes Mitglied), Dr. Wolfram Kiwit (Chefredakteur der Ruhrnachrichten Dortmund) entschied sich für Ben Patterson.

Folgende Grundsätze leiten dabei die Jury in ihrer Entscheidung:
Der MO Kunstpreis wird mit dem Ziel vergeben, internationale Künstlerinnen und Künstler zu fördern, die in ihren Werken und Ideen die Bewegung von Dada, Fluxus und Konzeptkunst aufgreifen und lebendig halten.

Der MO Kunstpreis in Höhe von 10.000 Euro wird jedes Jahr vergeben werden und ist offen für alle künstlerischen Medien einschließlich performativer Arbeiten.


Das mit dem Preisgeld angekaufte Werk soll den Sammlungsschwerpunkt Fluxus im Museum Ostwall aktualisieren und stärken.

Die Preisträgerin oder der Preisträger wird mit seinen Arbeiten in der Ausstellungsreihe "MO-Schaufenster" vorgestellt
Der Kunstpreis soll in der Metropolregion Ruhr mit Werken, Projekten und Aktionen ein Zeichen der Offenheit für die internationale Kunstszene setzen und damit einen weiteren kulturellen Beitrag zum Strukturwandel erbringen.

"Wir freuen uns über die Vergabe des Preises an Ben Patterson", so Kurt Wettengl, Direktor des Museums, "mit diesem Werk kommentiert Patterson das Projekt "Fluxus im Museum" ironisch und bereichert es doch gleichermaßen."

Der MO Kunstpreis wird jährlich durch die Freunde des Museums Ostwall e.V. vergeben. Ziel ist es, den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern und zu stärken und auch zeitgenössischen Entwicklungen dieser Kunstform Rechnung zu tragen. Durch spektakuläre Ankäufe, Schenkungen und Ausstellungen ist das Museum Ostwall im Dortmunder U in den letzten Jahren zu einer bedeutenden Institution für Fluxus und verwandte Kunstformen geworden. Im Bestand des Hauses befinden sich heute ca. 1500 Werke (inkl. Dauerleihgaben), die dem Publikum – neben Werken anderer Kunstströmungen – in der einmal jährlich wechselnden Schau "Sammlung in Bewegung" präsentiert werden. Durch den MO Kunstpreis, der jeweils mit der Erwerbung eines Kunstwerkes durch die Freunde des Museums Ostwall einher geht, wird dieser Bestand kontinuierlich ausgebaut.

Montag, 19. Januar 2015

Theater im Depot: André Wülfing erzählt alte und neue Geschichten aus Irland

André Wülfing. Foto: Carlo Feick
Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr
Theater im Depot


André Wülfing erzählt wieder live: Diesmal alte und neue Geschichten, Anekdoten und Legendenhaftes aus Irland.

Wer Wülfing kennt, weiß um seinen tiefsinnigen Schalk. Skurril sind sie, seine Geschichten, mit immer wieder neuen, überraschenden Wendungen, und sie erwecken eine wilde Schar original irischer Typen zum Leben. Mit feinem Gespür für Pointen, mit unterschiedlichsten Sprachfacetten, Gestik und Mimik weiß Wülfing sein Publikum in den Bann zu ziehen.

Wilde, irische Geschichten aus der Zeit, als die Schweine noch Flügel hatten. Kaum eine Kultur ist reicher an Erzählungen voller Weisheit und Witz. Geschichten vom Feenvolk, närrischen Gaunern und Abenteuern, bei denen man nicht weiß, ob sie der Wahrheit oder der Trunkenheit entsprungen sind. - Nicht nur für Irland-Fans ein stimmungsreiches Programm, das einen kurzweiligen Abend garantiert.

Eintritt: VVK 13 € / 8 € erm.

AK 15 € / 10 € erm.

Kinder bis 14 J. VVK + AK 5 €

Kartentelefon (AB): 0231 / 98 22 336


Bodo-Lesebühne im Literaturhaus Dortmund

Mittwoch 21. Januar 2015, 19:30 Uhr
literaturhaus.dortmund, Neuer Graben 78,

Alle drei Monate kommen drei Köpfe aus der Redaktion des Straßenmagazins "bodo" ins literaturhaus.dortmund und präsentieren eine literarische "Late Night Show".

Jede Show ist einzigartig, jede Show ist anders, jede Show hat ihr eigenes Thema. Dazu gibt es Anekdoten, Berichte und Fundstücke aus dem größten Ruhrgebiet der Welt. Gespickt wird das Ganze mit literarischen Empfehlungen sowie Gesprächen und Diskussionen über alles, was wichtig ist.

