Montag, 19. Oktober 2015

Schauspiel: "Besessen" hat Freitag Premiere

Szene aus "Besessen" Foto: Hupfeld
Das neue Stück von Horrorspezialist Jörg Buttgereit, "Besessen",  hat am Freitag (23.10.), 20 Uhr, Uraufführung im Schauspielstudio.

Als sich 1973 der Kopf der jungen Schauspielerin Linda Blair teuflisch auf den Rücken dreht, stockt der Welt der Atem: Der Exorzist von William Friedkin und William P. Blatty ist Hollywoods bis dato sensationellster Angriff auf die Herzen und Hirne seiner Zuschauer. Die Geschichte des ultimativen Kampfes Gut gegen Böse, ausgetragen im Körper einer 12-Jährigen, von der ein Dämon Besitz ergreift, gewinnt zwei Oscars und verzückt und verstört Millionen weltweit: Ohnmachts- und Herzanfälle während des Filmes, danach glauben Hunderte von Zuschauern, ebenfalls besessen zu sein. und lassen an sich Exorzismen durchführen. Nicht nur Linda Blair erlangt über Nacht weltweite Aufmerksamkeit, sondern auch das uralte religiöses Ritual der Austreibung des Bösen. Was ist diese Finsternis jenseits von Wissenschaft und Logik, die sich in uns einzunisten droht? Und wie gefährdet ist unsere geistige Gesundheit?

Deutschland, 1984. Als das ZDF den Horrorfilm-Aufklärungs-Ratgeber „Papa, Mama, Zombie“ ausstrahlt, ist es bereits zu spät. Eine neue Technik hat staatliche Schutzmauern gegen „sozial-ethische Desorientierung“ längst unterwandert: Die VHS-Kassette verleiht Filmen eine neue Mobilität. Jenseits von Zensur und Altersfreigaben gibt es nun Terror für alle – direkt für die heimische Couch.

Und heute? Verfilmte Alpträume von Dämonen jeder Art sind inzwischen Bestandteil des kulturellen Mainstreams. Dennoch – eins bleibt: Das Unbehagen vor dem, was da jenseits der Vernunft lauert. Wenn das Unfassbare plötzlich Gestalt annimmt und das Adrenalin Amok läuft: Inspiriert von Der Exorzist lädt Horrorspezialist Jörg Buttgereit (u.a.  Nekromantik“, „NOSFERATU LEBT!“, „GERMAN ANGST“) in seiner neuen Dortmunder Arbeit ins Wohnzimmer von Horrorfan Gerd Friedekind, der mit seinem Freund Marian zu einem schaurigen Videoabend verabredet ist. Doch lässt sich die unfassbare Finsternis so einfach in die Flimmerkiste einsperren? Regie führt Jörg Buttgereit, der auch das Autor des Theaterstücks ist (Mitarbeit: Anne-Kathrin Schulz), Bühne und Kostüme entwirft Susanne Priebs, den Soundtrack arrangiert und komponiert T.D. Finck von Finckenstein, die Special Effects sind von Lucas Pleß, die Dramaturgin ist Anne-Kathrin Schulz. Es spielen: Ekkehard Freye, Björn Gabriel, Uwe Rohbeck und Sarah Sandeh.

Uraufführung am Freitag, 23. Oktober 2015 im Studio, weitere Vorstellungen am 30. Oktober und 11. November.

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