Donnerstag, 13. August 2015

Vielseitiges Programm am Tag des offenen Denkmals

Blick in einen ehemaligen Wasserbehälter
(ehemaliger Wasserturm Heiliger Weg)
im obersten Teil des Turms

Bild: Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann
Am 13. September beteiligt sich die Stadt Dortmund zum 22. Mal am bundesweiten Tag des offenen Denkmals. Der Tag in diesem Jahr unter dem Motto "Handwerk, Technik, Industrie".

60 Institutionen, Vereine und Einzelpersonen haben in Dortmund zugesagt, "ihr Denkmal" der Öffentlichkeit zu präsentieren - so viele wie noch nie. Sie bereiten ein vielfältiges Angebot in allen Stadtbezirken vor, das zum Schauen, Lernen und Mitmachen einlädt. Und der Eintritt ist auch diesmal frei, einige Veranstalter bitten zur Unterstützung ihres ehrenamtlichen Engagements um eine Spende.

Am 11. August ist die Programmbroschüre der Stadt Dortmund, die unter Geschichtsinteressierten als Sammlerstück gilt, erschienen.

Welche Denkmäler sind dabei?

Angesichts der bedeutenden Industriegeschichte Dortmunds wundert es nicht, dass an vorderster Stelle bedeutende Bergbau-Denkmale dabei sein werden: Vom Hammerkopfturm der Zeche Minister Stein, über den Luftschacht Rote Fuhr in Grevel, bis hin zu den Zechenanlagen Hansemann in Mengede, Westhausen in Westerfilde, Zollern in Bövinghausen, Gneisenau in Derne und schließlich der Kokerei Hansa in Huckarde.

Eine Wanderung zur Industriegeschichte Hördes führt unter anderem zum Hochofenwerk Phoenix-West, das vom "Sky-Walk" aus betrachtet werden kann. Auch in Huckarde und in der nordöstlichen Innenstadt führen Rundgänge zu industrie- und technikhistorischen Spuren. Zudem kann die ausgeprägte Trinkhallenkultur des Ruhrgebiets als eine "Begleiterscheinung" der Industriegeschichte in einem Rundgang durch das Unionviertel bestaunt werden.

Das Thema Technik repräsentieren spannende technische Denkmäler, wie der Florianturm, die Wassertürme in Grevel (Lanstroper Ei) und am ehemaligen Südbahnhof sowie die historischen Fahrzeuge im Nahverkehrsmuseum in Dortmund. Erstmals dabei ist das Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Hombruch.

Einige Fachwerkbauten dokumentieren schwerpunktmäßig die Handwerksgeschichte in Dortmund. Hier sind es die privaten Eigentümer, die ihre Pforten öffnen und oftmals ein schönes Begleitprogramm mit Musik und Speisen anbieten. Zum gärtnerischen Handwerk bieten die Freunde des Botanischen Gartens Rombergpark wieder ein buntes Programm.

Da sich in Dortmunds Kirchenräumen technik-, handwerks- und industriegeschichtliche Bezüge wunderbar aufzeigen lassen, nehmen in diesem Jahr 19 Kirchen in Dortmund und Lünen teil. Nicht wenige unter ihnen sind "Kinder" der Industrialisierung und der damit verbundenen Zuwanderung vieler Menschen.

Eröffnung und Abschluss

Die Auftaktveranstaltung wird um 11 Uhr im Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer Dortmund in Mengede stattfinden. Oberbürgermeister Ullrich Sierau wird den Tag des offenen Denkmals offiziell eröffnen und Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer, wird als Gastgeber ein Grußwort sprechen.

Die historischen Tagesanlagen der Zeche mit dem Bildungszentrum Hansemann der Handwerkskammer stehen bis 17 Uhr zur Besichtigung offen. Neben einem Infostand des Ortskuratoriums Bochum/Dortmund der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden das Bildungszentrum und das Fritz-Henßler-Berufskolleg verschiedene Ausbildungsangebote vorstellen (Gerüstbauer, Dachdecker, Zimmerer, Zweiradtechnik, Korrosionsschutz, regenerative Energien, Bautechnische Assistenten, Brauer, Mälzer und Destillateure).

Zahlreiche Werkstätten sind geöffnet und bieten Einblicke in die Ausbildungsberufe. Zudem wird es Mitmachangebote für Jugendliche und Kinder und Infostände zu historischen Holz- und Lehmbautechniken geben.

Die Abschlussveranstaltung findet ab 17:30 Uhr in der Kompressorenhalle der Kokerei Hansa in Huckarde statt. Eine Gesprächsrunde zum Thema "Weltkulturerbe. Chancen und Herausforderungen für Dortmund und seine Denkmallandschaft" mit Dr. Petra Beckers, Institut für Denkmalschutz und Denkmalpflege Essen, Ursula Mehrfeld, Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur, und Svenja Schrickel, Denkmalbehörde Dortmund, moderiert von Dr. Marion Grob, WDR, rundet den Tag ab und richtet den Fokus auf die Industriedenkmallandschaft Dortmunds.

Zahlreiche Akteure und Beteiligte

Neben größeren Akteurinnen und Akteuren, wie dem Brauerei- und Hoesch-Museum oder dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte, sind es vor allem ehrenamtliche Engagierte, die sich am diesjährigen Tag des offenen Denkmals beteiligen: rund 20 Heimat-, Geschichts- und Fördervereine, das Fritz-Henßler-Berufskolleg sowie zahlreiche Denkmaleigentümerinnen und -eigentümer.

Unterstützung

Ermöglicht wurden die Organisation des Denkmaltags und der Druck der Broschüre durch eine großzügige Spende der Sparkasse Dortmund, die diese Kulturveranstaltung seit Jahren finanziell unterstützt. Weitere Unternehmen haben bei der Finanzierung der Programmbroschüre durch das Schalten einer Anzeige geholfen. Die Stadt Dortmund dankt den Förderern sehr herzlich.

Die Broschüre ist an vielen Stellen im Stadtgebiet kostenlos erhältlich (zum Beispiel Rathaus, Bezirksverwaltungsstellen, Zentral- und Stadtteilbibliotheken, KulturInfoShop, Museen, Dortmund-Agentur am Friedensplatz, DORTMUNDtourismus am Bahnhof, Denkmalbehörde am Burgwall). Außerdem steht die Programmbroschüre als Download auf der Internetseite der Denkmalbehörde zur Verfügung. Auf diesen Seiten werden auch etwaige Aktualisierungen zum Veranstaltungsablauf bekannt gegeben.

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