Montag, 1. Juni 2015

Baukunst im ehemaligen Museum am Ostwall

Oberbürgermeister Ullrich Sierau eröffnete
 im ehemaligen Museum am Ostwall die Ausstellung
 zur baulichen Geschichte des Fritz-Henßler-Berufskollegs.
Damit zog erstmals Baukultur in das Gebäude ein,
 das im Jahr 2018 seine Pforten als Baukunstarchiv NRW öffnen wird.
Bild: Udo Bullerdieck
Die Ausstellung "Baukunst für Bildung - Weiterbauen am Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund" präsentiert bis zum 28. Juni, im ehemaligen Museum am Ostwall, in einer Chronologie, die Umbaugeschichte des Fritz-Henßler-Berufskollegs.

Errichtet um die Jahrhundertwende durch den Dortmunder Stadtbauinspektor und Architekten Friederich Kullrich zählt das Fritz-Henßler-Berufskolleg bis heute zu den größten Bildungsbauten der Stadt Dortmund.Um den denkmalgeschützten Gebäudekomplex an die steigenden Anforderungen der Zukunft anzupassen, wurde durch die Immobilienwirtschaft der Stadt Dortmund im Jahre 2013 ein europaweites VOF-Auslobungsverfahren ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt das Bochumer Architekturbüro SSP SchürmannSpannel AG mit einem Entwurf, welcher nicht nur durch den behutsamen Umgang mit einem Stück Baugeschichte überzeugt, sondern dem eben auch durch die geschickte Anordnung von zusätzlichen Baukörpern eine moderne Neuinterpretation gelingt. Der Um- und Ausbau des Fritz-Henßler-Berufskollegs läuft.

Die Ausstellung "Baukunst für Bildung - Weiterbauen am Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund" präsentiert in einer Chronologie die Umbaugeschichte des Gebäudes. Anhand von historischen Planunterlagen und Fotografien wird zunächst die Bauhistorie des denkmalgeschützten Gebäudes dokumentiert. Konzeptdarstellungen und Entwurfsskizzen geben einen Einblick in den planerischen Umgang mit einem Denkmal und schlagen den Bogen zu dem zukünftigen neuen Erscheinungsbild des Berufskollegs.

Ergänzt wird die Ausstellung durch eine städtebauliche Einordnung des Gebäudes in das historische Großstadtbild von Dortmund, die von Prof. Dr. Wolfgang Sonne als Leiter des Archivs für Architektur- und Ingenieurbaukunst NRW der TU Dortmund (A:AI) erarbeitet wurde. Anhand historischer Fotografien erfährt der Besucher einen Einblick in die historische Großstadtarchitektur von Dortmund und das Werk des damaligen Stadtbauinspektors Friederich Kullrich.

Dabei wird das ehemalige Museum am Ostwall selbst zum Exponat! Erbaut 1875 als Verwaltungsbau des königlichen Oberbergamtes und von dem bedeutenden Berliner Architekten Gustav Knoblauch entworfen, wurde es 1911 auf Initiative und unter der Leitung von Stadtbaurat Friedrich Kullrich zum Kunst- und Gewerbemuseum umgebaut. Das heutige Gebäude mit seinem eindrucksvollen zweigeschossigen Lichthof stammt nicht nur aus derselben Epoche wie das Fritz-Henßler-Berufskolleg, sondern wurde zudem auch von dem selben Architekten erbaut, der u.a. auch das Stadthaus und das Hafenamt entworfen hat.

Schon 1947 bis 1949 wurde das "Haus für die Kunst - Museum am Ostwall" unter tatkräftiger Mithilfe der Bürgerschaft von seinen Kriegsschäden befreit und wieder hergerichtet. Es zählte zu den allerersten Museumsbauten nach dem Krieg in Deutschland und fand internationale Beachtung. Es ist heute der einzige überlebende Kulturbau aus der Kaiserzeit in der Dortmunder Innenstadt.

Große öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung fanden im Jahr 2014 die Anstrengungen von Oberbürgermeister Ullrich Sierau das Gebäudes Am Ostwall 7 zu erhalten. Im Dezember 2014 stimmte der Rat der Stadt der Einrichtung des Baukunstarchivs NRW im ehemaligen Museum am Ostwall zu. Das Gebäude wird seitens der Stadt Dortmund den Betreibern, die sich aus einem Zusammenschluss von Architektenkammer NRW, Ingenieurkammer-Bau NRW, aus der Stiftung Deutscher Architekten und dem Förderverein Baukunstarchiv NRW zusammensetzen, zur Verfügung gestellt und mit Mitteln des Landes NRW, des Fördervereins und der Stadt Dortmund baulich ertüchtigt.

Zur Profilierung des Ortes "Baukunstarchiv NRW" sind bis zum Beginn der Umbauphase zahlreiche temporäre Nutzungen vorgesehen. Eine davon ist die aktuelle Ausstellung, die am im Rahmen einer Vernissage eröffnet wurde. Die Eröffnung eines aktiven und öffentlichen zugänglichen Baukunstarchivs für NRW ist für 2018 avisiert.

Die Ausstellung läuft bis zum 28. Juni 2015. Sie ist geöffnet dienstags bis freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 18 Uhr. Der Zutritt ist kostenlos.

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