Dienstag, 29. Dezember 2015

Oper: Matinee zu Rinaldo

Jakob Huppmann
Am Sonntag, 3. Januar 2016, 11.15 Uhr, führen Opernintendant und Regisseur Jens-Daniel Herzog sowie der musikalische Leiter Motonori Kobayashi in die Oper RINALDO von Georg Friedrich Händel im Foyer des Opernhauses ein. 300 Jahre nach der Uraufführung steht die Oper nach wie vor für Frische, Witz und Rasanz. Was Händels Erfolgsoper in Dortmund mit Buster Keatons Film STEAMBOAT BILL, JR gemein hat, wird ebenso Thema sein, wie die unwiderstehlichen Barockmelodien, die den Hallenser Händel zum größten englischen Komponisten seiner Zeit machten. Die Sopranistin Eleonore Marguerre, die Mezzosopranistin Ileana Mateescu und der Countertenor Jakob Huppmann werden musikalische Kostproben vorstellen. Moderiert wird die Matinee von Georg Holzer, Chefdramaturg der Oper Dortmund.

In Händels erster Londoner Oper sehen sich der christliche Heerführer Goffredo und sein Ritter Rinaldo nicht nur den Sarazenen gegenüber, sondern auch einer Schar von Wesen mit übernatürlichen Fähigkeiten. Die Zauberin Armida ist die Gefährlichste unter all denen mit übersinnlichen Kräften. Trotz unterschiedlicher politischer Interessen verliebt sie sich in Ritter Rinaldo, und lässt deshalb dessen Freundin Almirena verschwinden. Rinaldo, der nur noch um das Wohlergehen seiner Almirena besorgt ist, kümmert sich nicht mehr um den militärischen Auftrag und gefährdet damit die Pläne Goffredos. Appelle an die Vernunft fruchten nichts. Rinaldo will nur noch Almirena von dem Zauber befreien und so begibt auch er sich in Armidas schöne, aber fatale Fänge.

Herzogs RINALDO-Inszenierung bietet alle Zutaten für einen Politthriller und ein opulentes Bühnenspektakel. Die Handlung spielt in einen globalen Krieg. In Transiträumen eines Flughafens treffen die feindlichen Parteien zu Waffenstillstandsverhandlungen aufeinander. In James-Bond-Manier werden die Schwächen des Gegners offengelegt, um diese schonungslos auszunutzen. Alle Mittel wie Gewalt, Sex und Betrug sind legitim, wenn sie nur das Erreichen der eigenen Ziele gewährleisten. Herzog geht es jedoch nicht um den Kampf der Kulturen oder Religionen, sondern um den Zusammenstoß der Gefühle. Mit Rinaldo und Armida treffen zwei radikale Individualisten aufeinander, die sich nur so weit für politische und militärische Zwecke einspannen lassen, so lange diese sich mit ihren eigenen Zielen decken.

Karten für die Veranstaltung (7,35 Euro / erm. 4,15 Euro) an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de

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