Sonntag, 14. Juni 2015

20. Juni: Dortmunds ExtraSchicht swingt, flötet, arbeitet, zockt, brennt und bleibt dennoch auf’m Teppich

Pottporus treten auf Zeche Zollern auf. Foto Pottporus
Dortmund tritt mit gewohnter Mannschaftsstärke bei der ExtraSchicht am 20 Juni an: seit 15 Jahren ist die Stadt Spitzenreiter bei der Anzahl der Spielorte. Sechs sind es allein dieses Jahr. Zu erleben ist ein reichhaltiges Programm mit Kunstpfad und Kokerei-Inszenierung über Retrogaming, Feuerperformance, Kabarett und Jazzprogramm bis zur experimentellen Physik.

Kokerei Hansa

Ein skurriler Jahrmarkt, rhythmische Swing-Tänze zum Mitmachen, ein künstlerischer Parcours und stimmungsvolle Inszenierungen aus Licht, Musik und Tanz – die Kokerei Hansa lädt ein zu einer Zeitreise in die „Goldenen Zwanziger“. Die achtköpfige Swingband Botticelli Baby bietet Musik für Ohren und Augen, passend dazu gibt es Tanzeinlagen und Minikurse aus der Welt des Swing vor den imposanten Maschinen der Kompressorenhalle – LindyPott zeigen Lindy Hop, Shag und West Coast Swing. Die Junge Szene Ruhr präsentiert einen Kunstpfad von klassisch bis Street Art als Erlebnisparcours „Fantasie.Reise.Hansa“: Videoprojektionen und künstlerische Inszenierungen auf dem Denkmalpfad mit Arbeiten von Leo Namislow, Ursula Meyer, The Top Notch, Tilo Schreieck, Andrea Kiesendahl, Maren Endler, Aaron.St und Lars Digel, während eine Licht-Akustik-Tanz-Inszenierung der Koksöfen mit Joscha Hendricksen, Julius Gabriel, Jibel Jay, Lin Verleger und Diana Richter, in der Choreografie von Aaron.St, Breakdance und Ballett, Beat Box und Klavier verbindet. Das Junge Theater BUBAMARA zeigt Ausschnitte aus der Tanztheaterproduktion „Alice im Wunderland“, daneben erzählt „Plantagenpoet“ Michael Masberg im Beatsalon Nachtgeschichten, Rundgänge führen von „Kohlen-Schwarz bis Hansa-Blau“, ein Pendelverkehr mit historischen Straßenbahnen zum benachbarten Bahnhof Mooskamp ist eingerichtet und für das Leibliche sorgen kulinarische Kreationen wie „Snack ’n’ Roll“, „Waffel Twister“ und „Weine vor Glück“ sowie vegane Speisen. Für die weitere musikalische Untermalung ist „Timboletti“ von der Swing N Beton unterstützend hinterm DJ Pult und begleitet uns in die Nacht. 

Dortmunder U

Am Dortmunder U wird die Außenwand zur Spielwiese: Marios, Fieslinge, Koopas und sonstige Pilzköpfe haben in dieser Nacht Konjunktur, denn an der Fassade des U ist Retro-Zocken angesagt mit Super-Mario, Tetris, Pac Man, Space Invaders... Dazu bietet das Dortmunder Musik- und Kunstkollektiv MASCHINERIE DJSets und Visuals vom Feinsten und im Jules-Verne-Fotostudio kann man sich in historisch-futuristischem Steampunk-Style inszenieren oder eine eigene Spielemaschine bauen. Außerdem stehen Führungen, Workshops, ein Kinoprogramm und wie immer Essen und Trinken in schöner Atmosphäre auf dem Vorplatz auf dem Programm. 

Zeche Zollern

Ehemals Ort harter und gefährlicher Arbeit ist auf Zeche Zollern in dieser Nacht alles in Bewegung: Ob mit Comedy, Breakdance, HipHop, Musik, Führungen oder durch die fantastische Illumination der Maschinenhalle. Pottporus tanzt mit Leichtigkeit, wo einst schwer gearbeitet wurde und die AWO-Opas gewähren mit ihrem Programm „An der Schüppe“ einen besonderen Blick auf das Thema. rost:licht illuminiert die Maschinenhalle, die Bigband Groove und Half Eleven bieten musikalische Highlights, Führungen durch die Dauerausstellung, über die Tagesanlage sowie die Sonderausstellung „Durch Nacht zum Licht?“ sind im Angebot. Ein besonderer Höhepunkt ist eine Fotowand, vor der sich die Besucher in eine vergangene Lebenswelt „knipsen“ können. Fürs Kulinarische sorgt die Gastronomie „Pferdestall“.

Hoesch-Museum

Die EVIL FLAMES Fire Company nimmt Besucher im Hoesch-Museum mit in eine Welt, wo Feuer das Leben bestimmt und nicht mit Gefahr, sondern mit Vergnügen und Faszination assoziiert wird. Das „Foiah“ wird mitten unter den Besuchern sein: Feurige Walk Acts und Shows, heiße Live-Musik, brennende Feuerskulpturen und eine LiveFotoaktion, bei der man sich in Stahlarbeiter-Kostümen ablichten lassen kann. Der Auftritt der Blazing Souls, dem Jugendfeuershowprojekt des Feuerpädagogik e.V. und die Ausstellung „Feuerwerdung“ des Dortmunder Künstlers Johannes Lührs machen die feurige Gesamtperformance wasserfest.

Brauerei-Museum

Das Brauerei-Museum Dortmund findet, dass Jazz und ein frisches Pils, zumal im Ruhrpott, seit jeher zusammengehören. Konsequenterweise steht hier die „Billie Holiday des Strukturwandels“ auf der Bühne: Eva Kurowski & ihre Band präsentieren ihr Programm „Reich ohne Geld – Immer schön auf’m Teppich bleiben!“ mit Liedern zwischen Jazz, Humor und Chanson. Daneben können Besucher im historischen Sudhaus Bier verkosten und sich ansehen, wie die Flaschenabfüllung vor 100 Jahren bewerkstelligt wurde. Führungen durch die neue Sonderschau „Vom Korn zum Bier: Der erstaunliche Aufstieg Westalens zur Brauregion Nr. 1“ und durch die Dauerausstellung enden womöglich auf der Kronenvereinswaage. Wer sich dort im Verein auf die Waage stellt, kann etwas gewinnen. Und während Dortmunder von der Quelle, Deftiges vom Grill und musikalische Unterhaltung vor der Kulisse des historischen Sudhauses serviert werden, präsentiert das Museumskino den wohl ältesten erhaltenen Brauereifilm – von 1920. 

DASA

Bühne frei für schlagende Poesien, wilde Kompositionen und quantenphysikalische Gedankensprünge: Die DASA Arbeitswelt Ausstellung bietet literarische Höhenflüge vor der Kulisse des gigantischen Stahlkochers, wo Torsten Sträter, bekennender Strickmützen-Träger und beliebter Comedian, seinem Publikum vermittelt, wie der Ruhrpott derzeit so tickt, während die Drei von Wildes Holz sich auf ihrer Mission, die Blockflöte vom Ruf eines Kinderspielzeugs zu befreien, mit einem unglaublichen Sound zu Rock vom Feinsten hinreißen lassen. Prof. Dr. Metin Tolan präsentiert nicht minder spannend Wissenschaft zum Anfassen und verrät interessierten Besuchern unter anderem, was James Bond und die experimentelle Physik miteinander zu tun haben. Seine unterhaltsamen Vorträge haben mittlerweile Kultstatus.

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