Mittwoch, 9. Dezember 2015

Museum Ostwall 2016: Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke

Hier kommt eine Ausstellungsübersicht des Museums Ostwall in 2016:
--------------
Sonderausstellungen:

20. Mai bis 28. August 2016, Ebene U6

Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke.
Das künstlerische Schaffen Dieter Roths war zeitlebens von zwei Faktoren geprägt: dem an Besessenheit grenzenden Wunsch, geniale Meisterwerke zu erschaffen, einerseits, und der panischen Angst, als Künstler zu versagen, andererseits. Die schier unüberschaubare Menge an Werken zeugt von dem hohen Tempo seiner künstlerischen Produktion, von seiner Sammelwut und von seinem Talent, in jedem noch so kleinen Relikt des Alltags künstlerisches Potenzial zu entdecken. Roths künstlerische Herangehensweisen zeigen dabei eine Bandbreite, die ihresgleichen sucht: Roth war zugleich Grafiker, Dichter, Herausgeber, bildender Künstler und Musiker. Die spröde Ästhetik seiner Werke, ihr oft komplexes theoretisches Fundament und ihr Humor haben Dieter Roth den Ruf eines genialen Dilettanten eingetragen.

Verschiedene Ausstellungen haben in den letzten Jahren wichtige Teilaspekte im Schaffen Dieter Roths beleuchtet. Die Ausstellung „Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke des Dieter Roth“ stellt die Frage nach Roths Selbstverständnis als Autor seiner Werke. Das Roth’sche Oeuvre durchzieht in allen Werkphasen eine auffällige Selbstbezogenheit, die sich jedoch in den verschiedenen künstlerischen Herangehensweisen unterschiedlich manifestiert. Die Ausstellung zeichnet dies anhand ausgewählter Werkgruppen exemplarisch nach.

Die Ausstellung basiert weitgehend auf Werken aus dem rund 200 Arbeiten Dietre Roth umfassenden Bestand des Museums Ostwall, sowie rund 220 Leihgaben aus der Sammlung Spankus, die danach als Dauerleihgabe an das Museum Ostwall übergeben werden.

Kuratiert von Nicole Grothe und Daniela Ihrig
--------------

Sammlungspräsentationen:

19. September 2015 bis Frühjahr 2017, Dauerausstellung, Ebene U4/U5

Neues Spiel, neues Glück. Sammlung in Bewegung

Neues Spiel, neues Glück! – Die aktuelle Sammlungspräsentation des Museums Ostwall beglückt ihre Besucherinnen und Besucher mit neuen Kunstwerken und liebgewonnenen alten Bekannten. Zwei Neuerwerbungen sind im Bereich Fluxus zu sehen: Nam June Paiks Before the word there was light, after the word there will be light – ein Fernsehergehäuse mit Kerze – lädt humorvoll zur Meditation über moderne Technik ein. Lebendig wird es hingegen mit Joe Jones’ Auto-Music-Player, einer Zither, die Zufallsmusik erzeugt, und so wunderbar mit Paiks Schallplattenschaschlik oder Takako Saitos Music Book korrespondiert. Die Werke von Joseph Beuys ziehen um und erhalten mehr Raum, während Allan Kaprow ein eigenes Kabinett gewidmet wird. Auch in der zeitgenössischen Kunst gibt es Neues zu bestaunen: Die aus Beton gefertigten Skulpturen Tribühne, Straight Pool und Raucherecke von Ina Weber bilden nun einen spannenden Kontrast zu den amorphen Polyester-Arbeiten von Thomas Rentmeister. Erhalten bleiben dem Publikum die Fotografien, Videoarbeiten und Rauminstallationen von Anna und Bernhard Blume, Matthias Koch, Erwin Wurm, Tobias Zielony, Adrian Paci, Freya Hattenberger, Martin Brandt und Mark Dion – ebenso wie die Klangkunstwerke Christina Kubischs und die Farbmalereien Ricardo Saros. Freundinnen und Freunde des frühen zwanzigsten Jahrhunderts dürften glücklich über die Präsentation von rund 30 Werken der Klassischen Moderne sein, an die sich gestische Malereien der Nachkriegszeit von Gerhard Hoehme, Emil Schumacher, Fred Thieler oder KO Götz anschließen. Die Aufbruchsstimmung der 1950er Jahre verkörpern weiterhin Lichtskulpturen und Malereien der Künstlergruppe Zero und die Werke des Nouveau Réalisme.

