Mittwoch, 11. November 2015

Schlagzeugerin war Star beim 3. Philharmonischen Konzert

Dass es diesmal etwas anders zugehen würde als sonst bei Philharmonischen Konzerten, sahen die Besucher am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus bereits, bevor sie den ersten Ton gehört hatten: Am Bühnenrand waren ganze Batterien von Schlagwerk-Instrumenten aufgebaut – unter anderem eine Marimba. Sie kamen im zweiten Stück des 3. Philharmonischen Konzertes zum Einsatz: im Schlagzeugkonzert „Der gerettete Alberich“, das der Amerikaner Christopher Rouse 1997 eigens für die weltweit erste Frau geschrieben hat, die eine professionelle Solokarriere als Schlagzeugerin eingeschlagen hat: Evelyn Glennie. Und genau diese Evelyn Glennie, die mit ihrer Musik unter anderem die Olympischen Spiele 2012 in London eröffnet hatte, war in Dortmund zu Gast. Ein Ereignis!

Und ein Ereignis war auch ihr Auftritt. Es macht einfach Spaß, sie zu beobachten, wie sie während des Konzerts von einem zum anderen Instrument eilt und jedem im perfekten Zusammenspiel mit dem Orchester spannende Klangfolgen entlockt. Die 50-Jährige trat barfuß auf – weil sie bereits als Zwölfjährige einen Großteil ihres Gehörs einbüßte, verlässt sie sich auch auf die vom Orchester ausgehenden Vibrationen, die sie mit den Füßen aufnimmt.

Der anschließende Beifall wollte kaum enden, und Evelyn Glennie gab noch eine beeindruckende Zugabe mit einem einzigen Instrument: der Snare-Drum. Ihr Auftritt wird sicherlich als einer der Höhepunkte in dieser Konzertsaison in Erinnerung bleiben.

Eingerahmt war der Alberich in dem von dem Schweizer Mario Venzago (68) dirigierten Konzert von Richard Strauss‘ „Don Juan“ – einem Frühwerk des Komponisten – und Beethovens 7. Sinfonie. Venzago lobte im Vorgespräch „Wir stimmen ein“ mit Orchestermanager Michael Dühn einmal mehr das Konzerthaus. In einem solchen Haus wachse auch das dazugehörige Orchester. Das habe er auch in anderen Fällen erlebt.

Andreas Schröter

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