Freitag, 6. November 2015

MKK erhält Kunstwerke von Edgar Knoop

Edgar Knoop
Edgar Knoop, 1936 in Dortmund geboren übergab einen kleinen Teil seines künstlerischen Vorlasses an seine Heimatstadt Dortmund. Dortmund erhält zwei großflächige Farb-Collagen und 79 kleinere Collagen aus dem Jahr 2013.

Vor kurzem übergab Edgar Knoop, 1936 in Dortmund geboren und seit Jahren wohnhaft in Seeboden am Millstätter See, nach Abschluß seiner retrospektiven Einzelausstellung im Klagenfurter "Museum Moderner Kunst" einen kleinen Teil seines künstlerischen Vorlasses an seine Heimatstadt Dortmund, den Großteil an das renommierte Archiv für Künstlernachlässe, der "Stiftung Kunstfonds zur Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst" in der Abtei Brauweiler in Pulheim.

Der Vorlass von Knoop für Dortmund umfasst zwei großflächige Farb-Collagen und 79 kleinere Collagen aus dem Jahr 2013.

Nach seinem Abitur in Dortmund studierte Edgar Knoop ab 1957 an der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bereich Philosophie und Kunstgeschichte und wechselte 1960 an die Akademie der Bildenden Künste München. Dort studierte er Malerei und Grafik bei Jean-Jacques Deyrolle und Kunsterziehung bei Anton Marxmüller und schloss 1965 als Meisterschüler mit dem Staatsexamen ab. 1972 begann seine Lehrtätigkeit an der Münchner Akademie; Knoop lehrte dort bis zum Jahre 2000 als Professor der Abteilung für Experimentelle und Angewandte Farbtheorie. 1997 erhielt er die Ehrenprofessur der Abteilung für Architektur an der Technischen Universität Tiflis, Georgien.

Künstlerisch arbeitete Edgar Knoop im Spannungsdreieck Kunst - Technologie – Wissenschaft als Maler, Fotograf und Objektkünstler.

Die Empfängerin des Vorlasses, die Stiftung für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK), wurde 1998 u.a. von der Dortmunder Museumsgesellschaft gegründet und fördert seither die Arbeit des MKK. Geleitet wird die Stiftung vom Vorstandsvorsitzenden Dirk Schaufelberger aus dem Vorstand der Sparkasse Dortmund und dem Vorsitzenden des Stiftungsrates Udo Mager, Geschäftsführer der Dortmund Airport GmbH, die beide seit Frühjahr 2015 im Amt sind. Die Stiftung verfügt zurzeit über einen Kapitalstock von über 1,2 Millionen Euro und zahlreiche Kunstwerke aus verschiedenen Epochen. Diese werden großteils im Museum für Kunst und Kulturgeschichte präsentiert.

Schaufelberger und Mager zeigten sich über die Zustiftung von Professor Knoop hocherfreut und dankten ihm anläßlich seines Besuchs in der Heimatstadt.

Die von Knoop für die Stiftung für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte bestimmten Werke entstammen einem speziellen Feld in seinem umfangreichen und experimentell vielfältigen Werk: den Papierrissen. Hierbei collagiert er verschiedenfarbiges, handgerissenes Papier, zu landschaftsähnlichen Gebilden. Die möglichst breiten großflächigen Reißkanten ermöglichen ein Schattenspiel und betonen die Dreidimensionalität der Arbeiten, die auf den ersten Blick wie zurückhaltende Graphiken wirken. Es bestechen einfarbige, minimalistische Struktur-Arbeiten aus übereinandergelegten Papieren, deren Schönheit sich vor allem im Streiflicht entwickelt. Hier zeigt sich die große Faszination, die für Knoop vom Licht ausgeht.

Der Farbtheoretiker Knoop spielt in anderen kleinen Arbeiten mit Farbkontrasten und Licht: Buntpapiere in wenigen Farben grenzen einander ab, schaffen Fläche und Spannung dazwischen. Sie erinnern zum Teil an die emotionslos wirkende, abstrakte, hard-edge Malerei, dann wieder an die fröhlich, dynamische Pop Art.

Die absolute Exaktheit, mit der die Arbeiten ausgeführt sind, erinnert an seinen interdisziplinären Ansatz in der Lehre und sein Bestreben Kunst, Wissenschaft und Technik zu vereinen.

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