Kuratiert von Nicole Grothe und Daniela Ihrig
--------------

19. September 2015 bis 13. März 2016, Grafik-Kabinett, Ebene U5

Klaus Burkhardt: Buchstaben, Zahlen, Zeichen - Bilder
Der Drucker Klaus Burkhardt (1928-2001) kam Ende der 1950er Jahre vom Handwerk zur Kunst: Buchstaben, Texte und Satzzeichen wurden zu seinem bildnerischen Material. So druckte er Texte oder Worte übereinander und schuf aus ihnen dynamische, informelle Bilder. Für seine „Coldtypestructures“ hingegen entwickelte er aus ein, zwei Buchstaben oder Satzzeichen geometrische Formen, die er nach streng linearen Rastern zu Papier brachte. In Bildern wie „Christbäume über der Stadt“, die an sogenannte Figurengedichte angelehnt sind, bilden die Worte und Buchstaben eine Form, die mit dem Inhalt des Textes in Verbindung steht. Wunderschön sind auch Burkhardts aus Zahlen entwickelte „Rosetten“, Blumen- oder Mandala-artige, kreisrunde symmetrische Formen, wie „200 Portraits einer Fünf“, in denen die Ziffer selbst nicht mehr zu erkennen und doch einziges Gestaltungsmittel ist. Für ein halbes Jahr sind im Grafik-Kabinett des Museums Ostwall 16 Arbeiten aus den späten 1950er und 1960er Jahren zu sehen, die einen Einblick in die Vielfältigkeit von Burkhardts Werk geben.

Kuratiert von Nicole Grothe
--------------

15. März bis 11. September 2016, Grafik-Kabinett, Ebene U5

Visuelle und konkrete Poesie von Emmett Williams
Emmett Williams nimmt in der Sammlung des Museums Ostwall eine besondere Rolle ein: Als Teilnehmer der „Internationale[n] Festspiele neuester Musik“ 1962 in Wiesbaden gehört er zu den Begründern des Fluxus - derjenigen Kunstbewegung, die heute im MO im Mittelpunkt steht. Die Arbeiten, die nun im Grafik-Kabinett präsentiert werden, zeigen Williams jedoch vor allem als Dichter konkreter und visueller Poesie: Buchstaben- und Stempelbilder zeigen teils geometrische, teils leichte, schwebende Kompositionen, in denen das einzelne Zeichen als reine Form erscheint, andere erinnern an Figurengedichte, in denen Form und textlicher Inhalt korrespondieren. Ein besonderes Blatt bezieht sich auf das „Fischgedicht“ von 1970, bei dem Williams mit dem Alphabet markierte Karpfen in einem Becken immer wieder neue Buchstabenkonstellationen bilden ließ. So wurde aus dem konkreten ein Fluxus-Gedicht. Grafische Blätter aus den späten 1950er bis zu den frühen 1970er Jahren zeigen die poetische Seite des Fluxus-Pioniers.

Kuratiert von Nicole Grothe
--------------

13. September 2016 bis Frühjahr 2017, Grafik-Kabinett, Ebene U 5

N.N. – Werke aus der graphischen Sammlung des MO
Kuratiert von Nicole Grothe
--------------


MO Schaufenster

19. September 2015 bis 31. Januar 2016, MO Schaufenster, Ebene U4

MO Schaufenster #14: MO Kunstpreis für Ben Patterson

2015 wird der Fluxus-Pionier Ben Patterson mit dem MO Kunstpreis Follow me dada and fluxus geehrt. Der Preis, den die Freunde des Museums Ostwall ins Leben gerufen haben, um den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern, ist mit dem Ankauf des Werkes “Two for violins” – Patterson, after “One for violins” – Paik, aus dem Jahr 1991 verbun­den. Patterson, Kontrabassist und damit einer der wenigen ausgebildeten Musiker im Kreis der Fluxus-Künstlerinnen und -Künstler, arrangierte für dieses Werk Teile zweier zerbrochener Geigen und zwei Spieluhren auf Holz. Die Assemblage geht zurück auf Nam June Paiks berühmte Performance One for Violin, bei der er im Zeitlupen­tempo eine Geige über seinen Kopf erhob, um diese dann mit einem Schlag auf dem vor ihm stehenden Tisch zu zerschmettern. Ben Patterson interpretierte die Performance seines Fluxus-Freundes mehrfach neu. Die Überreste verarbeitete er zu einem Kunstwerk, das sich (auch) als ironischer Kommentar zu dem Wunsch der Sammler und Museen lesen lässt, Aktionskunst der Fluxus-Bewe­gung für die Nachwelt zu erhalten.

