Mittwoch, 30. September 2015

Oper: „Stunde danach“ zu „Tristan und Isolde“

Szene aus "Tristand und Isolde"
 mit Allison Oakes und Lance Ryan. Foto: Thomas Jauk
Am Samstag, 3. Oktober 2015, findet um 21 Uhr, nach der Vorstellung „Tristan und Isolde“, das Operngespräch „Stunde danach“ statt. Studierende des Studiengangs Musikjournalismus der Technischen Universität Dortmund befragen die Sopranistin Allison Oakes und den Bass Karl-Heinz Lehner zu ihren Partien als „Isolde“ und „König Marke“. Christopher Warmuth, Student an der TU Dortmund, moderiert der Veranstaltung und wird den Fokus des Gesprächs auf die Dortmunder Inszenierung von Intendant Jens-Daniel Herzog sowie die Aspekte von Verrat und Liebe in einem autoritären System legen.

Wie reagiert ein politisches System, wenn sich einer der höchstrangigen Vertreter plötzlich von diesem abwendet? Es kann ihn ausschließen, verteufeln und aus dem Gedächtnis ausradieren, wie einst Stalin seine Widersacher sogar nachträglich von Fotos verschwinden ließ. Oder es wartet auf seinen Tod und macht ihn, wenn er nicht mehr real gefährlich werden kann, zum Helden. So verfährt Marke mit Tristan. Er lässt ihn sterben und stellt ihn als perfekten Vertreter des Systems dar. So überwindet er nicht nur die persönliche Enttäuschung, sondern domestiziert auch die alles zersprengende Kraft der Liebe. Isolde stirbt ihren Liebestod vor dem Staatsbegräbnis für Tristan. Ihre Gefühle waren zu tief, um gelebt zu werden.

„Die Stunde danach“ findet nach einer kurzen Pause von 15 Minuten im Anschluss an die Vorstellung von „Tristan und Isolde“ am Samstag, 3. Oktober 2015, um 21 Uhr statt. Die Zuschauer sind herzlich eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen. Der Eintritt ist frei.

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