Montag, 12. Oktober 2015

Subrosa im November mit Bernadette La Hengst

Bernadette La Hengst
Hier kommen die November-Termine in der Hafenschänke Subrosa an der Gneisenaustraße 56:
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Donnerstag, 12.11.2015 - 19:30 Uhr: John Blek & The Rats (IRL) - Borders

Cork ist nicht nur die zweitgrößte Stadt Irlands, sondern auch die heimliche Kulturhauptstadt des grünen Eilandes - unter anderem die Heimat von Rory Gallagher oder des großartigen Mick Flannery.

Auch diese sechsköpfige Formation kommt aus Cork. Der Sound der Band - eine infizierende Mischung aus Folk, Country und Americana - ist inspiriert von einer ganzen Bandbreite an musikalischen Stilen und Künstlern: dem Outlaw Country eines Willy Nelson, den Protestsongs von Woody Guthrie, der messerscharfen Lyrik eines Jack Keruoac oder Neil Youngs melodischem Country-Rock. So kreieren John Blek & The Rats einen frischen und modernen Sound, der gleichzeitig vor den alten Helden den Hut zieht.

Die Melancholie der Band, ihre stampfenden Rhythmen und ansteckenden Refrains führen zu wunderschönen Alternative Country Songs, welche zuhause die Herzen vieler Fans erobert haben. Das im Mai 2013 erschienene Album "Leave Your Love At The Door" brachte auch seitens der Kritik eine Menge positive Resonanz auf der Insel.

Mit brandneuem Album (VÖ 18.09.2015) im Gepäck kommen John Blek & The Rats nach zahlreichen Auftritten in Irland (u.a. beim Kilkenny Roots Festival) im November 2014 zum ersten Mal auf Deutschland-Tour. Dass das Publikum eine hingebungsvolle Live-Performance erwartet, versteht sich von selbst.
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Freitag, 13.11.2015 - 20:00 Uhr: TURBINE WESTSTADT (D) - Wir Sind Zurück [Eat Music Records]

Udo Lindenberg ist Fan. Und im Dortmunder Live Club "subrosa" musste man auch nur relativ kurz reinhören, um schnell bestätigen zu können: dieser Tag gehört der Turbine! Osnabrück trifft Dortmund. West- goes Nordstadt. Andere Länder, andere Sitten? Die Bettler und Gangster bleiben dieselben.

Zornig-lässige Gossenlyrik, Alarm auf dem Griffbrett und erdbebensicherer Groove - die vier Jungs aus norddeutschen Landen sind unüberhörbar genauso mit 70ies Rock'n'Roll wie mit Rage Against The Machine, Bang Boom Bang und Wodka pur aus der Flasche aufgewachsen. Auf Koffein und Kippen wird am alten Truppenübungsplatz ständig an neuem Material gefeilt, sodass in kurzen Abständen eine leidenschaftliche Rocknummer nach der anderen vom Band geht.

Die kompakte Band, bestehend aus Alexander Schmitz (git), Matthias Jansen (b) und Sven Jentgens (dr) geht tight und einfallsreich zur Sache, während Markus Strothmann mit einem Anflug von Schaum vor'm Mund seine Texte ins Mikrofon diktiert. Egal ob auf Konserve oder live, die Turbine beschwört eine eigene, besondere Atmosphäre herauf.

Die Liebe zur großen Geste ist jederzeit zu erkennen, aber immer versehen mit einer Skalpellspitze Ironie, die auch im heftigsten musikalischen Wutausbruch noch mitschwingt und dem Sound und Auftreten der Band bei aller Härte Leichtigkeit gibt. Mit erstklassigen Melodien und einprägsamen Zeilen gehen Turbine Weststadt auf ihrem Debüt-Album Richtung Zapfsäule, Büffett, Gefängnis, Grab. Himmelsrichtung egal.