"Das erste Mal – Anfänge, Neustarts und Abgesänge" heißt passend zum Jahresbeginn das Thema der ersten Lesebühne.

Eintritt: 3 Euro plus x – Spenden kommen den bodo-Verkäufercafés zugute

Sonntag, 18. Januar 2015

Jazzfestival: Acts aus aller Welt im Fritz-Henßler-Haus

International bekannte Musiker
 beim 19. Jazzfestival der TU Dortmund 
Bild: Dominik Brüchler, Hamm
Zum 19. Mal bringt das Jazzfestival der TU Dortmund am 24. Januar bekannte und unbekannte Musikerinnen und Musiker auf die Bühne des Fritz-Henßler-Hauses (FHH).

Auch in diesem Jahr sorgen Acts aus aller Welt für ein abwechslungsreiches Programm.

Am 24. Januar sind beim 19. Jazzfestival der TU Dortmund unter anderem dabei
ONAIR
Ron Spielman
Play Gil Evans feat. Christian Kappe & Tobias Schütte
Don’t Think
The shrinking Egos
Mole Trio
Zucchini Sistaz

Beteiligt sind neben der TU Dortmund die Glen Buschmann Jazzakademie sowie das Fritz-Henßler-Berufskolleg. Wie in den vergangenen Jahren stehen für die Studierenden neben ihren Auftritten die Begegnung und der Austausch mit erfahrenen bekannten Jazzmusikern im Mittelpunkt.

Einlass ist um 19 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 20 Euro, ermäßigt für Schüler und Studierende 10 Euro, an der Abendkasse 25 Euro, bzw. ermäßigt 13 Euro. Erhältlich sind sie über das Musiksekretariat der TU Dortmund (Emil-Figge-Straße 50, Raum: 5.209), www.proticket.de sowie über alle dem proticket-System angeschlossenen Vorverkaufsstellen, darunter Ruhr Nachrichten Dortmund und Dortmunder Tourismus-Shop.

Theater im Depot: Tanztheater "Ein Dutzend Ich" hat Premiere

Ein Dutzend sind mehr als zwei Hände zeigen können. Ein Jahr hat zwölf Monate und der Tag zweimal zwölf Stunden. Es gibt zwölf Apostel, zwölf Geschworene und ebenso viele Tugenden und Sterne auf der europäischen Flagge. Jeder zweite Deutsche hat mindestens zwölf Pullover im Schrank und überhaupt ist im Dutzend alles billiger. 

Die Zwölf ist eine gerade Zahl, eine runde Sache, eben ein Dutzend. Sie beinhaltet den Wunsch nach einer komplexen Menge. Irgendwo in dieser Bedeutung oder im Bezug zu ihr befindet sich der Mensch mit seiner Person, mit seinem Charakter, seinen Eigentümlichkeiten und Merkmalen. Was macht jeden Einzelnen also aus, und wie viele Dutzende von Rollen spielen wir? 17 Tänzerinnen und Tänzer zeigen auf der Bühne auf nachdenkliche, aber auch humorvolle Weise „Ein Dutzend ICH“.

Premiere:  SA 24.01.2015 um 20 Uhr

SO 25.01.2015 um 18 Uhr

DI 03.02.2015 um 20 Uhr

MI 04.02.2015 um 20 Uhr

Eintritt: VVK + AK 10 € / 5 € erm.

Choreographie: Birgit Götz

Ort: Theater im Depot, Immermannstr. 29

www.depotdortmund.de

Kartentelefon (AB): 0231 / 98 22 336

Samstag, 17. Januar 2015

Torhaus Rombergpark: Ausstellung zeigt Kunstankauf 2014

Unter dem Titel "einblicke" präsentiert das Kulturbüro vom 18. Januar bis zum 8. Februar, in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark, die angekauften Kunstwerke aus dem Jahr 2014.

Seit fast 60 Jahren kauft das Kulturbüro der Stadt Dortmund Werke heimischer Künstlerinnen und Künstler an, sorgt für die Archivierung und für die Ausleihe an Institutionen und Dienststellen der Stadt Dortmund. In erster Linie ist der Kunstankauf jedoch eine Maßnahme der Künstlerförderung. Gleichzeitig dokumentiert er die heimische Kunstszene, ist Ausweis für kulturelle Vielfalt.

Im Jahr 2014 wurden 41 Kunstwerke von 33 Künstlern angekauft. In der Ausstellung "einblicke" werden davon 35 zu sehen sein. Jeder Künstler ist mit mindestens einem Werk vertreten.

