Samstag, 14. November 2015

Oper: "La Traviata" hat am 28. November Premiere

 Eleonore Marguerre.
 Foto: Christian 
Mai
Für Giuseppe Verdi war es nach RIGOLETTO und dem TROUBADOUR die Vollendung seiner „populären Trilogie“. Mit LA TRAVIATA wird am Samstag, 28. November2015, um 19.30 Uhr seine bekannteste Oper in der Regie von Tina Lanik inDortmund Premiere haben. Sein Rollendebüt als Alfredo gibt Ensemble-TenorLucian Krasznec, der zuletzt u.a. als Don Ottavio in DON GIOVANNI zu hören war. Die Partie des Giorgio Germont singen alternierend die Baritone Gerardo Garciacano und Sangmin Lee. Eine der beliebtesten Frauenrollen der Operngeschichte, die der Violetta Valéry, übernimmt in Dortmund die Sopranistin Eleonore Marguerre, die im Juni 2016 an der New Yorker Carnegie Hall debütieren wird.

Violetta wird bewundert und verehrt, aber geliebt wird sie nicht. So bleibt sie einsam in allem Trubel, den Festen und Gesellschaften, in denen sie sich bewegt und mit denen sie sich betäubt. Der junge Alfredo Germont ist eine andere Sorte Mann als die, die sie gewohnt ist. Er scheint es ernst zu meinen, wenn er Violetta Komplimente macht und ihr seine Liebe gesteht. Zum ersten Mal glaubt die Edel-Prostituierte, dass sie einem Mann wirklich wichtig ist. Fern von Paris erleben die beiden eine Zeit vollkommenen Glücks, doch ihre Vergangenheit lässt Violetta nicht los. Alfredos Vater Giorgio sieht durch die Mésalliance seines Sohnes die gesellschaftliche Stellung seiner Familie bedroht. Obwohl Violetta ihn beeindruckt, bittet er sie eindringlich, sich von seinem Sohn zu trennen. Bevor ihre Krankheit ihrem Leben ein Ende macht, muss sie erkennen: Einen Fehltritt, den Gott vergibt, verzeiht die bürgerliche Gesellschaft noch lange nicht. Wer einmal vom vermeintlich rechten Weg abweicht, bekommt keine zweite Chance. Von Violetta bleibt nichts als die Erinnerung an ein mögliches Glück.

In seinem bürgerlichen Trauerspiel hat Verdi ein schonungsloses Bild von der besseren Gesellschaft gezeichnet, in der die Qualitäten eines Menschen nichts zählen, wenn sie nicht durch Geld, Einfluss und eine Fassade des Anstands unterfüttert sind. Regisseurin Tina Lanik sucht in der Figur der Violetta Valéry die verschiedenen Eigenschaften einer Frau, die um ein selbstbestimmtes Leben kämpft.

Letztendlich ist es unwichtig, ob Violetta eine Hausfrau, eine Putzkraft oder eine Prostituierte ist; ihr werden als Frau bestimmte Rollen von außen nicht zugestanden. Darin findet sich die größte Aktualität der LA TRAVIATA: die Überzeugung, dass sich eine Frau in die Schablonen zu zwängen hat, welche ihr von der Gesellschaft zurechtgeschnitten werden. Wer freizügig mit sich und seinem Körper umgeht und eine große Lebenslust an den Tag legt, wird vielleicht geduldet, als Schwiegertochter jedoch niemals anerkannt.

Trotz ihrer vielen Enttäuschungen aber liebt Violetta das Leben und triumphiert im Tod über die Kleingeistigkeit ihrer Umgebung.

Weitere Termine: 6.12., 18 Uhr; 11.12., 16.12., 19.30 Uhr, Opernhaus

Karten gibt es an der Tageskasse im Opernhaus, telefonisch unter 0231/50 27 222 oder auf www.theaterdo.de

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