Sonntag, 28. Juni 2015

"Tristan und Isolde" ist erste Opern-Premiere der neuen Spielzeit

Allison Oakes sind die Isolde
Schon jetzt macht das Theater auf die erste Premiere der Oper in der neuen Spielzeit am 6. September um 16 Uhr aufmerksam: Richard Wagners „Tristan und Isolde“.

In der Regie von Opernintendant Jens-Daniel Herzog werden erstmalig der Bayreuth-Tenor Lance Ryan als Tristan und Allison Oakes als Isolde zu sehen sein. Die Bayreuth-Sopranistin Allison Oakes wird dabei ihr mit Spannung erwartetes Rollendebüt als Isolde geben. Weiterhin treten unter der musikalischen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz Martina Dike als Brangäne und Karl-Heinz Lehner als König Marke im Opernhaus Dortmund auf.

Tristan ist der Ziehsohn von König Marke. Dieser nahm sich Tristans an und baute ihn zum Nachfolger auf. Es ist die bittere Ironie dieser Geschichte, dass Tristan seinen Onkel aus strategischen Gründen zur Heirat mit Isolde überredet und sich dann selbst in sie verliebt. Tristan ist damit klar, dass seine Liebe ihn aus allen Zusammenhängen und einer Zukunft als König hinauskatapultiert. War er bisher loyal, so wird er jetzt radikal zum Verräter an König Marke und seiner Welt. Durch die Liebe zu Isolde katapultiert ihn aus dem Leben im System. Die Entscheidung für die Liebe ist zugleich die Entscheidung für den Tod. Isolde macht sich darüber noch Illusionen, aber Tristan weiß, seine Liebe zu Isolde ist das Endspiel seines Lebens.

Regisseur Jens-Daniel Herzog geht der Frage nach, wie ein politisches System reagiert, wenn sich einer der höchstrangigen Vertreter plötzlich von diesem abwendet? Es kann ihn ausschließen, verteufeln und aus dem Gedächtnis ausradieren, wie einst Stalin seine Widersacher sogar nachträglich von Fotos verschwinden ließ. Oder es wartet auf seinen Tod und macht ihn, wenn er nicht mehr real gefährlich werden kann, zum Helden. So verfährt Marke mit Tristan. Er lässt ihn sterben und stellt ihn als perfekten Vertreter des Systems dar. So überwindet er nicht nur die persönliche Enttäuschung, sondern domestiziert auch die alles zersprengende Kraft der Liebe. Isolde stirbt ihren Liebestod vor dem Staatsbegräbnis für Tristan. Ihre Gefühle waren zu tief, um gelebt zu werden.

Lance Ryan (Tristan)
Spätestens seit seinen internationalen Verpflichtungen im Jubiläumsjahr 2013 ist der Kanadier Lance Ryan den Wagnerianern weltweit ein Begriff. Große Wagner-Partien gab er zuletzt an der Bayerischen Staatsoper, der Deutschen Oper und der Staatsoper Berlin, der Mailänder Scala, der Oper Frankfurt und natürlich bei den Bayreuther Festspielen, wo er 2013 und 2014 den Siegfried in der Neuinszenierung des RING DES NIBELUNGEN von Frank Castorf sang. Zur Liste seiner Dirigenten gehören Zubin Metha, Kent Nagano, Christian Thielemann, Daniel Barenboim, Donald Runnicles. Die Partie des Tristan singt er an der Oper Dortmund zum zweiten Mal nach seinem Debüt in Frankfurt 2013.

Allison Oakes (Isolde)
Wie Lance Ryan, der sein erstes Engagement in Karlsruhe hatte, begann auch die englische Sopranistin Allison Oakes ihre Karriere an einem deutschen Stadttheater: Von 2006-09 war sie am Staatstheater Darmstadt engagiert. Seit 2010 ist die freischaffende Sängerin zunehmend im Wagner-Fach auf den Opernbühnen zu finden: Sie begann mit Elsa im LOHENGRIN und Senta im FLIEGENDEN HOLLÄNDER in Regensburg, Wuppertal und Boston. Seit dem Sommer 2013 ist sie jedes Jahr zu Gast bei den Bayreuther Festspielen, wo man sie als Gerhilde und Gutrune im RING erleben kann. Als Isolde wird sie an der Oper Dortmund ihr Rollendebüt geben.

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