Zum Thema:

Oper: "Der Rosenkavalier" hat bald Premiere

Christiane Kohl übernimmt die Partie der Marschallin
(c) Philip Lethen
25. Januar, 18 Uhr
Oper


Am Sonntag, 25. Januar, 18 Uhr, hat "Der Rosenkavalier" Premiere im Opernhaus. Opernintendant Jens-Daniel-Herzog inszeniert, GMD Gabriel Feltz hat die musikalische Leitung.


Die Affäre der Feldmarschallin Werdenberg mit dem jungen Grafen Octavian ist ein Glück, das sie der Zeit abgetrotzt hat. Die kluge, schöne Frau weiß, wie die Geschichte weitergehen muss: Octavian, der ihr jetzt noch Liebe schwört, wird sie bald für eine Jüngere verlassen. Doch welche Wege das Schicksal nimmt, um das passende Paar zusammenzuführen, kann sie sich kaum ausmalen. Ihr Vetter Ochs auf Lerchenau wirbelt die feine Wiener Gesellschaft durcheinander, weil ihn seiner Meinung nach seine gesellschaftliche Position und sein Vermögen zu schlechtem Benehmen berechtigen. Er hat es auf Sophie abgesehen, die schöne Tochter des reichen Herrn Faninal, was ihn nicht hindert, auch noch einem vermeintlichen Dienstmädchen nachzustellen, das in Wirklichkeit der verkleidete Octavian ist. Aber auch Ochs kämpft in all seiner Selbstgefälligkeit und Versoffenheit nur den großen Kampf der älteren Generation darum, die Zeit anzuhalten, den eigenen Verfall und den der Epoche zu bremsen, sich selbst, seine Gewohnheiten und seine Sehnsüchte möglichst lange zu erhalten und auf keine Möglichkeit von Glück zu verzichten. „Die Zeit, die ist ein sonderbares Ding“, singt die Marschallin, und wer versucht, sich ihr entgegen zu stellen, wird unbarmherzig von ihr fortgerissen. Die Marschallin und Baron Ochs wollen sich durch ihre jungen Partner frisches Blut zuführen, doch die Jugend durchkreuzt ihre Pläne. Gegen die Ansprüche der Älteren verteidigt sie ihr natürliches Recht, miteinander glücklich zu sein – auch wenn es, wie diese melancholische Komödie durchblicken lässt, nur ein kurzes, von der Zeit geliehenes Glück sein wird.

Mit dem Rosenkavalier haben Strauss und Hofmannsthal 1911 das berühmteste musikalische Lustspiel des 20. Jahrhunderts geschaffen: eine philosophische Komödie, die bei allem Tiefsinn doch perfekt die Mechanismen der Komik bedient. Wie die Figuren des Stücks sehnen sich auch Dichter und Komponist in eine frühere Epoche zurück, allerdings immer mit einem Augenzwinkern. Strauss’ Musik ist die schwelgerische Feier einer großen Vergangenheit, aber er komponiert – mit Schmerz und Humor – auch die Trauer um ihren Untergang hinein. Und über allem steht Hofmannsthals große Einsicht, dass zwar nur die Dauer dem Leben Würde gibt, aber nur der Wandel uns vor Erstarrung und Niedergang rettet.


Tickets: Tel.: 0231/50 27 222

Freitag, 16. Januar 2015

Kino im U: Filmnacht "Send the Clowns"

Filmstill aus Mad Circus, 2014
 © Koch Media GmbH
17. Januar, 19 Uhr
Kino im U


Im Rahmen der Ausstellung Böse Clowns veranstaltet das RWE Forum I Kino im U in Kooperation mit dem HMKV (Hartware MedienKunstVerein) am Samstag, 17. Januar um 19 Uhr eine Filmnacht, die unter die Haut geht! Bunt maskierte Mörder, sadistische Schausteller und todbringende Zuckerwatte – in den drei Filmen aus unterschiedlichsten Zeiten und Genres wird das Zirkusparkett zur bitterbösen Metapher unserer Gesellschaft.

19:00 FREAKS
USA 1932, R: Tod Browning, 64 Min., FSK 16 (OmU)

Der kleinwüchsige Hans, der mit einer Freakshow im Ensemble eines Wanderzirkus reist, verliebt sich in die schöne Trapezkünstlerin Cleopatra. Diese verachtet die „Freaks“ insgeheim – doch als sie erfährt, dass Hans durch eine Erbschaft reich geworden ist, schmiedet sie mit ihrem Geliebten, dem Muskelmann Hercules, einen perfiden Plan. Ein schräger, befremdlicher und doch humaner Horrorfilm aus dem Jahr 1932, der von seinen Zeitgenossen für zu schockierend befunden wurde und erst nach Jahrzehnten sein Publikum fand.