In der begleitenden Ausstellung Schaufenster #14: MO Kunstpreis für Ben Patterson sind weitere Werke des Künstlers zu sehen, die die enge Verbindung von bildender Kunst, Musik und Performance innerhalb der Fluxus-Bewegung bezeugen.
Kuratiert von Nicole Grothe und Daniela Ihrig
--------------

12 . Februar bis 12. Juni 2016, MO Schaufenster, Ebene U4

MO Schaufenster # 15: Andreas Langfeld: Status

Die aktuelle Schaufenster-Ausstellung des Museums Ostwall zeigt Arbeiten aus Andreas Langfelds Serie „Status“ (2013/2014). Mit der insgesamt 335 Fotografien umfassenden Reihe richtet er einen intensiven Blick auf Fragen der Anerkennung von Menschen und ihrer Würde.
„Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so eine einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustande kommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.“
Dieses Zitat aus Bertold Brechts "Flüchtlingsgesprächen" von 1961 gibt Langfeld seinen Fotografien als Fußnote bei. „Status" zeigt Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen, und deren Leben in Deutschland durch ihren prekären Aufenthaltsstatus geprägt ist: Geflüchtete im Kirchenasyl, Aktivistinnen und Aktivisten des „refugee strike“ in Berlin und Hamburg oder Roma, die im Status der Duldung in Duisburg leben und jederzeit abgeschoben werden können. Langfeld begleitet die Menschen im Alltag, dokumentiert ihr Familienleben, ihre politischen Aktionen oder ihre Freizeitaktivitäten, und gibt denjenigen, über die im aktuellen politischen Diskurs meist nur in Zahlen gesprochen wird, ein Gesicht.

Kuratiert von Nicole Grothe
--------------

23. Juni bis 6. November 2016, MO Schaufenster, Ebene U4

MO Schaufenster #16: Georg Meissner
Georg Meissners raumgreifende Installationen bestehen aus Zeichnungen, teilweise mechanisch anmutenden Holzobjekten und Fragmenten von undefinierbaren Gegenständen. Sie vermitteln die Assoziation des Unfertigen und ständig Wachsenden. In den skurril anmutenden Landschaften breiten sich Materialien wie Pappe, Papier, Gummi, Holz und Textilien vom Boden über die Wand aus. Umrisszeichnungen, filigrane Linien, die an kartographische Vermessungen erinnern, und eine fahle, natürliche Tonigkeit schaffen Verbindungen zwischen den verschiedenen Objekten und Materialien. Der Eindruck schwankt zwischen einer archaisch anmutenden Welt aus längst vergangener Zeit und zugleich einer nachzivilisatorischen Szenerie der Zukunft.

Kuratiert von Regina Selter
--------------

19. November 2016 bis Frühjahr 2017, MO Schaufenster, Ebene U4

MO Schaufenster #17: MO Kunstpreis für ????
Verleihung des Kunstpreises am 18. November 2016

Einmal im Jahr verleihen die Freunde des Museums Ostwall den MO Kunstpreis ‚follow me Dada and Fluxux“ an einen Künstler oder eine Künstlerin der Fluxus-Bewegung oder an zeitgenössische Kunstschaffende, die den Geist von Fluxus und Dada in der Gegenwart lebendig halten. Mit der Verleihung des Preises ist der Ankauf eines Kunstwerks für die Sammlung des Museums Ostwall verbunden, deren Fluxus-Schwerpunkt damit aktualisiert und erweitert werden soll. Die begleitende Ausstellung im MO Schaufenster präsentiert weitere Werke des Preisträgers bzw. der Preisträgerin und bietet so einen Einblick in deren Oeuvre.

Kuratiert von Nicole Grothe
--------------

Weitere:

12.-13. November 2016, Foyer MO, Ebene 4

Wochenende der Grafik 

„Raus aus der Kiste! Meisterwerke aus Graphischen Sammlungen“

Dürer, Rembrandt, Klee, Picasso, Beuys, Warhol, Paik – kaum ein Künstler von Rang, der nicht auch in Zeichnung und Druckgrafik Großartiges geschaffen hätte. Bekannt sind diese Werke vor allem den Kennern, denn in den Dauerausstellungen der Museen können sie nicht gezeigt werden – die lichtempfindlichen Arbeiten würden dort Schaden nehmen. Sind Werke auf Papier in Sonderausstellungen zu sehen, dann verschwinden sie nach wenigen Monaten wieder in der Dunkelheit des Depots.

Aus den Augen, aus dem Sinn? Keineswegs! Kataloge und Internetseiten der Museen erschließen die kostbaren Bestände, und immer wieder gibt es Anlässe, Werke ans Licht zu holen. Einer davon ist das alljährliche Wochenende der Graphik: In Sonderpräsentationen, Workshops und Vorträgen werden Hauptwerke der Graphischen Sammlungen vom 16. bis 21. Jahrhundert vorgestellt. Freuen Sie sich auf Begegnungen mit Höhepunkten der Graphischen Künste quer durch die Zeiten.

Die Ausstellung findet in verschiedenen Museen Nordrhein Westfalens statt, die sich im Netzwerk Graphischer Sammlungen NRW zusammengeschlossen haben. Ein Wochenende lang werden hier Schätze aus den jeweiligen Sammlungen präsentiert.

Kuratiert von Nicole Grothe

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen