Samstag, 18. Juli 2015

HMKV: Ausstellung "Digitale Folklore" öffnet Freitag

Typische Homepage der 90er-Jahre Foto: Schröter
Mit knapp 6500 begeisterten Besuchern endete am 12. Juli die Ausstellung „Das Mechanische Corps. Auf den Spuren von Jules Verne“ im HMKV (Hartware MedienKunstVerein), die Liebhabern der zeitgenössischen Kunst, Fans der Steampunk-Bewegung ebenso wie Comic- und Musik-Fans die Möglichkeit bot, in die fantastischen Welten Jules Vernes einzutauchen, und schon laufen die Vorbereitungen für die kommende Ausstellung auf Hochtouren.

Am Freitag, 24. Juli 2015 um 19 Uhr öffnen sich die Türen des HMKV (Hartware MedienKunstVerein) für die Ausstellung „Digitale Folklore“. Liebhaber der frühen Netzkultur und natürlich alle Kunstfreunde sind herzlich eingeladen, im Rahmen der Eröffnung in die Frühzeit des WWW einzutauchen und dabei die Ästhetik der GeoCities-Seiten zu entdecken.

Die weltweit erste Ausstellung zu „digitaler Folklore“ basiert auf dem Archiv „One Terabyte of Kilobyte Age“, das die Überbleibsel von 381.934 GeoCities-Homepages enthält, von Amateuren handgemacht, aus der vorindustriellen Zeit des World Wide Web. GeoCities, die erste kostenlos angebotene Plattform zur Veröffentlichung von Webseiten, wurde 1994 ins Leben gerufen, bereits 1999 an den damaligen Internet-Giganten Yahoo! verkauft, und 2009 von diesem kaltherzig gelöscht. In der gesamten Entwicklung der Kultur des WWW nimmt GeoCities eine prägende Rolle ein, gehörte einst zu den weltweit am meisten besuchten Servern des Netzes, aber ist schon nach dieser kurzen Zeit in Vergessenheit geraten – nur einige Legenden und Bräuche haben sich gehalten.


In den über 28 Millionen, nur wenige Tage vor der Löschung hastig kopierten Dateien finden sich persönliche Webseiten, Fan-, Trauer-, Rezept-, Bastel-, Computerspiel- und Haustier-Seiten, rotierende "Welcome To My Homepage"- und Baustellen-Schilder, blinkende Weltraum-Tapeten und zappelnd animierte Figuren. Für die Ausstellungen wurden sie aufwändig digital restauriert und künstlerisch neu interpretiert.

„Digitale Folklore“ ist das Folgeprojekt zur erfolgreichen HMKV-Ausstellung „Jetzt helfe ich mir selbst!" - Die 100 besten Video-Tutorials aus dem Netz (2014).
Der Eintritt ist kostenfrei - wie AOL-Freiminuten!
Eine Ausstellung des GeoCities Research Institute, kuratiert von Prof. Olia Lialina (Stuttgart) und Dragan Espenschied (New York).
Unterstützt werden sie vom Kopf des Archive Teams Jason Scott, dem US-Künstler Joel Holmberg und dem Experten für chinesische Netzkultur Gabriele de Seta.
In Kooperation mit: Merz Akademie - Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Stuttgart.

Freitag, 24. Juli 2015: Eröffnung „Digitale Folklore“
19 Uhr: Beginn der Ausstellungseröffnung
HMKV (Hartware MedienKunstVerein) im Dortmunder U, Ebene 3
Leonie-Reygers-Terrasse, 44137 Dortmund
Es sprechen:
Dr. Inke Arns, Künstlerische Leiterin HMKV (Hartware MedienKunstVerein)
Prof. Olia Lialina, Kuratorin der Ausstellung
Dragan Espenschied, Digitaler Restaurator
Eintritt frei

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