20:30 SPACE INVADERS (KILLER KLOWNS FROM OUTER SPACE)
USA 1988, R: Stephen Chiodo, 83 Min., FSK 18

Ein flammender Komet landet mitten im Wald in der Nähe einer verschlafenen amerikanischen Kleinstadt. Die beiden Teenager Mike und Debbie finden an der Einschlagstelle allerdings keinen Krater, sondern ein buntes, leuchtendes Zirkuszelt. Im Inneren erwartet sie nichts weniger als das pure Grauen: Es handelt sich um ein außerirdisches Raumschiff, und die Aliens, die aussehen wie Clowns, haben es auf die Menschen abgesehen… Eine abstruse Sci-Fi-Horrorkomödie, die die Angst vor dem Bösen, das hinter der fröhlichen Clownsmaske lauert, als furchterregend trashiges Spektakel inszeniert.

22:15 MAD CIRCUS – EINE BALLADE VON LIEBE UND TOD
ES 2010, R: Álex de la Iglesia, 107 Min., FSK 18

1937, Spanien im Bürgerkrieg: Ein Zirkusclown wird mitten in seinem Auftritt von Milizen zwangsrekrutiert und findet sich in einem Gemetzel gegen die Faschisten wieder. Jahrzehnte später sucht sein Sohn Javier Arbeit als Clown, doch er hat zu viel Leid gesehen und kann nur noch den Part des traurigen Clowns spielen. Sein fröhlicher Gegenpart Sergio entpuppt sich hinter den Kulissen als brutaler Sadist, und es kommt zu einem blutigen Konflikt. Mad Circus ist eine groteske politische Parabel und zugleich – wie der Titel des spanischen Originals verspricht – eine traurige Trompetenballade.

Ballett: Backstage mit der VHS

In Zusammenarbeit mit dem Ballett Dortmund bietet die Volkshochschule Dortmund einen Kurs an, der die Teilnehmenden hinter die Kulissen des Balletts führt.

Sie erhalten Einblick in das tägliche Training und die Probenarbeit. Bei einem Probenbesuch erfahren sie alles über den neuen Ballettabend "Drei Streifen Tanz". Der Chefdramaturg Christian Baier und der Ballettmanager Tobias Ehinger nehmen sie mit in die Welt des Balletts.

Der erste Termin ist am Samstag, 17. Januar, 10 Uhr, im Theater Dortmund, Bühneneingang Kuhstraße12. Die Teilnahme kostet 24 Euro.

Anmeldungen sind persönlich bei der VHS in der Innenstadt, Hansastraße 2-4, möglich oder online unter

Donnerstag, 15. Januar 2015

Neues Programm im Dietrich-Keuning-Haus

Bei der Ruhrpott SKA Explosion 2015
 am 17. Januar treten im DKH
 internationale Ska & Reggae-Künstler auf.
Das Dietrich-Keuning-Haus (DKH) bietet mit seinem neuen Programm auch 2015 kulturelle Vielfalt pur und lockt mit vielen Highlights Gäste aus ganz Dortmund und der Region in die Nordstadt.

Besondere Höhepunkte sind dabei die Festivals "Ruhrpott SKA Explosion", das "Afro Ruhr Festival" und das Internationale Tanzfestival "Tanzfolk" mit Tanzgruppen aus 20 verschiedenen Nationen.

Viele Dortmunder Migrantengruppen schätzen das Dietrich-Keuning-Haus als Veranstaltungsort. So lädt die Griechisch-Orthodoxe Kirche zur Feier des Epiphaniasfestes ein, und der portugiesische Verein R.F.St. Antonio führt gemeinsam mit dem Dietrich-Keuning-Haus ein Fadokonzert mit der Sängerin Ilda Henriques durch.

Köstliches Vergnügen versprechen die Gastspiele von Luke Mockridge und Bernd Stelter und am Musikschultag liegt sprichwörtlich Musik in der Luft der Nordstadt: Denn nicht nur in der Musikschule und dem Dietrich-Keuning-Haus wird nach Herzenslust musiziert, sondern auch in der Grünanlage zwischen beiden Einrichtungen.

Die Poetry Slam bietet jugendlichen Wortakrobaten und Sprachjongleuren eine Bühne, und das neue Streetdance-Projekt "Cypher Edition" lädt ein, zu Beats und Bass zu tanzen.
Und was geht ab im Kinderbereich?