Heute abend, unten, am Hafen: "Larry und Randale, volles Brett." (Udo Lindenberg)

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Samstag, 14.11.2015 - 20:00 Uhr: Babylove & The Van Dangos (DK) - ON MY LIFE Tour 2015

Das Sextett aus Kopenhagen gehört zweifellos zu den weltweiten Top-Ten des zeitgenössischen Ska. Ihr letztes Album "Let It Come" wurde von der Fachwelt einhellig mit Bestnoten bedacht. Sein entspannt-souliger Mix aus Rocksteady, Reggae & Ska durfte gar ins Bordprogramm einer namhaften Airline abheben.

Nach dieser Phase überschäumender Kreativität ereilte die Babylove-Bandfamilie (nomen est omen) ein kleiner Babyboom - so rückten Songwriting und Konzerte zugunsten des Nachwuchses zeitweilig ein wenig in den Hintergrund und ausgerechnet Songwriter & Frontmann Daniel diagnostizierte bei sich eine Schreibblockade, die allerdings mit seinem genialen Ska-Song "I Could Not Write A Song To Save My Life" ein jähes Ende fand. Mit neuen Tunes wie dem tanzbaren "12 steps forward", dem jazzig-souligen Ska-Ohrwurm "She's The Boss " oder dem relaxten Reggae-Song "Slow Life" findet er auf dem neuen Album auch bei seinen Texten zu einer neuen, sehr persönlichen Direktheit.

Doch es bleibt auch ohne Gesang spannend, denn mit den Instrumentals "Coming To America" und "Joe's Tune" präsentiert sich die Band in absoluter Höchstform. Und das Beste kommt zum Schluß, in Form einer neuen Version ihrer grandiosen Hymne "Any Port In A Storm", die schon im Jahr 2014 im Tonstudio des Berliner Lovelite Clubs aufgenommen wurde und bereits als 7" veröffentlicht wurde. Mehr als zehn Jahre nach ihrem Debütalbum klingen THE SOLDIERS OF SKA & ROCKSTEADY heute besser als je zuvor.
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Dienstag, 17.11.2015 - 20:00 Uhr: DE WOLFF (NL) - Live & Outta Sight 2015

Das Trio in der Besetzung Gitarre/Gesang, Hammond Orgel, Schlagzeug hat seit 2007 sechs hervorragende Alben (u.a. auf dem Band-eigenen Label "Electrosaurus Records") veröffentlicht, mehr als 400 Shows gespielt sowie auf den meisten großen Festivals abgeräumt. Die Bandmitglieder Robin Piso, Pablo van de Poel und Luka van de Poel sind dabei gerade mal Anfang/Mitte Zwanzig, spielen aber ihren Mix aus Classic und Southern Rock, 70er Vibes und Blues wie junge Götter: mit der natürlichen Autorität und Souveränität absoluter Profis wird hier lässig, ohne Anstrengung und gleichzeitig atemberaubend mitreißend Deep Purple mit The Allman Brothers verschmolzen. "Ohne Übertreibung eine meiner absoluten Lieblings-Livebands - ganz klare Empfehlung!" lässt der Berliner Booker vom Magnificent Music wissen. Und der hat sonst auch nicht irgendwen, sondern so fabulöse Live-Acts wie die Funk-Rock-Bruderschaft Coogans Bluff, die dänische Reverend Shine Snake Oil Co, deren Ableger HODJA oder die deutschen Kraut-Newcomer WUCAN im Angebot - so freut man sich am Dortmunder Hafen also unendlich mit ihm, diese holländischen Superstars zum Tourstart begrüßen zu können: Live & Outta Sight 2015!
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Samstag, 21.11.2015 - 20:00 Uhr: Lukas Meister & Martin Goldenbaum - Gitarrenpop gegen die Resignation (optimistisch, unbeqeum & kritisch)

