Donnerstag, 7. Mai 2015

Industriegebietskinder: "Asche unter meinen Docs" hat Premiere

Eine Theater- und Textperformance zum Strukturwandel am Phönixgelände Dortmund, aus der biografischen Sicht der sogenannten Generation Y: Wovon haben sie die Schnauze voll? Was wünschen sie sich? Was suchen sie? Was bewegt sie und was haben sie für sich gefunden? Die Antworten auf diese Fragen präsentieren die jungen Industriegebietskinder in einer sehr wahrhaftigen, authentischen und mutigen Art und Weise.

Regie: Melanie Nagler & Manuel Schmitt
Choreographie: Manuel Schmitt
Textentwicklung: Melanie Nagler

In Kooperation mit der Fachhochschule Dortmund und der
Marie-Reinders-Realschule Dortmund.

Termine: 15., 16. Mai im KJT Dortmund und am 30. Mai Gastspiel in Halle / Saale

Das Projekt: Industriegebietskinder

Dortmund – Halle – Berlin: „Industriegebietskinder“ untersucht, wie sich die Lebensbedingungen und Perspektiven von jungen Menschen mit dem Abbau der Industrie verändert haben. Drei ehemals wichtige Industriestandorte in drei verschiedenen Bundesländern: Chemiebezirk Halle Leuna, Industriestandort Berlin-Oberschöneweide, Dortmund-Hörde. Was verbindet diese drei einstigen Wirtschaftszentren? Große Arbeitgeber prägten einst die Lebenswelten ihrer Standorte, ebenso wie die Biografien ihrer Arbeiter. Aber sie existieren nicht mehr. Aus produktiven Betrieben und Fabriken sind Brachen geworden. Verblieben sind die damals Werktätigen – heute Rentner. Sie leben noch zu großen Teilen nahe den Stätten ihres Wirkens und erzählen ihren Enkeln von früher. Was aber haben die Enkel davon und wie empfinden sie, wenn sie mit den Geschichten von früher konfrontiert werden? Welches Bild haben Jugendliche heute von ihrer Heimat, das sich sehr von dem ihrer Großeltern und Eltern unterscheidet? Arbeit und Broterwerb haben ihren Charakter verändert. Was bedeutete Arbeit früher und welche Arbeitswelten, welche Perspektiven warten auf die Jugendlichen heute? Welche Träume, Hoffnungen oder Frustrationen sind mit diesen Orten verbunden?

In einem groß angelegten Drei-Phasen-Projekt begaben sich drei Jugendtheater auf Spurensuche. Das Thalia Theater Halle, das Kinder- und Jugendtheater Dortmund und Theater Strahl in Berlin suchten dabei Jugendliche und Erwachsene, deren Leben Berührungspunkte mit der einstigen Industrie hat sowie ihre Geschichten. In gegenseitigem Austausch und in enger Zusammenarbeit werden an den drei verschiedenen Häusern drei unterschiedliche, aber thematisch verwandte Theaterstücke entwickelt und inszeniert. Dortmund hat außerdem mit der Marie-Reinders-Realschule in Hörde und der Fachhochschule Dortmund kooperiert.

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