Die "Kids-Live-Werkstatt" zeigt dem staunenden Publikum, was die jungen Kreativen im ersten Programmhalbjahr einstudiert haben. Je näher der Sommer heranrückt, desto mehr freuen sich viele Kinder der Nordstadt auf das Ferienprojekt "Traumwelt Zirkus" vom 26. Juli bis zum 1. August im Rahmen des Nordstadt-Sommers.

Das neue Programmheft mit der ausführlichen Beschreibung aller Angebote ist ab sofort im Dietrich-Keuning-Haus, Leopoldstraße 50-58, erhältlich. Es kann auch unter Telefon 0231 50-25145 bestellt werden.

5. Philharmonisches Konzert bot interessantes Wechselspiel von Literatur und Musik

Gabriel Feltz, Sebastian Koch und
Robin Johannsen (v.l.) und die Philharmoniker
beim Schlussapplaus. Foto: Schröter

Ein interessantes Wechselspiel zwischen Literatur und Musik bot das 5. Philharmonische Konzert unter dem Motto "spiel_zeiten". Die Philharmoniker hatten den bekannten Schauspieler Sebastian Koch verpflichtet, die musikalischen Sätze in Beethovens „Egmont“ (ab 1809) mit dem gesprochenen Wort aus dem Original-Goethe-Text (1775-1778) zu verbinden, auf den sich die Musik bezieht. Koch hat schon an der Seite von Bruce Willis in "Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben" vor der Kamera gestanden.

Das ungewöhnliche Arrangement machte das Konzert nicht nur abwechslungsreich, sondern ließ es für die Zuschauer zum gut nachvollziehbaren Historien-Krimi werden. Selten für ein Konzert. Aber es wird dem Werk gerecht, schließlich handelt es sich bei Beethovens Komposition um etwas, das man heute wohl getrost als „Filmmusik“ bezeichnen könnte. Das sagte GMD Gabriel Feltz im Vorgespräch „Wir stimmen ein.“ Der Musikwissenschaftler Prof. Martin Geck habe ihn darauf gebracht. Mit dem hatte Feltz sich vorigen Montag in der Mayerschen Buchhandlung in seiner Reihe „Musikcafé“ getroffen.

Und die heroische Musik wird dem Heldenepos um den Freiheitskämpfer gerecht, der im 16. Jahrhundert für die Loslösung Flanders von Spanien gekämpft hat und diesen Kampf mit der eigenen Hinrichtung bezahlt hat – wobei Goethe mit den tatsächlichen historischen Fakten um Vorbild Lamoral von Egmond (hier tatsächlich mit d geschrieben) sehr frei umgegangen ist. Vieles von der Kriegsverherrlichung von damals mutet heute seltsam an – zum Beispiel, wenn Sopranistin Robin Johannsen das Glück besingt „ein Mannsbild zu sein“. Auch die Liebe kommt bei Goethe vor. Und so darf Robin Johannsen auch einen weithin bekannten Ausspruch Clärchens zum Besten geben, der aus dieser literarischen Vorlage stammt: „Himmelhoch jauchzend, zu(m) Tode betrübt“. Das m ist über die Jahrhunderte verloren gegangen. Clärchen versucht in dieser Szene, ihren Geliebten Egmont vor dem Tod zu bewahren. Vergeblich.

Sebastian Koch ergänzt die Goethe-Textpassagen zu Anfang übrigens mit dem Dostojewski-Gedicht „Heroischer Augenblick“. Das passt in den Gesamtkontext, obwohl dort der Gefangene kurz vor der Hinrichtung begnadigt wird.

Vor der Größe dieses Werkes verblasst die 2. Sinfonie von Robert Schumann (1845), die die Philharmoniker im ersten Teil vor der Pause spielen – ein Schicksal, das dieses Werk bereits bei der Uraufführung erleiden musste, als es nach Rossinis Wilhelm-Tell-Ouvertüre zu hören war und dagegen keine Chance hatte. Auch Herbert von Karajan war kein Fan dieses Werkes. Er soll es nur ein einziges Mal im Laufe seiner langen Karriere dirigiert haben und noch beim Schlussapplaus gesagt haben: „Nie wieder“. Das allerdings scheint stark übertrieben. Schumanns romantisches Werk hat wunderschöne Passagen, die die Dortmunder Philharmoniker unter dem Dirigat von Gabriel Feltz genauso gekonnt zu Gehör bringen wie später den „Egmont“.


Das 6. Philharmonische Konzert findet am 10. und 11. Februar, jeweils 20 Uhr, im Konzerthaus statt - mit Musik von Mendelssohn-Bartholdy und Schostakowitsch. Alan Buribayev dirigiert.

Andreas Schröter