Freitag, 1. Mai 2015

Feierstunde: 40 Jahre JugendJazzOrchester NRW

Ein Bild aus den Anfangsjahren:
 das JJO NRW im Jahre 1978 Bild: Josef Goertz
"Das Jugendjazzorchesters (JJO) NRW feiert mit Roger Willemsen das 40jährige Bestehen am 4. Mai, 20 Uhr, im Konzerthaus." Hinter dieser eher nüchternden Ankündigung des Veranstalters verbirgt sich der Hinweis auf ein besonderes Konzertereignis von höchster musikalischer Qualität.

Mit Markus Stockhausen (Trompete und Flügelhorn), Paul Heller (Tenorsaxophon) und Florian Weber (Klavier) stehen hochkarätige Künstler der deutschen Jazzszene und ehemalige Mitglieder dem jungen Orchester als Gastsolisten zur Seite. Markus Stockhausen errang 2005 der WDR-Jazzpreis in der Kategorie „Improvisationen“, Florian Weber ist Jazz-Echo-Preisträger, Paul Heller gehört der WDR-Big Band an. Außerdem wird mit Gustav Peter Wöhler ein „special guest“ angekündigt, der vielen eher als Schauspieler denn als Sänger bekannt ist. Der 58-Jährige interpretiert Kompositionen von Sammy Fain, Harold Arlen und Susanne Betancor neu. Die künstlerische Leitung an diesem Abend, zu dem auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft erwartet wird, liegt in Händen von Gabriel Pérez, Stefan Pfeifer-Galilea, Stephan Schulze und Michael Villmow. "Improvisation, das ist ein großes Element der Freiheit. Jazz bringt immer eine hohe Unvorhersehbarkeit mit sich", sagt Roger Willemsen, wie schon zum 25-jährigen Jubiläum des Orchesters Moderator des Abends.

Das in Dortmund beheimatete Jugendjazzorchester NRW hat sich im Laufe der vergangenen 39 Jahre als „veritabler Durchlauferhitzer“ (Zitat aus der Konzertankündigung zum 40-Jährigen) für junge Talente erwiesen. Dazu zählt u.a. der Trompeter Till Brönner. Mit den Solisten Markus Stockhausen, Paul Heller und Florian Weber demonstriere der Nachwuchs eindrucksvoll, "warum jeder Cent unserer Steuergelder bei diesem Orchester bestens angelegt ist." Bislang haben rund 650 Jugendliche im Orchester mitgewirkt, das jüngste Mitglied des Ensembles ist 16 Jahre alt. Etwa ein Drittel von ihnen ist heute als Profi im Musikgeschäft tätig. Das JJO besteht seit 1975. Nordrhein-Westfalen war das erste Bundesland, das mit Unterstützung seines damaligen Ministerpräsidenten Johannes Rau ein Landesjugendorchester einrichtete und förderte. Damit engagierte sich NRW für angemessene künstlerische Nachwuchsförderung. Der damalige Leiter der Musikschule Dortmund, Glen Buschmann, war Mitgründer und lange Jahre künstlerischer Leiter.

Feierstunde im Konzerthaus Dortmund mit hochkarätigen Gastsolisten

Mal laut, mal leise, innovativ & der Tradition verpflichtet: Das JJO NRW hat sich zu einer Big Band mit Vorbildcharakter für viele weitere Landesjugendjazzorchester entwickelt und ist heute NRW-Kulturbotschafter in Sachen Jazz. „Wir setzen alles daran, den Jugendlichen ein möglichst breites musikalisches Spektrum zu vermitteln. Wir fördern Toleranz und die Bereitschaft, sich musikalischen Einflüssen zu öffnen“, sagt Thomas Haberkamp, Projektleiter des JJO NRW. „In einer Zeit, in der zunehmend gesellschaftliche und religiöse Vielfalt in Bedrängnis geraten, ist es umso wichtiger, den internationalen kulturellen Austausch und Dialog mit Kulturen anderer Länder zu intensivieren“, unterstrich Haberkamp jüngst in einem Interview im Jazzmagazin "Jazzpodium".

Einen herausragenden Namen hat sich das Orchester unter anderem durch ausgefallene und innovative Projekte wie die Zusammenarbeit mit Künstlern und Ensembles anderer Musikgenres sowie mit klassischen Orchestern gemacht. "Die Bereitschaft und die Kompetenz, mit der das Orchester stilübergreifend agiert, führen zu zahlreichen interessanten Kombinationen, die neugierig machen, manchmal aber auch provozieren", erklärt Haberkamp. Zahlreiche Konzerte und 37 Reisen in aller Welt belegen die künstlerische Bedeutung des jungen Ensembles. Eine neue CD mit dem Titel "Triangle" ist pünktlich zum 40. Geburtstag erschienen.

Thomas Kampmann

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