Montag, 14. Dezember 2015

LWL fördert Umbau der Steinwache

Matthias Löb, Direktor des Landschaftsverbandes
 Westfalen-Lippe (li), übergab den Förderbescheid
 an Dortmunds OB Ullrich Sierau (re.).
 In der Bildmitte: Dr. Stefan Mühlhofer,
Direktor des Stadtarchivs. Dahinter:
Die Dortmunder Ratsmitglieder der Landschaftsversammlung

Bild: Dortmund-Agentur / Thomas Kampmann
Die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache gehört zu den größten NS-Gedenkstätten in NRW. Jetzt wird die Dauerausstellung "Widerstand und Verfolgung in Dortmund 1933-1945" für 2,7 Millionen Euro modernisiert.

Die neue Ausstellung wird den aktuellen NS-Forschungsstand präsentieren und einen Schwerpunkt auf das Thema „Polizei im Nationalsozialismus“ legen.

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) fördert die Modernisierung und Weiterentwicklung der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache mit 600.000 Euro. Oberbürgermeister Ullrich Sierau erhielt heute (14. Dezember) den Bewilligungsbescheid über diese Summe aus der Hand von LWL-Direktor Matthias Löb. „Die Steinwache ist ein zentraler Knotenpunkt im Netz der Orte, die in Westfalen an die NS-Gewaltherrschaft erinnern. Gerade in Dortmund muss es gelingen, durch innovative Vermittlungsarbeit an einem authentischen Ort von Repression und Folter für die Zukunft zu lernen. Ich freue mich deshalb, dass es für die Förderung der Steinwache durch den LWL einen breiten politischen Konsens gab“, so Löb.

"Die Steinwache ist in Dortmund unverzichtbar – als Säule der Erinnerungskultur und im aktuellen und zukünftigen Kampf gegen Rechtsextremismus", sagte Sierau: "Das Wissen um die NS-Verbrechen ist Anlass und Verpflichtung, rechtsextremer Gesinnung auch aktuell entgegen zu treten." Sierau dankte LWL-Direktor Löb, dass die Ausstellung künftig auch mit Unterstützung des LWL dem wissenschaftlichen Stand und modernen Rezeptionsgewohnheiten angepasst werden kann.

In den vergangenen Jahren hatte die Steinwache regelmäßig mehr als 20.000 Besucher pro Jahr. Um die Besucherzahl weiter zu steigern, sollen u.a. zeitgemäße pädagogische Angebote entwickelt werden. So werden sich Schülerinnen und Schüler in forschender Gruppenarbeit NS-Geschichte selbst erarbeiten können. In den nächsten beiden Jahren (2016-2017) soll die neue Ausstellung konzeptionell und gestalterisch vorbereitet werden. Nach derzeitiger Planung wird das Haus im Herbst 2017 bis zur Neueröffnung im Herbst 2018 für ein Jahr schließen.

Mit der neuen Dauerausstellung entsteht eine bundesweit einzigartige Gedenkstätte, die exemplarisch die Geschichte eines ehemaligen Polizeigefängnisses als Schnittstelle zwischen reichsweitem Terrorsystem und Stadtraum beleuchtet und eine lokale Geschichte von Terror und Verfolgung erzählt. Die neue Präsentation wird dabei dem neuen Stand der NS-Forschung gerecht, die sich seit der Jahrtausendwende stark der Frage nach gesellschaftlicher Teilhabe an der nationalsozialistischen Politik und Verfolgung widmet.

Den Hauptteil der Kosten von rund 2,7 Mio. Euro trägt der Bund (rund 924.000 Euro). Der städtische Anteil beträgt 865.000 Euro, die Landeszentrale für politische Bildung fördert den Umbau mit 315.000 Euro.

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