Donnerstag, 7. Mai 2015

Zwei Frauen stehen im Mittelpunkt des 9. Philharmonischen Konzerts



Eine renommierte Dirigentin am Pult und zwei beliebte Musiker aus den Reihen der Philharmoniker als Solisten im Rampenlicht – das bietet das 9. PHILHARMONISCHE KONZERT „bruch_stücke” am 12./13. Mai.

Was sind wohl musikalische „bruch_stücke“? Das können harmonische Wendungen sein, einzelne Stimmen, Zitate, oder nur ein prägendes Intervall.


Solcher „bruch_stücke“ von Mozart und Haydn bedient sich der 1977 geborene Komponist Alfred Schnittke für „Moz-Art à la Haydn“. Von Mozarts Karnevalspantomime KV 446 ist nur die Violinstimme überliefert und dient Schnittke als Grundlage. Zusätzlich flicht er Bruchstücke aus dessen berühmter g-Moll-Sinfonie KV 550 ein und mischt dazu eine Prise aus Haydns 45. Sinfonie, der „Abschiedssinfonie“. Daraus entsteht eine polystilistische Neuschöpfung und ein ironisch-heiteres Werk.

„Schnittkes Konzert ist wirklich ein musikalischer Spaß und es macht mir große Freude, das an der Violine auszudrücken“, verrät die 1. Konzertmeisterin Shinkyung Kim, die mit ihrem Kollegen Alexander Prushinskiy den Part der Solo-Violinen in „Moz-Art à la Haydn“ übernehmen wird. „Ich finde es wunderbar, wie sich hier zeigt, dass sich klassische Musik auch mit Humor und Spaß beschäftigen kann“, fügt sie lachend hinzu. Seit 1998 spielt sie als 1. Konzertmeisterin bei den Dortmunder Philharmonikern. Aktuell bereitet sie sich mit großer Freude auf diesen Abend vor, denn seit ihrem Antrittskonzert ist sie nicht mehr als Solistin in einem Philharmonischen Konzert zu hören gewesen. „Es freut mich besonders, dabei meinen Konzertmeister-Kollegen Alexander Prushinskiy an meiner Seite zu wissen.“

An Schnittkes Seite stehen an diesem Abend zwei große Komponisten mit zwei großen Sinfonien. Johannes Brahms hat seine 4. Sinfonie auf zwei Intervallen aufgebaut: einer fallenden Terz und einer steigenden Sexte. Das seien zu wenige „bruch_stücke“ um daraus eine ganze Sinfonie zu formen, klagten die Kritiker. Die Befürworter bejubelten das “verschlungene Wachstum der Motive” und die Dichte der Erfindung, wie Brahms Freund, der Geiger Joseph Joachim. Mittlerweile hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese 4. und letzte Sinfonie des romantischen Komponisten zu seinen Meisterwerken gehört.


Festlich und prachtvoll beginnt der Abend mit Joseph Haydns Sinfonie Nr. 48 C-Dur „Maria Theresia“. Trotz aller höfischer Interessen und Kompositionsnormen verpackt Haydn in diesem Werk auch einige humorvolle Abschweifungen und Überraschungen.

Neben Konzertmeisterin Shinkyung Kim steht eine zweite Frau an diesem Abend im Mittelpunkt: Karen Kamensek. Die US-amerikanische Dirigentin ist seit 2011 Generalmusikdirektorin der Staatsoper Hannover und eine gleichermaßen weltweit gefragte Gastdirigentin.

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Termine: 12.+13.05.2015, 20 Uhr, Konzerthaus Dortmund, Einführung „Wir stimmen ein“ um 19.15 Uhr

Tickets unter 0231-50 27222 oder philharmoniker.theaterdo.de

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