Lukas Meister - in Freiburg und Berlin zu Hause - ist unverkrampft, ehrlich, mit einem Blick für das Kuriose im Gewöhnlichen. Dahinter steht die Erkenntnis: das Dasein ist eine Aneinanderreihung von verwirrenden Situationen, die oft nur mit Humor zu ertragen sind. Die Songs, die aus dieser Einstellung heraus entstehen, sind keine Comedy. Vielmehr enthalten sie eine pointierte Darstellung menschlicher Abgründe, die mit einem Mindestmaß an Ironie versetzt sind. Lukas Meister verwandelt flüchtige Momentaufnahmen aus der Reise namens Leben in Musik - poetisch, aber niemals pathetisch singt er über das Verhältnis von Zeit und Gefühl. Darüber, dass man irgendwann feststellen muss: man ist älter als die Fußballspieler im Fernsehen. Darüber, dass verlassen werden nicht unbedingt immer das Schlechteste ist. Und über die Frage, ob man nicht doch lieber vierzig Jahre früher auf die Welt gekommen wäre. Nach dem großen Erfolg seines Debüts "Wanderjahre" steht nun das neue Album "Gold Zeit Raketen" an, mit dem Lukas Meister sich einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft sichern will.

Diesen hat Martin Goldenbaum bereits. Seine Geschichte ist lang. Sehr lang. Und so hat der Liedermacher mit Wurzeln in den alten Bundesländern einiges zu erzählen. Das Rezept des Wahl-Berliners bleibt dabei einfach wie gut: lange genug in den Abgrund sehen, den Humor bewahren, die Hoffnung nicht aufgeben - und lakonische Lieder schreiben. Nach dem "Anker" (2012) ist inzwischen das aktuelle Album "Optimist" (2014) erschienen:. Mal Country, mal Rock'n'Roll, mal Chanson. Viel Musik, viel Humor und Tiefe in einer Person: als Entertainer mit Wortwitz und Melancholie verpackt der Rock-Poet witzige bis provokante Texte in Songs mit einem schrägen, kleinen Dreh. Zum Nachdenken. Schmunzeln aber auch.
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Mittwoch, 25.11.2015 - 19:30 Uhr: Bernadette La Hengst - SAVE THE WORLD WITH THIS MELODY

Was ihre Alben erahnen lassen, Konzertbesucher aber schon lange wissen: "Sie geht ab wie eine Rakete - bis Wahnsinn und Schweiß verschwörerisch funkeln" (Mopo/HH). Sie ist die heißgelaufene Multifunktions-Machinette, die verkabelt mit unzähligen Hörspiel-, Theater- und Kunst-Projekten treffsicher elektrisierende Popsongs zwischen Elektrodub, spielfreudigem Krautbeat & swingendem Loverssoul ausspuckt.

Seit Veröffentlichung ihres letzten Albums "Integrier mich, Baby" (2012) hat Bernadette La Hengst nicht nur viele Konzerte gespielt, sondern auch eine ganze Menge Theaterstücke produziert, wie z.B. "Planet der Frauen", "Bedingungsloses Grundeinsingen", "L’Universal Schattensenat", "Liebe - Eine Übung!" und und und. Für das Festival "Save The World" im Theater Bonn entstand im Herbst 2014 der Super-WeltretterInnenhit "Save The World With This Melody" - und genau das ist ihr Antrieb:

Bernadette La Hengst schreibt Lieder, um - nicht mehr und nicht weniger - die Welt zu retten mit einer Melodie. Hiervon haben sich viele neue angesammelt, die am 2.Oktober als neues Album erschienen sind und das sie nun im Zuge einer Club-Tour präsentiert. Und es bleibt dabei: Bernadette La Hengst auf der Konzertbühne ist unvergleichliches Entertainment, mitreißend und heiß wie ein Vulkan, der kurz vor'm Ausbruch alle nochmal tanzen lässt!
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Freitag, 27.11.2015 - 20:00 Uhr: WUCAN - Sow The Wind

Trotz ihrer noch kurzen Geschichte kann das junge Quartett - gegründet 2012 in Dresden - bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken: die erste 500er Auflage ihrer im November 2014 nur auf Vinyl erschienenen EP "Vikarma" erhielt glänzende Reviews und war binnen kurzer Zeit ausverkauft, bei zahlreichen Konzerten erspielte man sich mit einer energetischenLive-Präsenz - u.a. beim prestigeträchtigen HammerOfDoom-Festival und als Tour-Support von Siena Root - schnell ein festes Stammpublikum, bevor Heavy Metal Veteran Karl Walterbach die Band unter seine Fittiche nahm und der erste Plattenvertrag folgt.

