Mittwoch, 22. Juli 2015

MKK: In gut einem Monat eröffnet die Ausstellung "200 Jahre Westfalen. Jetzt!"

Ein Kleinschnittger. Foto: Schröter
Die Mitarbeiter des Museums für Kunst und Kulturgeschichte stehen vor ein paar arbeitsreichen Wochen. Sie müssen die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ aufbauen, die am 28. August eröffnet. Pressevertreter durften sich bereits am Mittwoch einen ersten Eindruck verschaffen.

So wird unter anderem eines der kleinsten Autos zu sehen sein, die jemals hergestellt wurden: ein Kleinschnittger aus dem westfälischen Arnsberg. 1957 machte die Firma von Paul Kleinschnittger pleite. Schade eigentlich – sein Gefährt, das über keinen Rückwärtsgang verfügte, sieht so aus, als könnte es heute viele Anhänger finden. Auch eines der ersten Luftschiffe, die sich im 19. Jahrhundert mit Technik aus Westfalen in die Lüfte erhoben, ist als Modell zu sehen. Es soll symbolträchtig in aufsteigender Form aufgehängt werden, obwohl das Original bereits nach fünf Minuten Flug spektakulär abstürzte (wobei der Pilot allerdings überlebte). Die Bilder davon werden ebenfalls gezeigt. Weitere zwei von rund 800 Exponaten sind ein ausgestopfter Wisentkopf (Wisente wurden 2013 im Rothaargebirge ausgewildert) oder ein Pflug, der von beiden Seiten aus bedienbar war, damit er auf dem Feld nicht gewendet werden musste.

Zu den Kuriositäten der Ausstellung gehört eine Fotoserie aus 16 Orten mit dem Namen „Westphalia“, die es in den USA gibt. Auch eine Stadt mit dem Namen „New Dortmund“ sollte einst in Amerika entstehen. Allerdings entpuppte sich das dafür ausgesuchte Land als zu nicht überschwemmungssicher.

Registrarin Elke Torspecken zeigte auch das Allerheiligste des Museums, das Depot in der siebten Etage, wo ebenfalls einige Exponate warten, die in der Ausstellung gezeigt

Bruno, das Wisent. Foto: Schröter
werden: ein Stuhl aus dem ersten westfälischen Landtag oder ein Birkemeier der Bochumer Maiabendgesellschaft – das ist ein schweres aus Holz bestehendes Gefäß: Wo in westfälischen Kneipen der Birkemeier stand, saß der Stammtisch.

Was eigentlich das Wesen Westfalens sei, wurde Kuratorin Brigitte Buberl gefragt. Sie wisse es auch nach eingehender Beschäftigung mit der Materie nicht – vielleicht dass Westfalen ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen friedlich miteinander vereine. Möglicherweise helfen die Klischees weiter: Westfalen trinken Korn, essen Pumpernickel und Schinken, sind eher stur, arbeitsam und reden nicht viel. So isses, oder etwa nicht?

Mehr zur Ausstellung und viel Westfälisches gibt’s unter www.200JahreWestfalen.Jetzt

Andreas Schröter

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