Freitag, 4. September 2015

Schauspiel: Gleich zwei Beckett-Stücke haben Premiere im Studio

Szene mit Merle Wasmuth.
Foto: Birgit Hupfeld
Wie klingt das Dasein am Ende der Zeit? Glückliche Tage und Das letzte Band: Marcus Lobbes inszeniert die zwei berühmten Stücke des irischen Literatur-Nobelpreisträgers Beckett als besonderes Beckett-Doppel: In Glückliche Tage leben Winnie und Willie an einem Ort im Irgendwo. Doch Winnie trotzt jeglicher apokalyptischer Endzeitstimmung und führt lebhafte Selbstgespräche mit ihrem Mann führt. Unbeirrbar positiv kämpft sie nicht gegen ihr Schicksal, sondern lacht mit ihm. „Spät abends in der Zukunft“: Auch Schriftsteller Krapp aus Becketts Einakter Das letzte Band ist dem Glück auf der Spur. Auf der Suche nach der eigenen Identität geht er ins biographische Archiv und blickt durch die Zeit, belauscht einstige Träume – eine Vergangenheit vor der Vergänglichkeit…

Momente menschlichen Glücks im Abgrund – ein Paradoxon? Nicht für Samuel Beckett. Der irische Literaturnobelpreis-Träger ist berühmt für seine tragikomischen Nahaufnahmen direkt aus den Tiefen menschlichen Scheins und Seins. Seine Protagonisten sind lebendig und tot zugleich: Ob bei Warten auf Godot, Endspiel, ob im 1961 uraufgeführten Glückliche Tage oder in Das letzte Band von 1958 – die Katastrophe ist schon passiert – und hat die Menschen aus ihrer Zeit fortgerissen. Selbstverständlich mit einem Lächeln, denn: „Nichts ist komischer als das Unglück.“ (Samuel Beckett). Regie führt Marcus Lobbes, Bühne und Kostüme sind von Pia Maria Mackert, die Videoart von Michael Deeg, die Dramaturgin ist Anne-Kathrin Schulz. Es spielen Ekkehard Freye und Merle Wasmuth

Premiere am 5. September 2015 im Studio

Weitere Vorstellung am 11. September

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