Im in Szenekreisen hoch gehandelten Big Snuff Studio in Berlin entstand unter der Regie von Richard Behrens - bekannt als Produzent diverser einschlägiger Bands sowie Livemischer von Kadavar und Bassist der Berliner Sabbath-Rocker Heat - ein puristischer und versierter erster Longplayer. Der auffallend roughe Sound wurde zu großen Teilen mit analoger Technik erzielt und passt perfekt zum late 60ies & 70ies Feeling von WUCAN. Jedoch outen sie sich keinesfalls als platte Retro-Copycats, sondern entwickeln auf erfrischende Weise eine Eigenständigkeit zwischen den Stühlen von damals und heute:

trotz der nicht zu überhörenden Einflüsse von Bands wie Jethro Tull, Renft, Lucifer's Friend, Birth Control und Krautrock im Allgemeinen, ist die Band auf ihren eigenen Stil fokussiert und präsentiert abwechslungsreiche Songs und Arrangements, die von Jam-Rock-Passagen bis hin zu Metal-induzierten Gitarren-Riffs und Querföten-Parts in bester Anderson-Manier die komplette Palette von 70s Folk-Rock über epische Psychedelic-Rock-Trips bis hin zu klassischem Hard Rock ausschmücken.

Fixpunkt ist dabei immer wieder die charakteristische, energetische Stimme von Francis Tobolsky, die auch vor Emotionalität und Melancholie nicht zurückschreckt. Die Sängerin fängt und fesselt ihre Zuhörerschaft mit einer beeindruckenden Ausstrahlung, die vor allem live hervorragend zur Geltung kommt.

Blues, Stoner, Psychedelic. Kurz: Kräuterrock - jung, facettenreich, eindrucksvoll. Und für Fans von Bands wie Blues Pills, Kadavar oder auch Graveyard ein absolutes Muss!
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Samtag, 28.11.2015 - 20:30 Uhr: Louise Gold - Terra Caprice

Welche deutsche Independent-Künstlerin hat zuletzt Schlagzeilen in Brasilien, Japan, Russland, Südafrika und den USA gemacht? Louise Gold, im August 2014. Die Huffington Post und VICE würdigten ihre spektakuläre Coverversion von John Lennons "Oh my love", für die sie den lunaren Herzschlag von Neil Armstrong und den Sound der Umlaufbahn der Venus als Orchestration verwendete.

"Mein ursprünglicher Plan bestand darin, die Sounds zu einem Instrumental zu verarbeiten, das die außergewöhnliche Erfahrung von Neil Armstrong, an einem Ort zu sein, an dem noch nie zuvor ein Mensch war, aufgreift. Ich stellte mir vor, daß er ruhig und überwältigt zugleich war. Ein bisschen, wie wenn man verliebt ist und herausfindet, dass diese Gefühle erwidert werden. Während ich daran arbeitete, ging ich zum Mittagessen und "Oh my love" kam im Radio. Ich hatte den Song schon sehr oft gehört, aber diesmal traf die Zeile "everything is clear in my heart" einen Nerv und mir wurde klar, dass das Lied genau meine Vorstellung von diesem speziellen Gefühl abbildete, das Neil Armstrong gehabt haben muss, als er den Mond einen Moment ganz für sich hatte."

Golds Faszination für räumliche Weite hatte bereits zur vagen Idee eines Albums zwischen Americana und Indie Pop geführt, so daß die Einladung zum SXSW 2014 zum richtigen Zeitpunkt kam: Die Berlinerin nutzte die Gelegenheit für einen ausgedehnten Trip durch die westlichen Staaten der USA, um dann eine Weile auf einer Farm außerhalb von Tucson zu leben, wo sich sich mit Leuten und Pferden anfreundete.

In der Erkundung von Andersartigkeit in einer ähnlichen, aber vollkommen unterschiedlichen Kultur fand sie das Kernthema ihres Albums "Terra Caprice": der Roadtrip einer Beobachterin durch den amerikanischen Westen.

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