Montag, 20. April 2015

Oper: Szenisches Oratorium "Saul" hat Premiere

Ileana Mateescu wird in der Rolle des David zu hören sein
(c) Theater Dortmund
Das Szenische Oratorium Saum von Georg Friedrich Händel und Charles Jennens (Libretto) hat Samstag (25.4.), 19.30 Uhr, Premiere im Opernhaus. Es handelt sich um eine Koproduktion mit dem Staatstheater Kassel - in englischer Sprache mit Übertiteln.

Jeder kann ein mächtiger Herrscher sein, wenn er nur über sich selbst herrscht – so lehrt es die Lebensphilosophie seit der Antike. König Saul herrscht über das Volk Israel, doch die eigenen Launen hat er nicht im Griff. Noch dazu sitzt ihm die Angst im Nacken, ein ewiger Minderwertigkeitskomplex, da er, der Hirte und Heerführer, der vom Propheten Samuel zum Fürsten gesalbt worden war, sich die Königsherrschaft angemaßt hat. Ist die Macht nur ein Traum, aus dem er eines Tages aufwachen muss? Die Panik wird real, als ein Jüngerer erscheint. David tötet den angeblich unbesiegbaren Goliath und erobert die Herzen des Volkes. Trotzdem bleibt er loyal zu seinem König, heiratet dessen Tochter Michal und schließt eine unverbrüchliche Freundschaft mit Sauls Sohn Jonathan. Sauls Verfolgungswahn wird immer verheerender und vernichtet nach und nach seine Autorität als Herrscher. Die Gespenster seiner Vergangenheit holen ihn auf furchtbare Weise ein. Nach einer verlorenen Schlacht gegen den Erzfeind, das Volk der Philister, gibt sich Saul, der sein Seelenheil schon lange verloren hat, den Tod. David folgt Saul als zweiter israelitischer König auf dem Thron nach. Viel später – aber da sind die Ereignisse von Händels Oratorium längst Geschichte – wird auch der alte David nicht verstehen, dass man Macht nur geliehen bekommt, und wird der Versuchung erliegen, sie zu missbrauchen.

Persönliche Schwäche und politisches Versagen setzen in Händels Saul, der 1739 in London uraufgeführt wurde, eine unaufhaltsame Abwärtsspirale in Gang. Saul ist nicht das erste Oratorium Händels, aber das erste Werk, das parallel zum sich abzeichnenden Niedergang der Londoner Opern entsteht. Nach 42 Opern sieht der Komponist auf seinem bis dahin ureigenen Feld keine Zukunft mehr. Die Oratorien erlauben ihm nicht nur, in der Volkssprache Englisch zu schreiben, sondern auch, sich von den Zwängen des Theaterbetriebs frei zu machen und dem Chor eine zentrale Rolle in seinen Werken zu übertragen. Nach Elias und den Jahreszeiten soll mit Händels Saul zum dritten Mal ein großes Werk des chorsinfonischen Repertoires in einer szenischen Umsetzung auf die Dortmunder Bühne gelangen.


Besetzung:

Saul: Christian Sist
David: Ileana Mateescu
Jonathan, Sauls Sohn: Lucian Krasznec
Merab, Sauls Tochter: Tamara Weimerich
Michal, Sauls Tochter: Julia Amos
Hohepriester: Ks. Hannes Brock
Hexe von Endor: Ks. Hannes Brock
Geist Samuels: Morgan Moody
Amalekiter: Min Lee
Abner: Ks. Hannes Brock
Doeg: Morgan Moody
Mit dem: Opernchor des Theater Dortmund
Mit den: Dortmunder Philharmonikern
Mit der: Staisterie des Theater Dortmund

Musikalische Leitung: Motonori Kobayashi
Inszenierung: Katharina Thoma
Bühne: Sibylle Pfeiffer
Kostüme: Irina Bartels
Choreinstudierung: Granville Walker
Dramaturgie: Georg Holzer
Regieassistenz: Fabian Schäfer, Franziska Schumacher
Bühnenbildassistenz: Aleksandra Gnielka
Kostümassistenz: Jennifer Stocksley
Studienleitung: Luca de Marchi
Einstudierung: Philipp Armbruster, Thomas Hannig, Michael Hönes, Sujin Jung, Tatiana Pruskinskaya
Inspizienz: Alexander Becker, Ulas Nagler
Soufflage: Arminia Friebe

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