Mittwoch, 21. Oktober 2015

Philharmoniker: Mahlers Auferstehungs-Sinfonie geriet zum grandiosen Konzertabend

In Topform: die Philharmoniker beim Konzert am Dienstag.
Foto: Christoph Müller-Girod
Die Dortmunder Philharmoniker haben sich für ihr 2. Philharmonisches Konzert, temperamentvoll dirigiert von GMD Gabriel Feltz, an einen Koloss der Musikgeschichte gewagt. Mahlers Zweite, die
„Auferstehungs-Sinfonie“. Und um es gleich vorweg zu sagen: Der Abend am Dienstag im Konzerthaus geriet zu einem berauschenden Höhepunkt in der jüngeren Konzertgeschichte des Orchesters. Obwohl das Werk mit über 90 Minuten relativ lang ist und GMD Gabriel Feltz auf die sonst meist übliche Pause verzichtete, kam an keiner Stelle Langeweile auf. Im Gegenteil: Man lauscht gebannt und begeistert diesem Musikerereignis und kann am Ende kaum glauben, dass es schon vorbei ist.


Grund für diesen Eindruck ist die enorme Vielseitigkeit dieses Werkes. Es ist dramatisch, lustig, heroisch, intim und transportiert auf diese Weise via Musik all das, was das menschliche Leben ausmacht. Und den Dortmunder Philharmonikern gelingt es, all das in hervorragender Weise über die Bühne zu bringen. Man merkt ihnen an, dass sie sich selbst für diese Musik begeistern.

Beeindruckend sind dabei nicht nur die ganz lauten Stellen, sondern vor allem die enorm leisen, in denen die Musik fast flüsternd wirkt. Diese Stellen fordern eine hohe Präzision, um wirklich sauber zu klingen. Klippen, die die Musiker gekonnt umschiffen. Schön in diesem Zusammenhang übrigens auch, dass die Erkältungswelle in Dortmund offenbar noch nicht ausgebrochen ist: Es gab trotz des gut gefüllten Hauses ungewöhnlich wenige Huster, die sonst oft gerade die leisen Stellen zunichte machen.

An diesem Konzertereignis waren rund 200 Akteure beteiligt, darunter auch der Tschechische Philharmonische Chor Brno, dessen Gesang sich harmonisch in die Musik einfügte, und die Solistinnen Tanja Ariane Baumgartner (Mezzosopran) und Lavinia Dames (Sopran). Letztere vertrat die erkrankte Chen Reiss, die eigentlich vorgesehen war.

Andreas Schröter

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