Montag, 23. März 2015

Schauspiel: "Die Möglichkeit einer Insel" hat Samstag Premiere

Szene aus "Möglichkeit einer Insel"
Foto: Hupfeld
Planet Erde, im fünften Jahrtausend. Das ewige Ringen um sexuelle Attraktivität hat die Menschheit solange erschöpft, bis sie praktisch ausgestorben ist – nur noch ein paar verwilderte Exemplare hausen in postapokalyptischen Zivilisations-Trümmern. Nun dominiert der genetisch veränderte Neo-Mensch, der alleine lebt, sich durch Photosynthese ernährt und weder Liebe noch Hass kennt. Und auch nicht das Trauma des körperlichen Alterns, denn jeder Neo-Mensch wird regelmäßig neu geklont. Gefühle sind längst wegoptimiert.

Die berührende Geschichte der beiden Neo-Menschen Daniel24 und Daniel25 und ihres genetischen Urahns Daniel, der unser Zeitgenosse im frühen 21. Jahrhundert ist: Michel Houellebecq, berühmtester französischer Schriftsteller der Gegenwart, wirft in seinem 2005 erschienenen Bestseller einen Blick durch die Jahrtausende, auf die Sehnsüchten unserer Jetztzeit und in einer möglichen Zukunft – und denkt weiter, wovon viele Menschen heute träumen.

Ist es möglich, glücklich zu werden? Wenn ja – wo kann man das Glück finden? Und wie? Mit Die Möglichkeit einer Insel schreibt das Schauspiel Dortmund nach DAS FEST (nominiert für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2013) und MINORITY REPORT oder MÖRDER DER ZUKUNFT erneut Theater- und Filmgeschichte – im Geiste des Dortmunder Manifests DOGMA 20_13: Eine große Reise durch Zeit und Raum, live gespielt, animiert und geschnitten von vier Schauspielern, direkt vor den Augen der Zuschauer, mit zahlreichen handgemachten Zeichnungen und liebevoll gestalteten Miniaturen – der allererste Theaterabend, in dem ein Trickfilm live auf der Theaterbühne erschaffen wird.

Regie führt das Krefelder Design- und Künstlerkollektiv sputnic (Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik, Nils Voges), das bereits 2008 für ihren Stop-Motion-Trickfilm SÜDSTADT den renommierten European Grand Off-Award für die Beste Animation gewann. Am Schauspiel Dortmund entwickelte sputnic zuletzt Animationen und Visual Effects für EINIGE NACHRICHTEN AN DAS ALL und erfand (zusammen mit kainkollektiv) die Reihe STADT OHNE GELD.

Mit: Andreas Beck, Frank Genser, Bettina Lieder, Merle Wasmuth

Regie: Nils Voges (sputnic)

Bühne/Kostüme: Malte Jehmlich (sputnic)

Dramaturgie: Anne-Kathrin Schulz

Premiere: 28.3.2015, Schauspielhaus

Weitere Termine: 4., 16. April; 10., 20. Mai; 05., 19. Juni 2015

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